Bekämpfung von Geldwäsche

Hongkong kündigt Regulierung aller Kryptoplattformen an

13.11.20 21:03 Uhr

Hongkong kündigt Regulierung aller Kryptoplattformen an | finanzen.net

In den wichtigen Kryptomarkt Hongkongs kommt Bewegung. So kündigte die dortige Aufsichtsbehörde SFC an, Plattformbetreiber künftig zu regulieren.

Werte in diesem Artikel
Devisen

76.213,5703 CHF -574,8700 CHF -0,75%

81.822,7846 EUR -507,1398 EUR -0,62%

70.902,7386 GBP -524,6678 GBP -0,73%

15.006.987,0242 JPY -152.263,1758 JPY -1,00%

94.875,2467 USD -702,1881 USD -0,73%

2.628,1914 CHF -37,5160 CHF -1,41%

2.821,6227 EUR -36,4571 EUR -1,28%

2.445,0497 GBP -34,5496 GBP -1,39%

517.509,3340 JPY -8.743,3825 JPY -1,66%

3.271,7311 USD -46,2355 USD -1,39%

1,6429 CHF -0,0266 CHF -1,60%

1,7638 EUR -0,0262 EUR -1,46%

1,5284 GBP -0,0246 GBP -1,58%

323,4947 JPY -6,0936 JPY -1,85%

2,0452 USD -0,0329 USD -1,58%

87,0394 USD 6,3057 USD 7,81%

481,5282 CHF 6,0918 CHF 1,28%

516,9680 EUR 7,2215 EUR 1,42%

447,9736 GBP 5,7301 GBP 1,30%

94.816,2873 JPY 957,6400 JPY 1,02%

599,4354 USD 7,6667 USD 1,30%

59,5594 CHF 1,5542 CHF 2,68%

63,9429 EUR 1,7517 EUR 2,82%

55,4091 GBP 1,4536 GBP 2,69%

• Auf freiwillige Regulierung folgt verpflichtende Lienzierung
• Anlegerschutz und Geldwäschebekämpfung sollen verbessert werden
• Verschiedene Skandale haben jüngst die Kryptobranche erschüttert

Hongkong ist ohne Frage für Kryptobörsenbetreiber ein wichtiges Finanzzentrum. So befinden sich Kryptogrößen wie BitMEX, OKEx und Huobi neben vielen weiteren Digitalbörsen in der Sonderverwaltungszone Chinas. Während in anderen Finanzhubs wie Singapur oder Japan schon seitens der dortigen Aufsichtsbehörden Regulierungen des Markts für digitale Währungen vorgenommen wurden, verfolgte Hongkong bisher einen sogenannten "Opt-in"-Ansatz, was bedeutet, dass eine Regulierung auf freiwilliger Basis erfolgt.

Damit soll es nun aber vorbei sein, wie die Nachrichtenagentur Reuters jüngst informierte. Schon im letzten Jahr hatte Hongkongs Securities and Futures Commission (SFC) beschlossen, all diejenigen Krypto-Plattformen zu regulieren, die mehr als ein offiziell als Wertpapier oder Future anerkanntes Asset zum Handel anboten. Andere Kryptobörsen, die keine Wertpapiere handelten, waren allerdings nicht mit eingeschlossen.

Sie möchten in Kryptowährungen investieren? Unsere Ratgeber erklären, wie es innerhalb von 15 Minuten geht:
» Bitcoin kaufen, Ripple kaufen, IOTA kaufen, Litecoin kaufen, Ethereum kaufen, Monero kaufen.

Wie sich SFC-CEO Ashley Alder nun in einer Rede während der FinTech Week äußerte, habe dieser Ansatz jedoch erheblichen Einschränkungen unterlegen, "da unter dem aktuellen Regulierungsrahmen ein Plattformbetreiber, der entschlossen ist unreguliert zu agieren, dies leicht bewerkstelligen konnte, indem er sicherstellte, dass die gehandelten Krypto-Assets nicht der gesetzlichen Definition eines Vermögenswertes entsprechen".

Um diese Regulierungslücke nun zu schließen, schlägt Alder eine neue Lizenzierungsregelung vor. Diese besagt, dass alle in Hongkong tätigen Krypto-Börsen fortan eine Lizenz der SFC beantragen müssen, wenn sie in der Sonderverwaltungszone weiterhin ihre Dienste anbieten wollen. Hintergrund sind auch die Bemühung der Honkonger Regierung zur Bekämpfung von Geldwäsche.

Darüber hinaus dürften auch verschiedene Skandale in der Kryptobranche zu dem Strategiewechsel der SFC beigetragen haben. So befindet sich die Digitalbörse BitMEX seit Anfang Oktober in einem Rechtsstreit mit dem US-Justizministerium sowie der US Commodity Futures Trading Commission. Sie klagten die Gründer Arthur Hayes, Ben Dalo und Samuel Reed an, gegen Anti-Geldwäsche-Bestimmungen zu verstoßen sowie es versäumt zu haben, ein notwendiges Kundeninformationsprogramm durchzusetzen. Alle drei BitMEX-Führungskräfte sind mittlerweile nicht mehr für die Kryptobörse tätig.

Auch der OKEx-Gründer Mingxing Xu, auch als Star Xu bekannt, soll Medienberichten zufolge von der chinesischen Polizei verhört worden sein. Im Zuge dessen hatte die Handelsplattform entschieden, ihre Krypto-Auszahlungen vorübergehend auszusetzen. Bislang wurden diese noch nicht wieder aufgenommen. Dennoch dementierte die Kryptobörse jüngst Gerüchte um ein Ermittlungsverfahren gegen Xu: "Die Behauptung, dass eine Person, die mit der OKEx in Verbindung steht, in Untersuchungshaft sitzt, wurde widerlegt. Wir können bestätigen, dass dies ein Gerücht ist", heißt es in einer Mitteilung des Unternehmens. Darüber hinaus versicherte die Plattform ihren Kunden, dass "100 % ihrer Gelder wieder ausgezahlt werden können, sobald wir den Auszahlungsstopp aufheben. Unser Geschäft läuft stabil und normal".

Das könnte Sie auch interessieren: JETZT NEU - Bitcoin & Co. über die finanzen.net App handeln - oder für Profis über die Börse Stuttgart Digital Exchange

Ganz ähnliche Gerüchte um eine Festnahme des Huobi-COO Zhu Jiawei sorgten vor Kurzem ebenfalls für Unruhe unter Krypto-Fans. Allerdings dementierte die Krypto-Börse diese Spekulationen via Twitter ebenfalls und versicherte, dass das Huobi-Geschäft ganz normal weiter laufe.

Es zeigt sich, dass in der noch neuen Branche rund um Cyberdevisen nach wie vor viel Unruhe herrscht. Eine stärkere Regulierung seitens der offiziellen Behörden könnte hier dabei helfen, den Anlegerschutz zu verbessern und auch die Herausforderung der Bekämpfung von Geldwäsche konzertiert anzugehen. Dies dürfte auch bei einer zunehmenden Adaption von Kryptowährungen helfen und die schwarzen Schafe eliminieren, die zu dem oftmals noch dubiosen Ruf von Digitalwährungen Ruf, beitragen.

Redaktion finanzen.net

Bildquellen: TierneyMJ / Shutterstock.com, Wit Olszewski / Shutterstock.com