Bodenbildung & hin zu Gold

"Es fühlt sich an wie eine Kapitulation": Werden sich Bitcoin, Ethereum & Co. nach dem Crash wieder erholen?

21.05.21 23:38 Uhr

"Es fühlt sich an wie eine Kapitulation": Werden sich Bitcoin, Ethereum & Co. nach dem Crash wieder erholen? | finanzen.net

Zur Wochenmitte kam es bei den digitalen Währungen auf breiter Front zum Abverkauf - insbesondere Bitcoin und Ethereum hatten massive Kurseinbrüche zu verkraften. Kapitulieren die Kryptowährungen nun oder können sie sich zeitnah wieder erholen?

Werte in diesem Artikel
Rohstoffe

4.880,34 USD 116,83 USD 2,45%

Devisen

70.071,4846 CHF 334,5535 CHF 0,48%

75.552,0003 EUR 241,4322 EUR 0,32%

65.993,8339 GBP 279,5742 GBP 0,43%

14.004.679,5841 JPY 39.274,2920 JPY 0,28%

88.715,9372 USD 387,1137 USD 0,44%

2.314,2330 CHF -2,7781 CHF -0,12%

2.496,2687 EUR -5,9265 EUR -0,24%

2.181,0406 GBP -2,3171 GBP -0,11%

462.445,3520 JPY -1.555,5394 JPY -0,34%

2.928,7860 USD -5,9411 USD -0,20%

1,4955 CHF 0,0049 CHF 0,33%

1,6125 EUR 0,0028 EUR 0,17%

1,4085 GBP 0,0039 GBP 0,28%

298,8920 JPY 0,3974 JPY 0,13%

1,8934 USD 0,0055 USD 0,29%

0,0969 CHF -0,0004 CHF -0,42%

0,1045 EUR -0,0006 EUR -0,58%

0,0912 GBP -0,0004 GBP -0,48%

19,3634 JPY -0,1210 JPY -0,62%

0,1227 USD -0,0006 USD -0,47%

0,2798 CHF 0,0030 CHF 1,09%

0,3018 EUR 0,0029 EUR 0,97%

0,2637 GBP 0,0029 GBP 1,10%

55,9116 JPY 0,4826 JPY 0,87%

• Bitcoin und Ethereum im freien Fall
• Kritische Aussagen belasten Kryptobranche
• Bodenbildung in Sicht?

Der Kryptowährungsmarkt ist am Mittwoch drastisch eingebrochen, nachdem es für die nach Marktkapitalisierung nach wie vor größte Cyberdevise Bitcoin zuletzt erstmals über die Marke von 60.000 US-Dollar gegangen war und auch Ethereum & Co. rasant angestiegen waren. Doch im Mittwochshandel folgte dann der Rücksetzer. Grund waren Aussagen Chinas, die Verwendung von Kryptowährungen für Zahlungszwecke zu untersagen. Denn bei digitalen Währungen handele es sich nicht um echte Währungen, wie die chinesische Notenbank erklärte. Darüber hinaus sei es Finanz- und Zahlungsdienstleistern nicht gestattet, Produkte oder Dienstleistungen in Digitalwährungen auszuzeichnen, berichtet die Deutsche Presse-Agentur.

Sie möchten in Kryptowährungen investieren? Unsere Ratgeber erklären, wie es innerhalb von 15 Minuten geht:
» Bitcoin kaufen, Ripple kaufen, IOTA kaufen, Litecoin kaufen, Ethereum kaufen, Monero kaufen.

Massive Kursrücksetzer bei Bitcoin, Ethereum & Co.

Daraufhin gaben Bitcoin, Ether und weitere digitale Währungen massiv im Kurs nach. Noch Mitte April war der Bitcoin auf ein neues Rekordhoch bei 64.748,91 US-Dollar geklettert, in den vergangenen Tagen musste der Coin allerdings wieder etwas an Wert einbüßen, bevor er im Mittwochshandel dann sogar unter die 40.000 US-Dollar-Marke fiel. Auf der Handelsplattform Bitstamp ging es für den Bitcoin zeitweise um rund 25 Prozent nach unten bis auf knapp über 30.000 US-Dollar. Im Tagesverlauf erholte er sich wieder etwas und überstieg damit auch wieder 37.000 US-Dollar. Gegenüber dem Vortag blieb noch ein Abschlag von über 13 Prozent an der Kurstafel stehen.
Auch Ether litt unter den kritischen Aussagen. Die zweitgrößte Kryptowährung rauschte zeitweise um etwa 40 Prozent in die Tiefe bis auf knapp 2.000 US-Dollar. Im Verlauf erholte sie sich wieder auf rund 2.500 US-Dollar, von dem Rekordhoch vor wenigen Tagen bei etwas über 4.300 US-Dollar ist sie damit jedoch weit entfernt.

"Es fühlt sich heute Morgen an wie eine Kapitulation"

Katie Stockton, Gründerin und geschäftsführende Gesellschafterin von Fairlead Strategies, sprach von einer der schlimmsten Verkaufsstrecken der Kryptos seit März 2020, wie MarketWatch berichtet. Die nächste Unterstützung für den Bitcoin, der um rund 40 Prozent unter sein Allzeithoch aus April gefallen ist, dürfte nun bei etwa 34.000 US-Dollar liegen, schätzt die Expertin. "Es fühlt sich heute Morgen an wie eine Kapitulation", kommentierte Mike Novogratz, CEO von Galaxy Digital, den Abverkauf in CNBCs "Squawk Box". Er befürchtet, dass es nun eine Weile dauern dürfte, bis sich der Bitcoin wieder erholt hat: "Humpty Dumpty lässt sich nicht in zwei Tagen wieder zusammensetzen ... wenn er zusammenbricht. Es wird eine Weile dauern. Der Markt wird sich konsolidieren. Er wird irgendwo einen Boden finden. Ich hoffe, dass es in der Nähe ist", erklärte Novogratz und deutete an, dass sich dieser im Bereich zwischen 36.000 und 38.000 US-Dollar befinden könnte. "Die Geschichte ist noch nicht vorbei. Diese Krypto-Revolution hat stattgefunden, aber das sind sicherlich Rückschläge für die Wallets und für die Investorenbasis. Die Leute haben eine Menge Geld verloren, also werden sie sich wieder aufrappeln," fügte Novogratz hinzu. Der Experte bleibt also weiterhin optimistisch: "Ich sehe einfach eine unaufhaltsame Bewegung von Finanzinstituten und Tech-Unternehmen in den Kryptoraum".

Starke Kursbewegungen bei Bitcoin & Co. Normalität?

Zugleich merkten Analysten der Bespoke Investment Group jedoch auch an, dass ein 40-prozentiger Rutsch in der Kryptobranche ziemlich banal sei: "Das ist steil, egal wie Sie es betrachten, aber würden Sie glauben, dass in den letzten 10 Jahren der durchschnittliche Rückgang des Bitcoin von seinem Rekordhoch an jedem beliebigen Tag nahe 50 % lag, und dass er in 69 % aller Handelstage in diesem Zeitraum mehr als 40 % unter seinem Rekordhoch stand". Bitcoin, Ethereum und Co. sind bekannt für volatile Verläufe. Der jüngste Kursrutsch sei zudem nicht auf ein spezielles Ereignis zurückzuführen, heißt es bei MarketWatch weiter. Neben Aussagen Chinas hätten auch Tweets von Tesla-Chef Elon Musk, der die schlechte Umweltbilanz des Bitcoin kritisierte, dazu beigetragen. Im Großen und Ganzen sei der Verfall am Kryptomarkt demnach auf "Angst, Unsicherheit und Zweifel" zurückzuführen. Gleichzeitig sei nun eine Verlagerung der Aufmerksamkeit hin zu anderen Anlageprodukten zu beobachten, wie MarketWatch die Meinung von JPMorgan-Analysten wiedergibt: "Institutionelle Investoren scheinen sich von Bitcoin weg und zurück in traditionelles Gold zu bewegen". Auch zumal wachsende Inflationssorgen die Nachfrage nach der Krisenwährung Gold verstärken.

Eine Vielzahl von Experten geht jedoch davon aus, dass sich die Preise der Kryptowährungen wieder erholen werden: "Korrekturen auf dem Kryptowährungsmarkt sind ein häufiges Phänomen. Es bedeutet jedoch nicht, dass ein Bärenmarkt im Gange ist", erklärte Konstantin Boyko-Romanovsky, CEO und Gründer von Allnodes, wie MarketWatch berichtet.

Im Donnerstagshandel konnten sich Bitcoin und Ether bereits wieder etwas von ihrem jüngsten Sturz erholen.

Redaktion finanzen.net

Bildquellen: Grindi / Shutterstock.com, Wit Olszewski / Shutterstock.com