Energiebedarf im Vergleich

Kryptowährungen: Klimasünder Bitcoin oder Bargeld?

04.09.23 06:15 Uhr

Kryptowährungen im Vergleich: Sind Bitcoin und Co. Klimasuender? | finanzen.net

Spätestens seit Tesla-Chef Elon Musk öffentlich bekanntgab, seine E-Autofirma würde keine Bitcoin-Zahlungen mehr ermöglichen, solange die Technologie so umweltschädlich sei, ist die Frage nach dem Stromverbrauch der Kryptowährung in aller Munde. Doch was ist nun tatsächlich schlechter für die Umwelt - Bitcoin oder Bargeld?

Werte in diesem Artikel
Devisen

38.459,9197 CHF 218,8150 CHF 0,57%

40.820,9085 EUR 206,8923 EUR 0,51%

34.994,7746 GBP 171,6228 GBP 0,49%

6.424.890,5757 JPY -10.238,7889 JPY -0,16%

43.948,2672 USD 220,8596 USD 0,51%

216,7569 CHF 2,5845 CHF 1,21%

230,0632 EUR 2,6012 EUR 1,14%

197,2276 GBP 2,1978 GBP 1,13%

36.210,1459 JPY 169,6873 JPY 0,47%

247,6888 USD 2,7899 USD 1,14%

45,9394 CHF 0,4351 CHF 0,96%

48,7595 EUR 0,4316 EUR 0,89%

41,8003 GBP 0,3632 GBP 0,88%

7.674,3617 JPY 16,9970 JPY 0,22%

52,4950 USD 0,4624 USD 0,89%

16,4018 USD -0,1802 USD -1,09%

16,0996 CHF -0,0133 CHF -0,08%

14,1249 EUR -0,0015 EUR -0,01%

12,3499 GBP -0,0530 GBP -0,43%

1.833,7203 JPY -3,6182 JPY -0,20%

16,2341 USD 0,0000 USD 0,00%

0,0046 BCH -0,0001 BCH -1,19%

0,0218 BSV -0,0002 BSV -0,95%

0,0000 BTC -0,0000 BTC -0,57%

• Kryptowährungen mit hohem Energiebedarf
• Diffuse Studienlage zu konkreten Daten
• Niederländische Zentralbank lässt Bargeld-Klimaauswirkungen untersuchen

Kryptowährungen und das Klima: Immer wieder stehen Digitalwährungen in der Kritik, eine schlechte Umweltbilanz aufzuweisen. Dass dem so ist, liegt in der Konzeption der Cyberdevisen. Denn um die Blöcke der den Kryptowährungen zugrundeliegenden Blockchain-Technologie schürfen zu können, ist viel Rechenleistung nötig - und das frisst ordentlich Strom. Doch nicht nur das Minen an sich ist energieintensiv, auch jede einzelne Transaktion mit einer Internetwährung verbraucht viel Energie. Darüber hinaus sind für das professionelle Schürfen mittlerweile Spezialrechner vonnöten, die einzig zu diesem Zweck geschaffen werden. Es hat sich dementsprechend schon eine ganz eigene Mining-Industrie entwickelt, die ihren eigenen Kreislauf von Elektroprodukten besitzt.

Werbung
Bitcoin Cash und andere Kryptos via CFD handeln (auch mit Hebel)

Bei Plus500 können Sie auf steigende wie fallende Krypto-Kurse setzen - auch mit Hebel. Testen Sie jetzt den kostenlosen Demo-Account!

Plus500: Beachten Sie bitte die Hinweise5 zu dieser Werbung.

Doch neben dem hohen Stromverbrauch und der eigenen Elektroproduktion fällt bezüglich der Klimabilanz besonders ins Gewicht, dass der besagte Strom eben nicht aus erneuerbaren Energien erzeugt, sondern stattdessen mithilfe fossiler Brennstoffe geschaffen wird. Wie Block Builders mit Bezug auf eine Studie von Mai 2021 schreibt, wären zu dem Zeitpunkt 65,08 Prozent der monatlichen Bitcoin-Hashrate in China erreicht worden, wo insbesondere günstiger Kohlestrom für die Energieversorgung genutzt wird - zulasten des Klimas. Mittlerweile hat sich die Hashrate im Zuge des Verbots des Bitcoin-Minings in China jedoch verringert.

Unklarheit über konkrete Daten zum Bitcoin-Energieverbrauch

Wie groß genau der Stromverbrauch durch das Bitcoin-Netzwerk jedoch tatsächlich ist, dazu herrscht aktuell eine etwas diffuse Studienlage. So hat Alex de Vries von der Erasmus Universität Rotterdam berechnet, dass die Ur-Cyberdevise jährlich einen Energieverbrauch von 124,12 TWh besitzt. Der jährliche CO2-Fußabdruck beträgt 58,96 Mt. Darüber hinaus würden pro Jahr 15,15 Kilotonnen Elektroschrott produziert. Die Universität Cambridge hingegen hat ermittelt, dass der jährliche Bitcoin-Stromverbrauch rund 143,67 Terawattstunden beträgt, wie Block Builders schreibt. Analyst Dan Hold von ARK Invest hingegen hat ausgerechnet, dass das Bitcoin-Mining jährlich 50,8 Terawattstunden an Energie verbrauche. Die unterschiedlichen Zahlen kommen zustande, da eben keine verlässlichen Daten dazu bestehen, wo genau die Bitcoin-Miner tatsächlich sitzen und wie groß der Anteil an erneuerbaren Energien in ihrem Strommix wirklich ist. Es handelt sich also in jedem Fall lediglich um Schätzungen.

Niederländische Zentralbank will es genau wissen

Wenn also Kryptowährungen vermeintlich schädlich für die Umwelt sind, stellt sich die Frage, wie es um konventionelle Zahlungsmethoden bestellt ist und ob diese tatsächlich so viel umweltfreundlicher sind. Das wollte auch die Niederländische Zentralbank herausfinden und hat zu diesem Zweck eine Studie zu dem Lebenszyklus von Bargeld in Auftrag gegeben, die die Auswirkungen des Niederländischen Zahlungssystem mit Bargeld auf die Umwelt und das Klima untersuchen sollte. Dabei wurde der gesamte Lebenszyklus von Geldmünzen sowie -noten in die Betrachtung mit einbezogen, also von der Herstellung von Papier, Folie, etc, über das Bedrucken, Transportieren und Nutzen im Alltag bis hin zum Vernichten. Dies wurde dann zwar nicht mit dem Bitcoin, jedoch mit der Nutzung von Kreditkarten verglichen. Ausgerechnet wurde all dies für das Jahr 2015.

Dabei kam das Forschungsteam zu dem Ergebnis, dass das niederländische Zahlungssystem mit Bargeld das Klima jährlich mit 17 Millionen kg CO2-Äquivalenten (CO2e) belasten würde. Auf eine Bargeld-Transaktion heruntergebrochen würde dies 4,6g CO2e bedeuten. Laut dem Krypto-Blog von Alex de Vries, Digiconomist, entspricht eine Bitcoin-Transaktion einem Kohlenstoff-Fußabdruck von 717,54 kg CO2 und ist damit um ein Vielfaches höher. Natürlich ist der Energieverbrauch des niederländischen Bargeldsystem nicht direkt mit dem geschätzten Energiebedarf der Bitcoin-Industrie weltweit vergleichbar. Wie das Nachrichtenportal Basic Thinking schreibt, dient die Rechnung jedoch zur Veranschaulichung zur Frage, was umweltschädlicher sei, Bargeld oder Bitcoin.

Cyberdevisen müssen nicht für immer umweltschädlich bleiben

Auch ist zu sehen, dass es einige Krypto-Anbieter gibt, die schon jetzt auf umweltfreundlichere Methoden setzen, um Kryptowährungen zu generieren. So berichtet Block Builders über das Krypto-Unternehmen Genesis Mining, das die beim Schürfen von Cyberdevisen entstehende Wärme nutzt, um Gewächshäuser damit zu beheizen. Dass Kryptowährungen aktuell noch einen hohen Energiebedarf und großen CO2-Fußabdruck haben, bedeutet nicht, dass es immer so bleiben muss.

Redaktion finanzen.net

Bildquellen: Useacoin / Shutterstock.com, 3Dsculptor / Shutterstock.com