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10.08.2018 23:01
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Woher soll das Geld für den Tesla-Buyout kommen und was bedeutet Teslas Schweigen?

Tesla Privatisierung: Woher soll das Geld für den Tesla-Buyout kommen und was bedeutet Teslas Schweigen? | Nachricht | finanzen.net
Tesla Privatisierung
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Eines hat Elon Musk mit seiner Twitter-Meldung, Tesla privatisieren zu wollen, auf jeden Fall: polarisiert.
Die Finanzwelt steht Kopf, Banken überlegen, wie sie an den lukrativen Deal kommen können, den E-Autobauer vom Markt zu nehmen, die SEC prüft momentan die Rechtmäßigkeit der Verbreitung der Nachricht auf Twitter. Die Frage, die alle am meisten beschäftigt, ist aber die, wie CEO Elon Musk die Privatisierung Teslas überhaupt finanzieren will. Laut seiner Mitteilung auf dem Online-Kurznachrichtendienst plant er, Tesla für 420 US-Dollar je Aktie von der Börse zu nehmen. Das Unternehmen hätte dann einen Marktwert von 72 Milliarden US-Dollar. Musk selbst hält 20 Prozent an Tesla-Anteilen, je nachdem müssten also mindestens knapp 60 Milliarden US-Dollar aufgetrieben werden, um das Unternehmen von der Börse nehmen zu können. Auf Twitter erklärte der Firmenchef, dass die Finanzierung gesichert sei.

Ein Investor kauft alle Aktien auf

Aber durch wen ist diese enorme Summe gesichert? Und warum hält sich Musk in dieser Frage so bedeckt? Für den kompletten Buyout und das Delisting der Tesla-Aktie von der Tech-Börse Nasdaq gibt es verschiedene Szenarien. Üblich ist es normalerweise, dass ein Finanzinvestor der Firma ein Übernahmeangebot für alle Aktien macht und so das gesamte Unternehmen erwirbt.

Da die Tesla-Aktie jedoch bei 420 US-Dollar eine so hohe Marktkapitalisierung hätte, ist es sehr unwahrscheinlich, dass ein einzelner Investor diese Summe aufbringen kann. Zwar gäbe es ein paar Kandidaten wie beispielsweise den Staatsfonds aus Saudi-Arabien, Norwegen oder Abu Dhabi. Allerdings ist es unwahrscheinlich, dass die US-Regierung während des aktuellen Handelskonflikts die Übernahme einer der wichtigsten Firmen im Lande durch das Ausland bewilligen würde. Auch ist nicht klar, ob Musk mit den Saudis überhaupt Geschäfte machen würde, die über Umwege fünf Prozent Tesla-Anteile gekauft hatten, obwohl das Unternehmen der direkten Anfrage zunächst nicht zustimmte. Laut Informationen von CNBC unter Berufung auf eine nicht namentlich genannte Quelle soll sich Musk jedoch bereits mit den Saudis über eine mögliche Finanzierung unterhalten haben.

Auch könnten sich theoretisch mehrere private Investoren mit genug Geld zusammengeschlossen haben, um gemeinsam Tesla aufzukaufen. Im Silicon Valley hat Musk einige Tech-Milliardär-Freunde wie beispielsweise Peter Thiel, die solch eine Unternehmung durchführen könnten. Da Tesla aber eine Geldverbrennungsmaschine ist - keine Gewinne, keine stetigen Cashflows - wäre es auch für diese Investoren zunächst ein Schuldengeschäft, in jedem Fall ein Risiko.

Aktionärszahl dezimieren

Eine weitere Möglichkeit wäre laut der Süddeutschen Zeitung, die Zahl der Aktionäre so stark zu minimieren, "dass er sich nach den Regeln offenbar von der Technologiebörse Nasdaq zurückziehen dürfte". Hierbei müsste Tesla die kleinen Privatanleger, die zusammen ungefähr 19 Prozent halten, dazu bringen, ihre Aktien zu veräußern.

Die Süddeutsche beziffert die Kosten für diese Operation auf zehn bis 20 Milliarden US-Dollar. Immer noch eine Menge Geld, aber verglichen mit den Kosten für alle Aktien in Höhe von 72 Milliarden US-Dollar scheint diese Möglichkeit schaffbar. Auch hier könnte Musk bereits Gespräche geführt haben, die ihn zu seinem Tweet mit der Info "Finanzierung gesichert" verleitet haben könnten.

Gab es überhaupt schon Gespräche?

Nun gibt es zwar verschiedene Möglichkeiten und verschiedene Investoren, die in Frage kommen würden, die Finanzierung von Tesla zu sichern. Allerdings bleibt immer noch das Problem, dass der Unternehmenschef keine weiteren Informationen dazu gibt, wie er das Geld auftreiben will und wer es letztlich bezahlt. Auf Anfragen von verschiedenen Medien verweigerte der Elektroautobauer jeglichen Kommentar.

Natürlich besteht die Option, dass Musk bereits einen Deal ausgehandelt hat, mit dem das Delisting tatsächlich stattfinden könnte. Das Unternehmen steht nicht in der Pflicht, diese Information mit der Außenwelt zu teilen. Zwar hat Musk selbst in seinem Tweet behauptet, die Finanzierung sei gesichert, ob dies jedoch tatsächlich der Fall ist, aktuell noch fraglich, zumal das Delisting ebenfalls noch nicht final entschieden ist.

Die letzte Eventualität wäre, dass Musk in Wirklichkeit noch gar keinen Finanzierungspartner hat und auch noch keine Aussicht auf potenzielle Deals. Vielleicht steckte reine Provokation hinter der Mitteilung, die vor allem den Shortsellern den Wind aus den Segeln nehmen sollte. Diese spekulieren auf fallende Tesla-Kurse, direkt nach dem Tweet stieg der Aktienwert um elf Prozent auf knappe 380 US-Dollar. Mittlerweile hat sich die Euphorie aber wieder gelegt und die Tesla-Aktie ist mit rund 352 US-Dollar weit entfernt von den 420 US-Dollar, die Musk bei der Privatisierung pro Wertpapier auszahlen will.

Theresa Rauffmann / Redaktion finanzen.net

Bildquellen: David Calvert/For The Washington Post via Getty, Nadezda Murmakova / Shutterstock.com, betto rodrigues / Shutterstock.com, Hattanas Kumchai / Shutterstock.com

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