06.12.2017 09:25

Brokerage-Milliardär warnt: Bitcoin-Futures könnten einen Kollaps ähnlich dem der Lehman Brothers verursachen

Bitcoin-Futures: Brokerage-Milliardär warnt: Bitcoin-Futures könnten einen Kollaps ähnlich dem der Lehman Brothers verursachen | Nachricht | finanzen.net
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Der Bitcoin-Hype setzt seinen Weg unbeirrt fort. In Folge der Nachricht, dass es ab dem 10. Dezember einen Futures-Markt für Kryptowährungen geben wird, sind die Bitcoin-Preise in der letzten Woche auf ein neues Hoch gestiegen. Doch nicht jeder steht dieser Entscheidung der US-Regulierungsbehörde CFTC optimistisch gegenüber.
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Peterffy befürchtet Krise

Aus Sicht des Milliardärs Thomas Peterffy, CEO des Brokerage-Giganten Interactive Brokers, besteht eine geringe, aber sehr reale Chance, dass der Futures-Markt für die volatile Kryptowährung das Finanzsystem in eine Krise stürzen und ähnliche Zustände wie im Jahr 2008 auslösen könnte. Damals musste die US-amerikanische Investmentbank Lehman Brothers infolge einer umfassenden Finanzkrise Insolvenz beantragen. Nun stellt sich die Frage: Könnte Bitcoin etwas Ähnliches auslösen?

Im Hinblick auf diese negativen Erinnerungen berichtete Peterffy der Fortune, einem amerikanischen Wirtschaftsmagazin, von einem Brief an den Vorsitzenden der Rohstoffregulierungsbehörde, in dem er seine Bedenken äußerte. Die Agentur könne jedoch nichts tun, um die Einführung neuer Bitcoin-Produkte zu verlangsamen.

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Situation deutet auf Untergang wie dem der Lehman Brothers hin

Peterffy, einer der reichsten Männer der Welt, glaubt, dass eine ähnliche Kettenreaktion wie im Jahr 2008 aus dem Bitcoin-Futures-Markt entstehen könnte. Er befürchtet, dass Anleger sich verspekulieren könnten, da Bitcoin in letzter Zeit jedes beliebige Preisniveau erreicht habe, und in Folge dessen ihren Verpflichtungen gegenüber den Clearingorganisationen nicht mehr nachkommen könnten. Während größere Clearinggesellschaften dieses Risiko laut Peterffy tragen könnten, wären kleinere Gesellschaften seiner Meinung nach möglicherweise nicht mehr dazu imstande. Im schlimmsten Fall würden sie dabei ihre Liquidität gefährden.

Peterffy: "Das Problem ist, dass sie Bitcoin in den gleichen Korb legen wie US-Staatsanleihen, Aktienindex-Futures und all die wirklich ernsten Produkte."

Laut Peterffy ist eine Bitcoin-bedingte Liquiditätskrise bei kleineren Clearinggesellschaften nicht sehr wahrscheinlich. Sollte es aber doch zu einer solchen Krise kommen, warnt er, würde diese das restliche Finanzsystem umgehend anstecken.

Peterffy: "Meine Angst in dem unwahrscheinlichen Fall, dass so etwas passiert, ist, dass es ähnliche Ausmaße wie bei den Lehman Brothers haben wird."

Mark Zurack, Finanzprofessor an der Columbia University, nimmt Peterffys Bedenken ernst, glaubt allerdings nicht, dass solch eine Krise eintreten wird. Er macht sich währenddessen Sorgen um die Volatilität von Bitcoin, vor allem wegen der Tatsache, dass die Kryptowährung mit keinem echten, physischen Vermögen verbunden ist.

Zurack: "Nehmen wir an, Bitcoin stürzt ab und sinkt an einem Tag um 75 Prozent. Das ist durchaus möglich. Das Schwierige an Bitcoin-Futures ist, dass es keinen echten Bitcoin gibt, der sich bewegt, um die Zukunft zu regeln."

Den Verantwortlichen sind die Hände gebunden

Peterffy sieht den Vorstoß, Bitcoin-Futures einzuführen, der von den Börsen vorangetrieben wird, als kritisch an. Die Börsen seien bestrebt, einen First-Mover-Vorteil in einem Markt zu erhalten, der sehr profitabel scheine. Seiner Meinung nach haben es CME und CBOE eilig, sich zuerst selbst bei der Derivateaufsicht CFTC zertifizieren zu lassen, ohne sich dabei auf ein schlimmeres Szenario vorzubereiten. Nach CFTC-Regeln können Börsen neue Finanzprodukte - einschließlich Futures - einführen, sofern sie gewissen Grundsätzen entsprechen, die von der Aufsichtsbehörde veröffentlicht werden.

Laut Peterffy hätte CFTC die Selbstzertifizierung von CME und CBOE nicht ohne weiteres zulassen dürfen. Ein Sprecher der CFTC reagierte darauf mit dem Hinweis auf ein Informationsblatt, das kürzlich von der Fortune veröffentlicht wurde. Darin heißt es, das potentielle Ausfallrisiko der Futures sei bewertet worden, mögliche Auswirkungen seien nicht signifikant. Die Mitarbeiter würden potentielle Risiken weiterhin genau bewachen und mit den Börsen zusammenarbeiten.

Eine mit der Agentur vertraute Person teilte der Fortune mit, dass die CFTC in regelmäßigem Kontakt mit CME und CBOE stehe und sie darüber berate, dass Futures den Prinzipien entsprechen. Diese Person glaubt außerdem, dass der Bitcoin-Futures-Markt zu klein sei, um ein relevantes Risiko für das Finanzsystem darzustellen.

Am 18. Dezember werden die ersten Bitcoin-Futures an der CME, der weltweit größten Börse für Terminkontrakte, angeboten.

Redaktion finanzen.net

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Bildquellen: Morn91 / Shutterstock.com, Tomas Daliman / Shutterstock.com

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