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15.02.2010 12:08

Richard Branson: Der britische Milliardär setzt auf Virgin Media

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Die Aktie des britischen Kabelfernsehbetreibers Virgin Media gilt an der Wall Street als die heiße Turnaround-Spekulation.
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von Tim Schäfer, New York

Im Dezember hatte Finanzvorstand Eamonn O’Hare seinen großen Auftritt. Da war er gerade ein paar Wochen bei Virgin Media im Amt und stand schon auf der Bühne im Ballroom des New Yorker Grand Hyatt Hotels. Die Schweizer Bank UBS hatte zur globalen Medien- und Internetkonferenz eingeladen.

Alles, was Rang und Namen hat im Sektor, war erschienen: Mächtige Investoren trafen die Firmenbosse berühmter Konzerne wie Yahoo, Disney, Comcast oder Time Warner. „Wir befinden uns auf einer Reise, auf einer Turnaround-Reise“, eröffnete O’Hare seine Rede.

Virgin Media vermarktet in Großbritannien Kabelfernsehen, Telefonanschlüsse, schnelle Internetzugänge und Handys. Alle Produkte in einem Paket, im Fachjargon Triple- oder Quadruple-Play genannt, also drei- beziehungsweise vierfaches Spiel. Kabelnetzbetreiber wie Virgin Media sind darum bemüht, ihren Kunden so viele Dienste wie möglich im Bündel anzubieten. Denn je mehr Dienstleistungen ein Kunde bezieht, desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit, dass er zu einem Konkurrenten wechselt.

Stolz berichtete O’Hare, dass mittlerweile 2,8 Millionen englische Haushalte ein Triple-Play abonniert haben, sprich Kabel, Internet und Te­lefon. Gleichzeitig sank die monatliche Kündigungsrate von 1,8 auf 1,5 Prozent. In Großbritannien gibt es 26 Millionen Haushalte. Davon werden 12,5 Millionen mit dem Kabel erreicht – Virgin Media sieht daher großes Wachstumspotenzial.

Hinter dem aufstrebenden Medienunternehmen steht Großbritanniens berühmtester Unternehmer: Multigenie Richard Branson brachte 2006 seine Mobilfunktochter Virgin Mobile in den Kabelfernseh­anbieter NTL ein und erhielt im Gegenzug eine Beteiligung an dem neuen Konzern. Sanierer Neil Berkett straffte die Verwaltung, vereinheitlichte das Rechnungswesen und verbesserte den Kundenservice. Derzeit werden neue Spezialangebote eingeführt, um neue Nutzer zu locken und den Umsatz je Kunde zu erhöhen.

Noch gibt es viele Probleme bei Virgin Media vor allem bei den Finanzen. Seit 2006 schreibt das Unternehmen regelmäßig rote Zahlen. In den ersten neun Monaten des vergangenen Jahres lag das Minus bei 263 Millionen Pfund. Auf Jahressicht kalkulieren Analysten erst 2011 mit einem moderaten Gewinn. Zudem standen zuletzt 5,62 Milliarden Pfund Schulden in der Bilanz.

Finanzchef O’Hare sieht dennoch keine Gefahr für das Unternehmen: „Wir haben die Zeit auf unserer Seite, um die Kredite zurückzuführen.“ Da das Kerngeschäft hohe Barmittelzuflüsse abwirft, stelle der Schuldendienst kein Problem dar, versicherte der Manager. Allein im dritten Quartal summierte sich der operative Cashflow auf 348 Millionen Pfund. Auch plant O’Hare offenbar, das umfangreiche Immobilienvermögen zu versilbern.

Richard Branson war mit Virgin Mobile 1999 an den Start gegangen. Der Geschäftsmann nutzte dank eines Exklusivdeals mit T-Mobile, der britischen Mobilfunktochter der Deutschen Telekom, deren Netz. Die Kundenzahl stieg schnell auf über drei Millionen. Während Branson im großen Stil auf Prepaidkunden setzte, fokussiert sich das heutige Führungsteam auf die lukrativeren Bestandskunden, die mehr Umsatz einspielen. Binnen Jahresfrist stieg die Zahl der Vertragskunden von 579?000 auf zuletzt knapp 900?000. Im Schnitt wird jeder Handynutzer derzeit mit 13,41 Pfund im Monat zur Kasse gebeten.

An den Finanzmärkten gilt Virgin Media als eine der spannendsten Turnaround-Storys. Im vergangenen Jahr legte die Aktie in der Spitze um mehr als 350 Prozent zu. Seit Dezember allerdings geht es mit dem Kurs trotz positiver Analystenkommentare abwärts. Das kann mit der allgemeinen Verunsicherung an den Weltbörsen im Zusammenhang stehen. Die alten Tiefstände aber sind noch weit entfernt. „Vor zwölf Monaten glaubten die Anleger, dass unsere Aktie nichts mehr wert ist“, klagt O’Hare. So tief wird es wohl diesmal nicht gehen.

Virgin Media: Medienstar für Mutige
Nach dem dramatischen Kursanstieg des vergangenen Jahres ist Virgin Media an der Börse zuletzt unter Druck geraten. Laut Datendienst Bloomberg empfehlen dennoch 15 von 19 Analysten die Aktie zum Kauf. Sie verweisen unter anderem darauf, dass der Börsenwert niedriger ist als der Jahresumsatz. Das Finanzergebnis von Virgin Media dürfte sich im laufenden Jahr verbessern, aber immer noch im Minus liegen. An einen Nettogewinn glauben Börsianer erst für 2011. Die Aktie ist sehr riskant, würde aber von einer allgemeinen Kurserholung überdurchschnittlich profitieren. Charttechnisch könnte das Papier bei etwa zehn Euro einen Boden finden.

Comcast Corp: Günstiger Kabelgigant
Dem führenden amerikanischen Kabelfernsehbetreiber gelang Anfang Dezember mit der Übernahme der Fernsehgruppe NBC ein bahnbrechender Deal. Für einen Anteil von 51 Prozent zahlt der Kabelgigant 6,5 Milliarden Dollar an den NBC-Mutterkonzern General Electric. In den kommenden Jahren sollen die restlichen 49 Prozent an Comcast übergehen. Mit der Kombination aus Inhalten und Kabel formt Vorstandschef Brian Roberts einen starken Marktführer. Das Kabelimperium versorgt mehr als 50 Millionen Haushalte. Die Comcast-Aktie ist an der Börse moderat bewertet und für Anleger eine eher konser­vative Alternative zu ­Virgin ­Media.

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19.11.2012Virgin Media buyNomura
12.11.2012Virgin Media kaufenFrankfurter Börsenbriefe
07.11.2012Virgin Media outperformExane-BNP Paribas SA
07.11.2012Virgin Media neutralGoldman Sachs Group Inc.
24.10.2012Virgin Media buyNomura
19.11.2012Virgin Media buyNomura
12.11.2012Virgin Media kaufenFrankfurter Börsenbriefe
07.11.2012Virgin Media outperformExane-BNP Paribas SA
24.10.2012Virgin Media buyNomura
16.10.2012Virgin Media buyNomura
07.11.2012Virgin Media neutralGoldman Sachs Group Inc.
28.10.2011Virgin Media equal-weightMorgan Stanley
02.02.2005Virgin Mobile: NeutralJP Morgan
28.01.2005Virgin Mobile: In-LineGoldman Sachs
14.04.2005Virgin Mobile: Underperform Credit Suisse First Boston
02.02.2005Virgin Mobile: UnderweightLehman Brothers
24.01.2005Virgin Mobile: UnderperformCredit Suisse First Boston

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