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05.06.2019 07:04
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Tesla-Aktie: Gefangen in der Abwärtsspirale

Von der Realität eingeholt: Tesla-Aktie: Gefangen in der Abwärtsspirale | Nachricht | finanzen.net
Von der Realität eingeholt
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Beim Elektro-Pionier Tesla braut sich was zusammen. Nach schwachen Zahlen und einer dicken Kapitalspritze dringt unerwartet ein Alarmruf des Gründers nach draußen. Der Kurs schmiert ab.
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von Stephan Bauer, Euro am Sonntag

Lange galt Elon Musk als unternehmerisches Wunderkind: In den 90er-Jahren gründete der in Südafrika Geborene den Online-Bezahldienst Paypal, eine perfekte Erfolgsgeschichte. Mit dem Verkauf wurde Musk reich, in den 2000er-Jahren steckte er Geld in die Gründung des ­Elektroauto-Start-ups Tesla. Die Firmenstory lief traumhaft: Die hochgelobte E-Limousine ­Model S wurde zum Verkaufsschlager, die Firma zum an der Börse hoch bewerteten Pionier der Elektromobilität.

Doch Träume können platzen wie Seifenblasen. An eine solche erinnert gerade der Aktienkurs der Kalifornier. Seit Anfang des Jahres hat die Aktie über 40 Prozent eingebüßt, der breite US-Markt legte in diesem Zeitraum um fast 13 Prozent zu.

Momentan wird der erfolgsverwöhnte Musk von der Realität eingeholt: Eine interne Mail, ein veritabler Brandbrief, wurde publik. Der Tesla-Chef hat darin alle Mitarbeiter aufgerufen, von nun an "hardcore" zu sparen. Alle Kosten sollen auf den Prüfstand. Tesla werde es 2019 nicht mehr über die Gewinnschwelle schaffen, wenn die Ausgaben nicht sänken.

Der Hintergrund: Die Produktion vor allem des wichtigsten Modells, des Model 3, ist immer noch zu teuer. Im ersten Quartal hatte der Hersteller, der im Oktober noch einen Gewinn gemeldet hatte, einen Verlust von 702 Millionen Dollar ausgewiesen - fast so viel wie im Vorjahreszeitraum. Offenbar wird wieder das Geld knapp, dabei hatte Musk erst vor drei Wochen per Kapitalerhöhung und Anleihe mehr als zwei Milliarden Dollar aufgetrieben. Musk soll warnen, das Geld reiche Stand jetzt noch für zehn Monate.

Schlachtplan schlägt fehlt
Der Knackpunkt: Musks Schlachtplan für den Angriff auf den automobilen Massenmarkt, bei dem die hohen Stückzahlen des Model 3 auch die Produktionskosten von Batterien in den konzerneigenen Gigafactories drücken sollten, ist theoretisch zwar stimmig, doch der automobile Neuling hat damit Geister geweckt, mit denen er bislang nicht fertigwird.

Aus der "Produktionshölle", so Musk vor einem Jahr, ist Tesla, das vor gut zehn Jahren eine reine Softwarefirma war, immer noch nicht raus. Die Firma scheint mit der komplexen Logistik automobiler Massenfertigung überfordert. Die Stückzahlen hinken den Plänen hinterher - im ersten Quartal sank der Absatz um ein Drittel -, die Qualität ist teils mangelhaft.

Und die Konkurrenz schlägt zurück: Aufgerüttelt durch den Angriff der Kalifornier, haben fast alle etablierten Hersteller umfangreiche Elektro-Offensiven eingeläutet. In ein, zwei Jahren werden auch die deutschen Hersteller BMW, Daimler und Volkswagen Elektroautos vorstellen, die bei Reichweite und Leistung denen der Amerikaner nicht nachstehen, ihnen in Design, Qualität und wohl auch Sicherheit überlegen sein dürften.

Der Ausnahmestatus schwindet, wie der Aktienkurs belegt. Trotz des Einbruchs ist die Bewertung im Branchenvergleich immer noch astronomisch. Tesla, das im laufenden Jahr geschätzt knapp 23 Milliarden Euro umsetzt, kommt auf 31 Milliarden Euro Börsenwert. Der globale Branchenprimus Volkswagen bringt bei voraussichtlich fast 250 Milliarden Euro Umsatz gerade mal 72 Milliarden Euro auf die Waage.

Auch die Schar der Tesla-Fans unter den Analysten schrumpft. Daniel Ives von Wedbush Securities etwa, der die Aktie vor den Quartalszahlen Ende April bei einem Ziel von 365 Dollar noch zum Kauf empfahl, sieht das Ziel jetzt bei 230 Dollar und urteilt "Halten". "Alles hängt davon ab, ob Tesla im zweiten Halbjahr wieder profitabel wird", sagt Ives.

Im "Bear Case"-Szenario der Analysten der US-Bank Morgan Stanley ist die Aktie gerade mal zehn Dollar wert. An der Wall Street schwelen Gerüchte über eine Übernahme. Apple könnte interessiert sein, heißt es - wie wohl auch schon 2013.

Fazit: Geschäft und Kurs scheinen in einer Abwärtsspirale gefangen. Es wird spannend, ob der Ausbruch gelingt. Abwarten.







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Bildquellen: Hadrian / Shutterstock.com, Kevork Djansezian/Freier Fotograf/Getty Images
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