Vorstellung auf der CES

Mit diesen Neuerungen will Byton Tesla entthronen

10.01.19 16:42 Uhr

Mit diesen Neuerungen will Byton Tesla entthronen | finanzen.net

Der ehemalige BMW-Manager und Chef des chinesischen Start-Ups Byton, Carsten Breitfeld, hat am Montag in Las Vegas das Vorserienmodell des Elektro-SUV M-Byte vorgestellt. Mit seinen ehrgeizigen Zielen dürfte der E-Autobauer aus Fernost dem etablierten US-Elektro-Giganten Tesla ernsthafte Konkurrenz machen. Auf diese Neuerungen setzt Byton.

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Exakt ein Jahr nach der Vorstellung des Prototyps des neuartigen Elektroautos steht Carsten Breitfeld erneut auf der Bühne. Diesmal geht es vorrangig um die Innenausstattung des Serienmodells M-Byte und um die Zukunftsvisionen des E-Auto-Herstellers auf längere Sicht. Die ehrgeizigen Ziele dürften dabei nicht nur Tesla-Chef Elon Musk Kopfzerbrechen bereiten. Dieser zelebrierte unterdessen in China den Spatenstich seiner ersten sogenannten Gigafabrik außerhalb Amerikas, welche schon Ende dieses Jahres mit der Serienproduktion des Tesla Model 3 beginnen soll. Byton bleibt dem amerikanischen Konkurrenten nah auf den Fersen. Im Folgenden sollen die Neuerungen des M-Byte erläutert werden.

Innovative Innenausstattung

Bei der Innenausstattung des M-Byte setzt der chinesische Autohersteller auf neue Technologien. Schon bei der Vorstellung des Prototyps sorgten der riesige Bildschirm an der Fahrerfront und das integrierte Tablet im Lenkrad für Furore. Für die Mitfahrer auf der Rückbank gibt es ebenfalls Bildschirme. Auf den Displays können verschiedenste, für den Fahrer relevante Informationen wie Batteriestand, Geschwindigkeit, Drehzahl oder auch das Navigationssystem angezeigt werden. Des Weiteren ist geplant, Amazon Alexa-Sprachsteuerung sowie das Google-Betriebssystem Android in das Auto zu integrieren. Auch Gesten- und Sprachsteuerung sollen zum Einsatz kommen, natürlich immer in einem Rahmen, der den Fahrer nicht ablenkt. Die integrierte Gesichtserkennung identifiziert den Fahrer und kann - seinem angelegten Profil entsprechend - diverse Informationen wie beispielsweise Kalendereinträge oder Lieblingsmusik aufrufen. Außerdem soll das Serienmodell über 5G-Antennen verfügen, damit das smarte Auto mobile Daten empfangen kann. Byton zeigt mit seinem neuen Fahrzeug wie das Fahren der Zukunft aussehen könnte und setzt dabei auf neueste Smartphone-Technologie. Byton-Designchef Benoit Jacob hatte betont, dass die meisten Details des Vorserienmodells auch im endgültigen Serienmodell zu finden sein werden. Dies sei bei anderen Autoherstellern nicht immer so, für Byton allerdings sei dies sehr wichtig gewesen.

E-Mobilität der Zukunft

Jedoch ist die innovative Innenausstattung des Vorserienmodells M-Byte nicht die einzige neuartige Idee des chinesischen Autoherstellers. Breitfeld ist sich sicher, dass die Mobilität der Zukunft anders aussehen wird als die heutige: "Spätestens die nächste Generation Stadtmensch wird erkennen, dass das heutige Auto sie viel zu viel Geld, Zeit und Lebensqualität kostet und ein anderes Mobilitätskonzept von den Autoherstellern verlangen", erläutert Breitfeld der WirtschaftsWoche. Dieser Gedanke hat Byton bei der Konzeption des Elektroautos bestimmt. Wo andere Autobauer sich noch mit Fragen nach Batteriereichweite, Beschleunigung und Schnellladen quälen, macht Breitfeld diese vermeintlichen Schwächen des Elektroautos zum Teil seines Konzepts. Gerade in Großstädten, die schon jetzt mit einem täglichen Verkehrschaos kämpfen "wird es gar nicht anders gehen, als das Auto künftig nicht nur elektrisch, sondern auch smart über das mobile Internet gesteuert und vor allem shared zu machen".

Car-Sharing und Mobilitätsangebote wie Uber und Co. seien die Mobilitätskonzepte der Zukunft. Auf diesen Trend ist er vorbereitet: "Bei unserem Geschäftsmodell wird es nicht um den reinen Verkauf von E-Autos gehen, sondern um das Anbieten von Mobilität - mittelfristig werden wir Kilometer verkaufen, nicht nur Autos. Und langfristig wollen wir mehr als 50 Prozent unseres Umsatzes über unsere Software-Plattform erreichen", so Breitfeld in einem Interview mit dem Handelsblatt. Dabei wolle er "das Tor zu unseren Kunden [sein], so wie der App-Store von Apple". Darüber hinaus plane Byton einen eignen Mobilitätsdienst. Darüber, wie genau der aussehen wird, müsse Breitfeld zufolge jedoch noch eine endgültige Entscheidung getroffen werden.

Ambitionierte Ziele

Der chinesische Autobauer verkündet bei der Vorstellung des Vorserienmodells in Las Vegas ambitionierte Ziele. Ende dieses Jahres schon soll die Serienproduktion des M-Byte beginnen. "Kurz danach liefern wir die ersten Einheiten in China aus. Im dritten Quartal 2020 gehen wir in die USA und nach Europa", so Breitfeld im Interview mit dem Handelsblatt. Angestrebt werde eine jährliche Produktion von 300.000 Fahrzeugen. Der Preis für die M-Byte Basisversion sei bei 45.000 US-Dollar angedacht und habe eine Reichweite von 500 km, so der Byton-Chef. In Europa gedenkt Breitfeld auch in Deutschland zu verkaufen, dies sei allerdings kaum der wichtigste Markt des chinesischen Autoherstellers. Es sei geplant, rund die Hälfte der jährlichen Produktion in China zu verkaufen und ca. ein Viertel in den USA. Bei der Vorstellung am Montag hatte Breitfeld außerdem Pläne zu einem weiteren Elektromodell, dem Sedan K-Byte, vorgestellt. Es sei auch noch ein weiteres, unbenanntes Modell in Zukunft geplant.

Chancen in China

Die ambitionierten Ziele seien unter anderem aufgrund der Einstellung der chinesischen Regierung zur Förderung der E-Mobilität möglich geworden: "Wir befinden uns in China in einem Umfeld, in dem eine Regierung arbeitet, die einen Plan hat, die weiß, was sie will, die entscheidet, umsetzt und Randbedingungen schafft", so Breitfeld zum Handelsblatt. Mit Hinblick auf den sich fortsetzenden Handelsstreit zwischen China und den USA, sei man vorbereitet. Sollten sich im Zollstreit keine Lösung finden, könne sich Byton der DPA zufolge auch vorstellen in Südkorea zu produzieren, oder die Fahrzeuge gar erst in den USA fertig zusammenzusetzen.

Nach der Vorstellung des Vorserienmodells M-Byte scheint der chinesische Autobauer aus Nanjing gut aufgestellt, um seinem größten Konkurrenten Tesla näher auf die Fersen zu rücken. Es bleibt abzuwarten, ob die ehrgeizigen Ziele des Autoherstellers aus Fernost bei den derzeitigen globalen Herausforderungen bis Ende 2019 auch tatsächlich erreicht werden. Derzeit läuft CNBC zu folge wohl eine erneute Finanzierungsrunde, bei der für das erst knapp 3 Jahre alte Start-Up 500 Millionen US-Dollar für das künftige Unternehmenswachstum zusammenkommen sollen.

Redaktion finanzen.net

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