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Investor KKR will Telecom Italia für elf Milliarden Euro übernehmen - TIM-Aktie haussiert

22.11.21 17:12 Uhr

Investor KKR will Telecom Italia für elf Milliarden Euro übernehmen - TIM-Aktie haussiert | finanzen.net

Der US-Finanzinvestor KKR will den italienischen Telekommunikationskonzern TIM (vormals Telecom Italia) übernehmen.

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KKR biete 50,5 Eurocent je Anteil und wolle den Konzern letztlich von der Börse nehmen, teilte das italienische Unternehmen nach einer außerordentlichen Vorstandssitzung am Sonntagabend in Rom mit. Das Kaufinteresse sei "nicht bindend und indikativ", betonte die frühere Telecom Italia.

Das Angebot ist noch nicht bindend, KKR will auch das Einverständnis des Telecom-Italia-Managements sowie der großen Aktionäre einholen. Über ein Kaufinteresse seitens KKR hatte es zuletzt immer wieder Medienberichte gegeben.

Analyst Roman Arbuzov von der US-Bank JPMorgan stufte das vorgelegte Angebot als glaubwürdig ein. Es dürfte wohl in ein verbindliches Angebot umgewandelt werden und dies wahrscheinlich mit der Unterstützung des Vorstandes der italienischen Telekomgesellschaft, schrieb er in einer ersten Reaktion am Montag. Mit 37,5 Prozent sei KKR bereits ein Großaktionär des strategischen und landesweit wichtigen TI-Glasfaserunternehmens FiberCop. Womöglich habe KKR bereits erste Gespräche mit den wichtigsten Regierungsvertretern geführt. Der Medienkonzern Vivendi jedoch, der 24 Prozent an TIM hält, werde das Gebot wahrscheinlich als zu niedrig erachten.

TIM steht in Italien unter Druck: Die jüngsten Quartalsergebnisse waren enttäuschend, auch ein Deal mit der Streamingplattform DAZN zur Übertragung von Fußballspielen der Serie A in dieser Saison brachte nicht die erhofften Zuwachszahlen an Abonnenten.

Als Hauptanteilseigner forderte der französische Medienkonzern Vivendi bereits Änderungen in der Strategie, wie es in Medien hieß. Zuletzt wurde spekuliert, dass Vivendi eine Übernahme von TIM diskutiere. Auch von einem Interesse der Investoren CVC und Advent war die Rede.

In Italien sorgte die Nachricht über den KKR-Vorstoß, über den zuerst die Zeitung "Corriere della Sera" berichtet hatte, für Aufregung. Die Regierung teilte noch am Abend mit, die Entwicklungen zu verfolgen. Zunächst sei es aber ein gutes Zeichen für das Land, wenn Investoren sich für italienische Unternehmen interessierten, hieß es.

KKR will zunächst eine Konzernprüfung abhalten, für die rund vier Wochen eingeplant sind, wie TIM weiter mitteilte. Zudem werde eine Einschätzung der Behörden erwartet; ein "Golden Power" genanntes Gesetz erlaubt es der Regierung beispielsweise, Deals ausländischer Investoren in für den Staat strategischen Bereichen zu verhindern.

Das Finanzministerium in Rom unterstrich in seiner Reaktion, dass der Breitbandausbau Priorität haben müsse, auch um die Anforderungen des milliardenschweren europäischen Wiederaufbaufonds zu erfüllen.

TIM-Aktie haussiert

Das Übernahmeangebot durch den US-Finanzinvestor KKR hat am Montag die Stammaktien der Telecom Italia (TI) auf den höchsten Stand seit Mitte Juni katapultiert. In Mailand springen die Aktien der Telecom Italia zeitweise um 31,78 Prozent nach oben auf 0,4566 Euro, KKR-Papiere notieren derweil an der NYSE 1,53 Prozent höher bei 79,51 US-Dollar.

Zudem stiegen auch die Papiere des französischen Medienunternehmens Vivendi, das rund 24 Prozent an den TI-Stammaktien hält, an der Pariser Börse um 1,58 Prozent auf 11,225 Euro.

Am Sonntagabend hatte KKR ein unverbindliches Kaufinteresse angemeldet.

Analyst Roman Arbuzov von der US-Bank JPMorgan nannte das "glaubwürdig". Es dürfte wohl in ein verbindliches Angebot umgewandelt werden - und dies wahrscheinlich mit der Unterstützung des Vorstandes der italienischen Telekomgesellschaft, schrieb er in einer ersten Reaktion. Dabei verwies Arbuzov darauf, dass KKR bereits mit 37,5 Prozent am strategisch und landesweit wichtigen Glasfaserunternehmen von TI, der FiberCop, beteiligt ist.

Er mutmaßte zudem, dass KKR bereits erste Gespräche mit den wichtigsten Regierungsvertretern geführt haben dürfte und die Regierung zudem eine Pressemitteilung mit konstruktivem Ton herausgegeben habe. "Die Antwort der Regierung war ermutigend", konstatierte auch Jefferies-Experte Jerry Dellis. Und wie Arbuzov sieht auch er - abgesehen von möglichen Hürden durch wettbewerbliche Probleme - Vivendi als mögliches Hindernis.

"Vivendi dürfte das Gebot wahrscheinlich als zu niedrig erachten und sagen, es spiegele nicht den fairen Wert der TI-Aktie wider", brachte es der JPMorgan-Experte auf den Punkt. Dellis verwies auf eine Aussage von Vivendi zur Telecom Italia, in der sich das Unternehmen zudem als "langfristiger Investor" bezeichnet hatte.

Arbuzov erinnerte außerdem daran, dass der durchschnittliche Preis, den Vivendi damals für die Übernahme seines Anteils gezahlt habe, über einem Euro gelegen hatte. "Und auch wenn die TI-Beteiligung für Vivendi im Vergleich zur Vergangenheit deutlich an strategischem Wert verloren hat, könnten die Franzosen mit der Höhe des Gebots daher unzufrieden sein", merkte er an. Doch selbst wenn Vivendi ihren Anteil nicht andienen sollte und auch das italienische Staatsunternehmen CDP seinen etwa zehnprozentigen Anteil an Stammaktien ziemlich sicher behalten dürfte, seien noch ausreichend frei handelbare Aktien für KKR im Umlauf.

Analyst Analyst Andrew Lee von Goldman Sachs sieht den Deal, sollte er denn über die Bühne gehen, als ein weiteres Beispiel für eine Übernahme durch eine Kapitalbeteiligungsgesellschaft im Telekombereich, die in einem solchen Schritt vor allem langfristige Chancen sehe. "Die Häufung von Übernahmen dieser Art spiegelt unseres Erachtens die langfristigen Aufwärtschancen für die Renditen wider, nachdem die Regulierung im Festnetzbereich gelockert wurde, um Anreize für Investitionen zu schaffen." Und private Anleger mit langfristigem Anlagehorizont schienen eher bereit, hier zu investieren als öffentliche Kapitalgeber mit kürzerem Zeithorizont.

ROM (dpa-AFX)

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