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14.08.2019 21:39
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Inverse Zinskurven in USA und Großbritannien deuten auf Rezession hin

Anleihemarkt in Bedrängnis: Inverse Zinskurven in USA und Großbritannien deuten auf Rezession hin | Nachricht | finanzen.net
Anleihemarkt in Bedrängnis
An den Kapitalmärkten mehren sich die Signale für eine bevorstehende Rezession.
Sowohl in den USA als auch in Großbritannien fiel am Mittwoch die Rendite für Staatsanleihen mit einer Laufzeit von zehn Jahren unter die Rendite von Anleihen mit zweijähriger Laufzeit. Dieser Zinsabstand wird von vielen Fachleuten als Indiz für eine wirtschaftliche Schrumpfung angesehen. In den USA hat sich der Zinsabstand als relativ verlässlicher Rezessionsindikator erwiesen. Zuletzt war die US-Zinskurve vor der großen Finanzkrise im Jahr 2007 invers.

Am amerikanischen Anleihemarkt betrug die Rendite zehnjähriger Staatsanleihen am frühen Mittwochnachmittag 1,57 Prozent, die Rendite zweijähriger Papiere betrug 1,59 Prozent. Eine Konstellation mit niedrigeren Langfrist- als Kurzfristzinsen bezeichnen Fachleute als inverse Zinskurve, weil die Zinsen normalerweise mit der Wertpapierlaufzeit ansteigen - und nicht fallen. Eine inverse Zinskurve gilt als Ausdruck extrem pessimistischer Wachstumserwartungen. In Großbritannien fiel die Rendite zehnjähriger Staatsanleihen mit 0,445 Prozent leicht unter den Effektivzins zweijähriger Papiere.

Nach wie vor sind die Zinskurven in beiden Ländern aber nicht komplett invers. Zum einen, weil die Zinsen in den sehr langen Laufzeiten immer noch höher sind als in den kürzeren Fristen. Zum anderen sind die Zinskurven auch in den kurz- und mittelfristigen Laufzeiten nicht durchgehend invers: So fallen die Renditen in den USA zwar bis zu einer Laufzeit von fünf Jahren, danach beginnen sie aber wieder leicht zu steigen.

Inversen Zinskurven wird an den Finanzmärkten große Aufmerksamkeit geschenkt, weil sie als Gegenteil des Normalzustands einen Hinweis auf wirtschaftliche Ausnahmesituationen geben können. Allerdings muss einer solchen Konstellation nicht zwingend eine Rezession folgen, wie die Erfahrungen in den USA belegen. Zudem weisen Fachleute darauf hin, dass von einem Rezessionssignal erst gesprochen werden sollte, wenn die Zinskurve einige Zeit invers ist. Hinzu kommt, dass die Geldpolitik in vielen Ländern derzeit extrem locker ist, was die Aussagekraft der Zinsstrukturkurve beeinträchtigen könnte.

/bgf/jsl/fba

FRANKFURT (dpa-AFX)

Bildquellen: In Green / Shutterstock.com, Chris Loneragan / Shutterstock.com

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