13.08.2022 10:08

Großbritannien-Bonds im Blick: Kampf gegen die Teuerung

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UK-Anleihe: Die britische Notenbank erhöht die Zinsen und stärkt das Pfund. Ein bis zum Jahr 2023 laufender Bond eignet sich zur Beimischung
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von Jörg Billina, Euro am Sonntag

Wer macht das Rennen - Außenministerin Liz Truss oder der Ex-Schatzkanzler Rishi Sunak? Im September wählen die Mitglieder der Conservative Party ihren neuen Vorsitzenden. Sie entscheiden damit auch, wer Großbritannien regiert. Die künftige Nummer 1 und ihr Kabinett übernehmen Verantwortung in ökonomisch herausfordernden Zeiten. Im kommenden Jahr wird die wirtschaftliche Gesamtleistung einer jüngst nach unten korrigierten Prognose des Internationalen Währungsfonds (IWF) zufolge um gerade mal 0,5 Prozent zulegen - das ist der schwächste Zuwachs innerhalb der G7-Staatengruppe.

Die in den Umfragen aktuell vorn liegende Truss will unmittelbar nach Amtsantritt mit kräftigen Steuersenkungen das Wachstum ankurbeln. Sunak dagegen plädiert für eine mehr auf Solidität angelegte Finanzpolitik und peilt eine Reduzierung der Einkommensteuer von 20 auf 16 Prozent innerhalb der nächsten sieben Jahre an. Fraglich, ob insbesondere die Truss-Vorschläge geeignet sind, das derzeit drängendste Problem in den Griff zu bekommen, oder ob sie es noch verschärfen.

Hungern oder frieren

Der IWF-Ökonom Pierre-Olivier Gourinchas nennt die hartnäckig hohen Inflationswerte als den entscheidenden Grund für die wirtschaftliche Flaute im Vereinigten Königreich. Im Juni lag die Teuerungsrate bei 9,4 Prozent - der höchste Wert seit über 40 Jahren. Es droht schlimmer zu werden. Ende August wird die britische Regulierungsbehörde Ofgem (Office of Gas and Electricity Markets) die Obergrenze für Energierechnungen neu festlegen. Experten gehen von einer Erhöhung um 65 Prozent aus. Die Inflationsrate droht dann auf über zehn Prozent zu steigen. Da auch die Lebensmittelpreise stark gestiegen sind, werden sich "im Winter viele Haushalte die Frage stellen müssen, ob sie lieber hungern oder frieren wollen", schreibt die Tageszeitung "The Guardian".

Die britische Notenbank müsse daher der Inflationsbekämpfung höchste Priorität einräumen, auch wenn dies vorübergehend zulasten des Wachstums gehe, mahnt IWF-Ökonom Gourinchas. Bislang ist die Bank of England (BoE) der Aufforderung nachgekommen. Seit Dezember hat sie den Leitzins bereits mehrmals erhöht. Für vergangenen Donnerstag (nach Redaktionsschluss) hatte BoE-Gouverneur Andrew Bailey eine Erhöhung um 0,5 Prozentpunkte signalisiert.

Das britische Pfund sollte dadurch im Vergleich zur Gemeinschaftswährung stärker werden. Anleger, die von der Devisenentwicklung profitieren wollen, können dies mit der bis zum Jahr 2023 laufenden Staatsanleihe. Das Papier weist einen Renditeaufschlag von 1,3 Prozentpunkten gegenüber der entsprechenden Bundesanleihe auf. Investoren, die den Bond bis Ende der Laufzeit halten, müssen sich wegen möglicher zwischenzeitlicher Kursverluste keine Sorgen machen.

UK Treasury 2023: Der Bond wirft mehr ab als die entsprechende Bundesanleihe. Währungsgewinne sind drin.









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Bildquellen: tezzstock / Shutterstock.com, cowardlion / Shutterstock.com
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