Chevron-Aktie dennoch freundlich: Gewinnrückgang im vierten Quartal

Der Ölkonzern Chevron hat im vierten Quartal sinkende Gewinne verzeichnet.
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Grund waren geringere Preise und der schwache Dollar. Dies konnte nur teilweise durch eine höhere Produktion ausgeglichen werden, wie das Unternehmen am Freitag in Houston mitteilte. So sank der Nettogewinn von 3,2 auf 2,8 Milliarden US-Dollar. Das bereinigte Ergebnis je Aktie fiel von 2,06 auf 1,52 Dollar, Analysten hatte jedoch einen noch größeren Rückgang befürchtet. Die Aktie notiert im vorbörslichen NYSE-Handel 0,25 Prozent höher bei 171,62 US-Dollar.
Dagegen erreichte die Förderung neue Höchststände, auch dank der Übernahme von Hess. Die Produktion stieg im Vergleich zum Vorjahr um mehr als 20 Prozent auf umgerechnet 4,05 Millionen Barrel pro Tag, positiv wirkte sich zudem aus, dass neue Fördermengen aus Gebieten wie Tengiz in Kasachstan in Betrieb genommen wurden. Allerdings musste Chevron in diesem Monat das Tengiz-Feld mit einer Kapazität von einer Million Barrel pro Tag vorübergehend stilllegen, nachdem es zu zwei Bränden in den Kraftwerksanlagen gekommen war.
Chevron erwartet für dieses Jahr weiteres Wachstum. Die Produktion soll voraussichtlich um etwa 8 Prozent steigen, hauptsächlich aus Feldern in Guyana und im östlichen Mittelmeer.
"2025 war ein Jahr bedeutender Erfolge. Wir haben Hess erfolgreich integriert, wichtige Projekte gestartet, eine Rekordproduktion erzielt und unser Geschäft restrukturiert. Dies führte zu einem branchenführenden Wachstum des freien Cashflows und überdurchschnittlichen Aktionärsrenditen - und das trotz sinkender Ölpreise", sagte Mike Wirth, Vorstands- und Verwaltungsratsvorsitzender von Chevron. Aktionäre sollen eine um vier Prozent höhere Quartalsdividende erhalten.
Wirth verbrachte einen Großteil des vergangenen Jahres damit, Stellen abzubauen, die Betriebskosten zu senken und die Übernahme von Hess abzuschließen, wodurch das Unternehmen eine 30-prozentige Beteiligung an dem riesigen Ölfeld in Guyana erwarb. In den vergangenen fünf Jahren gab Chevron mehr als 100 Milliarden Dollar für Aktienrückkäufe und Dividenden aus, was fast einem Drittel seines Marktwerts entspricht.
Mit Blick auf das ölreiche Venezuela erklärte Chevron, seinen Dialog mit den Regierungen der USA und Venezuelas fortzusetzen, "um gemeinsame Energieziele zu erreichen". Das Unternehmen sei bereit, "Venezuela beim Aufbau einer besseren Zukunft zu unterstützen und gleichzeitig die US-amerikanische Energie- und regionale Sicherheit zu stärken", sagte Wirtz. US-Präsident Donald Trump setzt Chevron unter Druck und will, dass das Unternehmen massiv in Venezuela investiert, wo es derzeit der einzige operierende US-Konzern ist.
Chevron plant, die Produktion in dem südamerikanischen Land innerhalb der nächsten zwei Jahre um 50 Prozent zu steigern, wird dabei aber nach Aussagen von Vizepräsident Mark Nelson auf bestehende Anlagen und andere Ressourcen vor Ort zurückgreifen. Seine Äußerungen ließen keine grundlegenden Änderungen am Investitionsbudget des Unternehmens erkennen, das vor der Verhaftung des venezolanischen Machthabers Nicolás Maduro durch die Trump-Regierung am 3. Januar am unteren Ende der langfristigen Prognosespanne lag.
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HOUSTON (dpa-AFX)
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