MORNING BRIEFING - Deutschland/Europa -2-

07.01.26 07:40 Uhr

Mit den überraschend niedrigen Inflationsraten aus mehreren Euro-Staaten geriet der Euro am Vortag leicht unter Druck. Die Daten belebten EZB-Zinssenkungsfantasien neu. Nun läuft der Euro im asiatisch geprägten Handel auf dem tieferen Niveau seitwärts. Die europäischen Verbraucherpreisdaten dürften die nächsten Impulse am Vormittag setzen.

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Die US-Arbeitsmarktdaten am Freitag dürften indes stark genug sein, um die Märkte zu einer Neubewertung der Zinssenkungserwartungen zu veranlassen, mutmaßt MUFG-Analyst Lee Hardman mit Blick auf den Greenback.

+++++ ROHSTOFFE +++++

METALLE

METALLE zuletzt Vortag +/- % +/- USD % YTD

Gold 4.449,74 4.494,70 -1,0% -44,96 +2,9%

Silber 78,93 81,30 -2,9% -2,37 +7,3%

Platin 1.952,90 2.097,09 -6,9% -144,19 +10,8%

Kupfer 5,97 6,01 -0,7% -0,04 +45,2%

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YTD bezogen auf Schlussstand des Vortags

(Angaben ohne Gewähr)

Der Goldpreis baute die kräftigen Vortagesgewinne aus. Der Preis für die Feinunze stieg um 0,8 Prozent auf 4.481 Dollar. Silber legte um weitere 4,8 Prozent zu. Notenbank kaufen neben Gold nun auch verstärkt Silber. Der Fokus liege auf den anstehenden US-Daten im weiteren Wochenverlauf, die Hinweise auf den geldpolitischen Kurs der US-Notenbank liefern könnten, hieß es.

ÖL

ROHÖL zuletzt VT-Settlem. +/- % +/- USD % YTD

WTI/Nymex 56,14 57,13 -1,7% -0,99 -0,9%

Brent/ICE 59,88 60,70 -1,4% -0,82 -0,6%

Die Ölpreise gaben ihre Vortagesgewinne ab. Der WTI-Preis fiel um 2 Prozent. Die US-Intervention in Venezuela ändert nichts an den Ölpreisprognosen von Morningstar. Venezuela werde Jahre umfangreicher Kapital-Investitionen benötigen, um seine Ölinfrastruktur zu modernisieren, so Analyst Joshua Aguilar. Morningstar hält an ihren mittelfristigen Ölpreisprognosen von 65 Dollar pro Barrel für Brent und 60 Dollar für WTI fest. Es könnte zwar eine gewisse Aufwärtsbewegung der Preise geben, diese werde aber wahrscheinlich nur von kurzer Dauer sein.

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+++++ MELDUNGEN SEIT VORTAG 17.30 UHR +++++

VENEZUELA

US-Präsident Donald Trump will sich am Freitag mit Vertretern der drei größten US-Ölkonzerne und weiteren Führungskräften der Ölbranche im Weißen Haus treffen. Dabei sollen umfangreiche Investitionen in den venezolanischen Ölsektor besprochen werden, wie mit der Angelegenheit vertraute Personen sagten. Demnach werden Vertreter von Chevron - dem einzigen derzeit in Venezuela aktiven US-Ölkonzern - sowie von Conocophillips und Exxon Mobil zu dem Treffen erwartet.

SMALL/MID CAPS

Kleine bis mittelgroße Unternehmen drohen am Kapitalmarkt ins Hintertreffen zu geraten. Small und Mid Caps hätten aktuell Schwierigkeiten, einen "Zugang zu den Kapitalmärkten zu erhalten, der für ihre Entwicklung notwendig wäre", sagt der für Capital Markets zuständige Metzler-Vorstand Mario Mattera im Interview der Börsen-Zeitung. "Dies führt dazu, dass Small und Mid Caps derzeit eine Bewertungsdifferenz von rund 10 Prozent im Vergleich zu den Large Caps haben, obwohl sie historisch betrachtet in der Vergangenheit einen Bewertungsaufschlag von etwa 15 Prozent erzielt haben." Metzler hat etwa 80 mittelgroße bis kleine Werte aus Deutschland unter Beobachtung. (Börsen-Zeitung)

KRITISCHE INFRASTRUKTUR

Der Präsident des Thüringer Verfassungsschutzes, Stephan Kramer, sieht teilweise große Lücken beim Schutz der kritischen Infrastruktur (Kritis) in Deutschland. "Wir machen es potenziellen Angreifern - das gilt sowohl für terroristische und extremistische Gruppierungen wie auch ausländische Staaten - im Bereich Sabotage und Spionage zu einfach", sagte Kramer dem Handelsblatt. Noch heute seien im Internet mit einem Klick sensible Information über technische Details sowie teilweise Standorte mit GPS-Koordinaten von Kraftwerken, Hochspannungsleitungen, Telekommunikationsanlagen, Wasserwerken und Pipelines in Deutschland abrufbar. Das geplante Kritis-Dachgesetz bezeichnete Kramer als "wichtigen Schritt". Ein Gesetz allein reiche jedoch nicht aus, um Sensibilisierung und Bewusstseinswandel zu erreichen. (Handelsblatt)

PENSIONSFONDS

Nach der Umstellung mehrerer niederländischer Pensionsfonds auf ein neues System befürchten Zinsstrategen erratische Marktbewegungen. Die Reform könnte die langfristigen Zinsen in die Höhe treiben und die Renditen europäischer Staatsanleihen mit langen Laufzeiten weiter steigen lassen. Das Pensionssystem ist das größte der Euro-Zone. Christian Kopf, Leiter des Anleihefondsmanagements von Union Investment, warnt: "Der Markt für lang laufende Zinsen ist aktuell ein Hexenkessel, und jetzt kommt die vorgezogene Walpurgisnacht." (Handelsblatt)

GRENKE

hat das Leasingneugeschäft im abgelaufenen Jahr um 7,8 Prozent auf 3,29 Milliarden Euro ausgebaut und damit den Mittelpunkt seiner angestrebten Zielspanne von 3,2 bis 3,4 Milliarden Euro erreicht. Der Deckungsbeitrag 2 (DB2), der die Profitabilität des Unternehmens zeigt, wuchs zugleich um 6,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 550,2 Millionen Euro, wie Grenke mitteilte. Die entsprechende DB2-Marge lag mit 16,7 zwar um 30 Basispunkte unter dem Wert des Vorjahres, erfüllt jedoch ebenfalls das gesetzte Ziel von mehr als 16,5 Prozent.

SIEMENS / NVIDIA

Siemens hat eine Erweiterung der Partnerschaft mit Nvidia angekündigt. Ziel der intensivierten Zusammenarbeit ist es, Künstliche Intelligenz (KI) zum Betriebssystem der Industrie zu machen, wie der DAX-Konzern auf der CES 2026 in Las Vegas mitteilte. Mit neuen Angeboten solle die industrielle und physische KI in alle Branchen und industriellen Arbeitsabläufe gebracht werden. Die beiden Unternehmen wollen zudem die weltweit ersten vollständig KI-gesteuerten adaptiven Fertigungsstandorte errichten. Den Anfang soll 2026 das Elektronikwerk von Siemens in Erlangen machen.

UNIPER

Der Energieversorger will sein Heliumgeschäft im Rahmen eines Bieterverfahrens veräußern und startet den Verkaufsprozess. Die Transaktion umfasst laut Uniper ein Portfolio internationaler Helium-Kauf-, Verkauf- und Lagerverträge sowie eine Flotte von ISO-Containern für Helium mit einem Fassungsvermögen von jeweils 11.000 Gallonen. Die Frist für die Einreichung der Interessensbekundung endet am 28. Januar um 17:00 Uhr MEZ.

KFW

Trotz der trüben Stimmung in der Wirtschaft erwartet die KfW, dass das Neugeschäft bei Firmenkrediten 2026 wachsen wird. Das geht aus dem Kreditmarktausblick hervor, den die staatliche Förderbank exklusiv für das Handelsblatt erstellt. Demnach rechnet sie mit einem Wachstum von 3,2 Prozent im ersten Quartal im Vergleich zum Vorjahr. "Und diese Wachstumsrate dürfte sich im Jahresverlauf noch weiter erhöhen", sagt KfW-Finanzmarktexpertin Stephanie Schoenwald. Auch Banken sind optimistisch. (Handelsblatt)

FACULTY

Accenture kauft das auf Künstliche Intelligenz (KI) spezialisierte britische Startup Faculty, das in der Transaktion mit mehr als 1 Milliarde US-Dollar bewertet wird. Die Unternehmen gaben keine Details zu den Konditionen der Transaktion bekannt. Laut zwei Faculty-Investoren, Apax Digital und Mercuri, hat das Unternehmen durch den Deal den Status eines "Einhorns" erlangt. Accenture teilte mit, die Übernahme von Faculty mit mehr als 400 Mitarbeitern werde dem Beratungsunternehmen ermöglichen, Kunden bei der "Neugestaltung zentraler und kritischer Geschäftsprozesse" durch den Einsatz von KI besser zu unterstützen. (Financial Times)

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Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

DJG/ros/flf

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January 07, 2026 01:41 ET (06:41 GMT)