20.05.2022 22:19

Zurückgehendes Transaktionsvolumen: Ist der NFT-Boom schon vorbei?

Ernüchternde Statistik: Zurückgehendes Transaktionsvolumen: Ist der NFT-Boom schon vorbei? | Nachricht | finanzen.net
Ernüchternde Statistik
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2021 war das Jahr des Durchbruches für NFTs. Innerhalb weniger Monate wurden die zuvor als Nerd-Spielzeuge betrachteten digitalen Tokens zu einer ernst zu nehmenden Anlageklasse. Der Wert vieler Blockchain-Kunstwerke stieg rasant an. Doch ein jüngst veröffentlichter Bericht von "Chainalysis" zeigt, dass sich der NFT-Boom zumindest vorübergehend abgekühlt hat.
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• NFT-Handelsvolumen ging im ersten Quartal 2022 zurück
• Die Nutzeranzahl war hingegen wohl nicht rückläufig
• Lateinamerika und Nordamerika sind die wichtigsten Weltregionen für NFTs

Sinkendes Transaktionsvolumen, geringerer Web-Traffic, reduzierte Öffentlichkeitswirksamkeit - auch die NFT-Industrie bleibt von dem jüngsten Abschwung an den internationalen Kapitalmärkten nicht verschont. Ebenso wie für die Kryptowährungen verliefen die ersten Monate des Jahres 2022 für die NFTs enttäuschend. Was genau fand der Lagebericht von "Chainalysis" heraus?

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Makroökonomische Bedingungen laufen derzeit gegen die polarisierenden NFTs

NFTs sind extrem polarisierende Vermögenswerte: Krypto-Fans sind begeistert von den tokenisierten Darstellungen, die in einer Blockchain gespeichert sind. Skeptiker halten NFTs hingegen für eine erratische Spekulationsblase, deren Schneeballsystem schon bald wie ein Kartenhaus in sich zusammenfallen werde. Während beispielsweise Snoop Dog ein Riesenfan von NFTs ist und die Cardano-Blockchain zur Veröffentlichung tokenisierter Kunstwerke nutzt, hält Kanye West überhaupt nichts von diesen neuen Assets, wie "BTC-ECHO" berichtet.

Trotz der nicht zu überhörenden Kritik konnten NFTs 2021 durchstarten. In dem guten Börsenjahr mit einem sehr liquiden Geldangebot, niedrigen Zinsen und einem guten Sentiment besonders im Tech-Sektor konnten die neuartigen tokenisierten Gemälde gut gedeihen. Doch 2022 hat sich der Wind gedreht: Die hohe Inflationsrate, die die US-Notenbank mit energischen Leitzinsanhebungen lösen will, schadet vor allem den als riskant geltenden Anlageklassen wie spekulativen Tech-Highflyern, Kryptowährungen und eben auch NFTs.

Sinkendes Transaktionsvolumen

So nimmt es denn auch wenig wunder, dass das Handelsvolumen auf dem größten NFT-Marktplatz der Welt OpenSea um bis zu 70 Prozent eingebrochen sein soll, wie "BTC-ECHO" schreibt. Der Anfang Mai veröffentlichte NFT-Bericht vom Datenanalyseunternehmen "Chainalysis" bestätigt das abnehmende Interesse an NFTs. Besonders seit Mitte Februar sinkt die NFT-Transaktionsaktivität rapide.

Im September 2021 wurde das bisherige Rekordniveau von täglichen Transaktionen im Wert von beinahe vier Milliarden US-Dollar erreicht - im April stürzte diese wichtige Kennziffer zeitweise unter eine Milliarde US-Dollar ab. Gleichfalls verringerte sich das durchschnittliche Volumen pro Transaktion von knapp 2.300 US-Dollar (November 2021) auf zwischenzeitlich unter 500 US-Dollar im März.

NFT-Markt allgemein enorm volatil

Allerdings sind diese Statistiken mit Vorsicht zu genießen, hebt "BTC-ECHO" hervor. Die Volatilität des NFT-Marktes sei nämlich traditionell sehr hoch und sei täglichen Schwankungen unterworfen, die nicht zwangsläufig auf einen übergeordneten Trend hindeuten. So korrigierte das NFT-Handelsvolumen auch im September 2021 nach dem Höchststand von 4 Milliarden US-Dollar rasch auf nur noch 1,5 Milliarden US-Dollar. Von Einbrüchen des Handelsvolumens dürfte deshalb nicht direkt auf ein abnehmendes Interesse der Anleger geschlossen werden.

Transaktionsvolumen nahm im April wieder zu

Es sei somit deutlich verfrüht, bereits das Ende des NFT-Booms zu verkünden. Außerdem zeigen die Statistiken, dass das NFT-Handelsvolumen Anfang April wieder anstieg. "Chainalysis" schrieb hierzu im Bericht: "Der NFT-Markt begann sich jedoch Mitte April zu erholen und nähert sich nun dem wöchentlichen Volumen, das er zu Beginn des Jahres erreicht hatte, was wahrscheinlich auf den kürzlichen Start des Metaverse-Projekts von Bored Ape Yacht Club zurückzuführen ist."

Nutzerzahl wohl konstant

Darüber hinaus deutet auch die Anzahl aktiver Nutzer nicht auf einen NFT-Crash hin. Ende 2021 zählte "Chainalysis" etwa 625.000 einzigartige Adressen, die im Zusammenhang mit dem NFT-Handel standen. Anfang dieses Jahres soll die Anzahl dieser Adressen auf 950.000 angestiegen sein - ein Wachstum von mehr als 50 Prozent.

"Im zweiten Quartal 2022 (Stand: 1. Mai) haben 491.000 Adressen mit NFTs gehandelt, womit der NFT-Markt seinen vierteljährlichen Wachstumstrend bei der Zahl der Teilnehmer fortsetzt", schreibt das Analyseunternehmen in dem Bericht. Obgleich das Quartal noch längst nicht beendet ist, ist dieser Wert bereits deutlich höher als im ersten Quartal des Vorjahres, als nur wenige Tausende Adressen mit NFTs handelten. Während das Volumen somit empfindlich sank und sich auch der Web-Traffic verringert, scheint die Anzahl an NFT-Interessierten bis dato nicht rückläufig zu sein.

Lateinamerika als wichtigste NFT-Region

Interessante Resultate lieferte auch die Analyse über die geographische Verteilung des NFT-Handelsvolumens. Im Frühjahr 2022 wurden etwa 26 Prozent der NFTs in Lateinamerika gehandelt, die Region liegt damit noch vor Nordamerika, das mit circa 23 Prozent auf dem zweiten Rang folgt. Auf den weiteren Plätzen befinden sich in dieser Reihenfolge Westeuropa, Zentral- und Südasien, Ostasien, Osteuropa, der Nahe Osten und Osteuropa. Das Schlusslicht bildet Afrika, wo weniger als 5 Prozent der NFTs gehandelt wurden.

Den "Chainalysis"-Daten zufolge gibt es also keine Weltregion, die mehr als 30 Prozent des weltweiten NFT-Handels auf sich vereint - Beweis dafür, dass es sich bei den tokenisierten Bildern um ein globales Phänomen handelt. Lediglich auf dem afrikanischen Kontinent ist die Dynamik noch äußerst gering.

Insgesamt erscheine es übertrieben, den Abgesang auf NFTs anzustimmen, so "BTC-ECHO". Vielmehr weise das abnehmende Handelsvolumen darauf hin, dass nicht all das, wo "NFT" drauf steht, auch wirklich durch die Decke gehen wird. Die jüngste Flaute könnte folglich bewirken, dass sich im NFT-Bereich nachhaltig die "die Spreu vom Weizen trennt". Ein wichtiger Einflussfaktor für die Zukunft von NFTs ist dabei zweifelsohne die weitere Entwicklung des vermeintlichen Mega-Trends Metaverse.

Redaktion finanzen.net

Bildquellen: Sergei Elagin / Shutterstock.com, archy13 / Shutterstock.com
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