28.06.2022 15:07

GfK-Konsumklima weiter auf Talfahrt - Neues Rekordtief

Verbraucherstimmung: GfK-Konsumklima weiter auf Talfahrt - Neues Rekordtief | Nachricht | finanzen.net
Verbraucherstimmung
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Die Verbraucherstimmung in Deutschland hat nach einer kurzen Pause ihre Talfahrt fortgesetzt.
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Die Konsumforscher der GfK ermittelten für Juli einen Rückgang ihres Indikators auf minus 27,4 Zähler von revidiert minus 26,2 (zunächst: minus 26,0) Punkte im Vormonat. Das Konsumklima hat damit ein neues Allzeittief erreicht - seit Beginn der Erhebung für Gesamtdeutschland im Jahr 1991 wurde kein niedrigerer Wert als aktuell gemessen.

Von Dow Jones Newswires befragte Ökonomen hatten einen Rückgang auf minus 27,0 Punkte prognostiziert. "Der anhaltende Krieg in der Ukraine sowie unterbrochene Lieferketten lassen vor allem die Energie- und Lebensmittelpreise explodieren und führen dazu, dass sich das Konsumklima so trüb wie noch nie zeigt", erklärte GfK-Konsumexperte Rolf Bürkl. "Vor allem der Anstieg der Lebenshaltungskosten von derzeit knapp 8 Prozent drückt schwer auf die Stimmung der Verbraucher und schickt diese auf Talfahrt."

Für eine nachhaltige Trendwende beim Konsumklima sei neben der Beendigung des Ukraine-Krieges vor allem entscheidend, dass die hohen Inflationsraten wieder zurückgeführt werden. Hier sei in erster Linie die Europäische Zentralbank (EZB) gefordert, dies durch eine angemessene Geldpolitik zu begleiten. Allerdings sollten diese Maßnahmen wohl abgewogen sein, um die ohnehin angeschlagene deutsche Wirtschaft durch eine zu restriktive Geldpolitik nicht in die Rezession zu schicken.

Die Verbraucher sähen nach wie vor ein großes Risiko dafür, dass die deutsche Wirtschaft in die Rezession abrutschen könnte. Lieferkettenprobleme sowie der Ukraine-Krieg behinderten derzeit die Produktion in Deutschland. Hinzu komme, dass aufgrund der hohen Inflation der private Konsum als wichtige Stütze für das Wachstum der Wirtschaft auszufallen drohe.

Der Befragungszeitraum war vom 2. bis 13. Juni. Die Ergebnisse basieren auf monatlich rund 2.000 Verbraucherinterviews.

Von Andreas Plecko

FRANKFURT (Dow Jones)

Bildquellen: GfK
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