MORNING BRIEFING - Deutschland/Europa

07.01.26 07:40 Uhr

Der Markt-Überblick am Morgen, zusammengestellt von Dow Jones Newswires:

===

+++++ FEIERTAGSHINWEIS +++++

Wer­bung

MITTWOCH: In Moskau findet wegen des Feiertages "Novi God" kein Handel statt.

DONNERSTAG: Wegen des Feiertages "Novi God" bleibt die Börse in Moskau geschlossen.

+++++ TAGESTHEMA +++++

Der Inflationsdruck im Euroraum dürfte im Dezember abgenommen haben. Volkswirte erwarten, dass die Verbraucherpreise gegenüber dem Vormonat um 0,2 Prozent gestiegen sind und um 2,0 (November: 2,1) Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats lagen. Mit glatt 2 Prozent befände sich die Inflation exakt auf der Höhe, die die EZB mittelfristig anstrebt. Allerdings gibt es eine Menge Risiken für eine davon abweichende Entwicklung, und das nicht nur mittelfristig. So deuten die bereits veröffentlichten Daten aus Deutschland, Frankreich und Spanien darauf hin, dass die Inflation im Dezember sogar unter 2 Prozent gefallen sein könnte. Das liegt vor allem an Deutschland, wo der HVPI mit einer Jahresrate von nur noch 2,0 (November: 2,6) Prozent stieg. Volkswirte hatten 2,4 Prozent prognostiziert.

+++++ AUSBLICK UNTERNEHMEN +++++

07:00 DE/Grenke AG, Neugeschäft 4Q

+++++ AUSBLICK KONJUNKTUR +++++

Wer­bung

- DE

08:00 Einzelhandelsumsatz November

saisonbereinigt real

PROGNOSE: +0,2% gg Vm

zuvor: +0,1% gg Vm

09:55 Arbeitsmarktdaten Dezember

Arbeitslosenzahl saisonbereinigt

PROGNOSE: +5.000 gg Vm

zuvor: +1.000 gg Vm

Arbeitslosenquote saisonbereinigt

PROGNOSE: 6,3%

zuvor: 6,3%

- FR

08:45 Verbrauchervertrauen Dezember

Wer­bung

PROGNOSE: k.A.

zuvor: 89

- EU

11:00 Verbraucherpreise Eurozone (Vorabschätzung) Dezember

Eurozone

PROGNOSE: +0,2% gg Vm/+2,0% gg Vj

zuvor: -0,3% gg Vm/+2,1% gg Vj

Kernrate (ohne Energie, Nahrung, Alkohol, Tabak)

PROGNOSE: +2,3% gg Vj

zuvor: +2,4% gg Vj

- IT

11:00 Verbraucherpreise (vorläufig) Dezember

PROGNOSE: k.A.

zuvor: -0,2% gg Vm/+1,1% gg Vj

- US

14:15 ADP-Arbeitsmarktbericht Dezember

Beschäftigung privater Sektor

PROGNOSE: +48.000 Stellen

zuvor: -32.000 Stellen

16:00 Job Openings & Labor Turnover Survey (Jolts) November

16:00 Auftragseingang Industrie Oktober

PROGNOSE: -1,2% gg Vm

zuvor: +0,2% gg Vm

16:00 ISM-Index nicht-verarbeitendes Gewerbe Dezember

PROGNOSE: 52,2 Punkte

zuvor: 52,6 Punkte

16:30 Rohöllagerbestandsdaten (Woche) der staatlichen

Energy Information Administration (EIA) Vorwoche

+++++ ÜBERSICHT FUTURES / INDIZES +++++

Aktuell:

Index zuletzt +/- %

DAX Futures 25.088,00 -0,1%

E-Mini-Future S&P-500 6.984,50 -0,1%

E-Mini-Future Nasdaq-100 25.784,00 -0,2%

Nikkei-225 (Tokio) 52.037,44 -0,9%

Hang-Seng (Hongk.) 26.349,83 -1,4%

Shanghai-Comp. 4.077,83 -0,1%

Dienstag:

DAX 24.892,20 +0,1%

DAX-Future 25.111,00 +0,4%

XDAX 24.970,87 +0,3%

MDAX 31.670,42 +0,7%

TecDAX 3.751,29 +1,3%

SDAX 17.722,72 +1,0%

Euro-Stoxx-50 5.931,79 +0,1%

Stoxx-50 5.039,56 +0,7%

Dow-Jones 49.462,08 +1,0%

S&P-500 6.944,82 +0,6%

Nasdaq Composite 23.547,17 +0,6%

+++++ FINANZMÄRKTE +++++

EUROPA

Ausblick: Mit einem vorsichtigeren Handel rechnen Händler. Die Rally der Rüstungswerte ist in Asien durch kräftige Gewinnmitnahmen gebremst worden. Dies dürfte auch den DAX bei seinen Versuchen behindern, über der 25.000er-Marke zu schließen. Die geopolitische Situation vor allem in Europa undurchsichtig. US-Präsident Donald Trump ließ wissen, auch über einen Militäreinsatz zur Erlangung der Kontrolle über Grönland nachzudenken. Außenminister Marco Rubio spielte dies später aber herunter. Ansonsten steht den Börsen ein echter "Tag der Arbeit" bevor: In den USA werden die Jolts-Daten, der ADP-Index und vor allem der ISM-Service-Index mit seiner wichtigen Job-Komponente veröffentlicht. Vor dem offiziellen US-Arbeitsmarktbericht am Freitag dürften gleich drei solcher Vorläuferberichte den Trend an Wall Street bestimmen. In Europa blickt man auf die Verbraucherpreise aus der Eurozone. Nach den deutlich schwächeren Daten aus Deutschland vom Vortag setzt man auch hier auf tiefere Werte. Dies würde der EZB weitere Zinssenkungen ermöglichen, so die Hoffnung.

Rückblick: Gut behauptet - Die Spekulationen über eine mögliche Übernahme Grönlands durch die USA nach der Militärintervention in Venezuela schienen Anleger nicht zu beunruhigen. Günstige Preisdaten aus Frankreich und Deutschland lösten dagegen neue Zinssenkungsfantasien aus. Unterstützt wurde dies durch tendenziell schwächere Einkaufsmanagerindizes. Gefragt waren Chipwerte nach einem Bericht, wonach Samsung Electronics im vierten Quartal 2025 einen Anstieg des operativen Gewinns um 160 Prozent verzeichnet hat. Infineon gewannen 4,8 Prozent, STMicro 5,3 Prozent und Aixtron 4,8 Prozent. Novo Nordisk stiegen um 5 Prozent. Der Pharmakonzern hatte mit dem Verkauf von Wegovy in Kapselform in den USA begonnen. Bislang wird das Abnehmmittel als subkutane Injektion verabreicht. Das Abnehmmittel von Eli Lilly, Orforglipron, ist bislang von der FDA in Kapselformat noch nicht zugelassen worden. Inpost haussierten mit Aufschlägen von 28,5 Prozent. Der Paketdienstleister hatte ein Übernahmegebot eines nicht namentlich genannten Bieters erhalten. Deutsche Post DHL zogen um 2,1 Prozent an.

DAX/MDAX/SDAX/TECDAX

Etwas fester - Der DAX markierte bei 24.969 Punkten ein Rekordhoch. Weiter positiv gestimmt für Nutzfahrzeughersteller wie Daimler Truck (+5,7%) und Traton (+3,1%) waren Händler nach den starken US-Auftragszahlen vom Vortag. Dort war nach den sehr schwachen Vormonaten für Dezember 2025 ein kräftiges Plus vermeldet worden. Für Europa wurden die Analysten der Citi optimistischer und erhöhten ihre Absatzerwartung auf plus 1 Prozent nach zuvor minus 4 Prozent für 2026. Adidas fielen um 3,6 Prozent nach einer doppelten Abstufung auf "Underperform" durch Bank of America. Für die Puma-Aktie ging es 0,8 Prozent nach unten.

XETRA-NACHBÖRSE

Im Windschatten der freundlichen US-Börsen haben die Kurse etwas zugelegt. Die Nachrichtenlage war erneut sehr dünn, was sich erst mit dem Anlaufen der Bilanzsaison in den kommenden Wochen ändern dürfte. Auffällige Bewegungen bei Einzelwerten wurden nicht beobachtet.

USA - AKTIEN

Freundlich - Zinssenkungshoffnungen stützten die Kurse erneut, zumal nach dem ISM-Index am Vortag nun auch der von S&P Global ermittelte Service-Einkaufsmanagerindex stärker als erwartet gesunken war. Die Entwicklungen um Venezuela belasteten die Stimmung weiterhin nicht. Im Fokus stand der Technologiesektor, nachdem Nvidia früher als erwartet schnellere KI-Chips vorgestellt hatte. Nvidia sanken indessen um 0,5 Prozent - offenbar belastet von Gewinnmitnahmen. AMD verloren 3,1 Prozent. Der Chip-Hersteller hatte seine neueste Generation von Mobil- und Desktop-Prozessoren vorgestellt. Die Aktie hatte allerdings im vergangenen Jahr um gut 70 Prozent zugelegt. Microchip Technology kletterten mit einem erhöhten Umsatzausblick um 11,6 Prozent. Steil nach oben ging es mit den Aktien einiger Hersteller von Speicherprodukten. Sandisk und Western Digital sprangen um 27,6 und 16,8 Prozent nach oben. Seagate machten einen Satz von 14 Prozent. Beobachter verwiesen auf die Erwartung, dass sich die bestehenden Angebotsengpässe verschärfen werden. Um 6,9 Prozent sackte der Kurs von Staar Surgical ab. Der Augenheilkundespezialist Alcon wird das Unternehmen nun doch nicht übernehmen. Eli Lilly gewannen 2,2 Prozent. Einem Bericht zufolge steht das Unternehmen vor der Übernahme des Biotechnologie-Unternehmens Ventyx (+28,5%) für über 1 Milliarde Dollar.

USA - ANLEIHEN

Die Renditen holten einen Teil ihrer Vortagesverluste wieder auf. Die Rendite zehnjähriger Papiere stieg um einen Basispunkt auf 4,18 Prozent. Anleger sähen über geopolitische Risiken hinweg, hieß es. Gleichwohl habe am Montag der unter den Prognosen gelegene ISM-Index an die fragilen Aussichten erinnert, gepaart mit Signalen eines sich abkühlenden Arbeitsmarktes.

+++++ DEVISENMARKT +++++

Devisen zuletzt +/- % 0:00 Vortag Mo, 17:08 % YTD

EUR/USD 1,1694 +0,0% 1,1689 1,1708 -0,2%

EUR/JPY 182,87 -0,1% 183,08 183,25 -0,4%

EUR/CHF 0,9297 -0,0% 0,9298 0,9287 -0,3%

EUR/GBP 0,8657 -0,0% 0,8657 0,8668 -0,8%

USD/JPY 156,38 -0,2% 156,63 156,52 -0,2%

GBP/USD 1,3508 +0,1% 1,3501 1,3508 +0,5%

USD/CNY 7,0276 +0,0% 7,0245 7,0363 +0,0%

USD/CNH 6,9850 +0,1% 6,9808 6,9911 +0,1%

AUS/USD 0,6751 +0,2% 0,6740 0,6711 +0,6%

Bitcoin/USD 92.511,95 -0,8% 93.266,50 93.843,55 +6,3%

Der Dollar legte erneut leicht zu - der Dollar-Index gewann 0,3 Prozent. Die US-Geopolitik könnte eine Abkehr vom Dollar als Weltreservewährung beschleunigen, so Jefferies. "Die neue politische Ordnung wird dazu führen, dass die Länder ihre Abhängigkeit vom Dollar als Reservewährung verringern.". Jefferies bevorzuge Gold und Metalle im Allgemeinen als beste Möglichkeit zur Diversifizierung weg vom Dollar.

(MORE TO FOLLOW) Dow Jones Newswires

January 07, 2026 01:41 ET (06:41 GMT)