Rechtsgutachten

Kryptowährungen sind in Indonesien für Muslime "haram"

26.11.21 23:28 Uhr

Kryptowährungen sind in Indonesien für Muslime "haram" | finanzen.net

Eine der größten islamischen Organisationen Indonesiens kam zu dem Schluss, dass Kryptowährungen der Scharia zufolge als "haram" einzustufen sind - ein Urteil, das Folgen für Millionen Muslime des Landes haben könnte.

Werte in diesem Artikel
Devisen

76.387,8848 CHF 56,1092 CHF 0,07%

82.247,4045 EUR 311,8536 EUR 0,38%

71.098,1385 GBP 52,2237 GBP 0,07%

15.068.491,9392 JPY 24.382,0436 JPY 0,16%

95.168,4210 USD 69,9040 USD 0,07%

2.676,5628 CHF 22,1460 CHF 0,83%

2.881,8751 EUR 32,5886 EUR 1,14%

2.491,2148 GBP 20,6125 GBP 0,83%

527.986,4052 JPY 4.831,5755 JPY 0,92%

3.334,6159 USD 27,5908 USD 0,83%

0,1097 CHF -0,0009 CHF -0,79%

0,1181 EUR -0,0006 EUR -0,48%

0,1021 GBP -0,0008 GBP -0,79%

21,6450 JPY -0,1521 JPY -0,70%

0,1367 USD -0,0011 USD -0,79%

473,9532 CHF -2,6463 CHF -0,56%

510,3089 EUR -1,2793 EUR -0,25%

441,1327 GBP -2,4630 GBP -0,56%

93.493,3593 JPY -438,8807 JPY -0,47%

590,4782 USD -3,2969 USD -0,56%

76.213,1739 CHF 29,7794 CHF 0,04%

82.059,2919 EUR 283,0154 EUR 0,35%

70.935,5260 GBP 27,7172 GBP 0,04%

15.034.027,9644 JPY 19.162,2835 JPY 0,13%

• "Ost-Java-Niederlassung der Nahdlatul Ulama" sieht die Verwendung von Kryptowährungen als Transaktionsmittel als "haram" an
• Bekanntgabe könnte die Investitionsentscheidungen von etlichen Muslimen und lokalen Institutionen Indonesiens beeinflussen
• International herrscht Uneinigkeit über den Haram-Status von Kryptowährungen

Kryptowährungen seien nicht mit der islamischen Scharia vereinbar

Wie das indonesische Nachrichtenportal TEMPO.CO berichtet, gab die "Ost-Java-Niederlassung der Nahdlatul Ulama", eine der größten islamischen Organisationen Indonesiens, nach einer Diskussionsrunde (Bahtsul-Masails) am 24. Oktober bekannt, dass die Verwendung von Kryptowährungen als Transaktionsmittel als "haram" anzusehen ist. Haram bedeutet, dass es nach islamischem Recht verboten ist.

Als Begründung für das Urteil wird angeführt, dass die Verwendung von Kryptowährungen möglicherweise die Rechtmäßigkeit von Transaktionen aufheben könnte. Außerdem seien digitale Währungen auch ein potenzielles Instrument, um Betrug zu begehen. Aus Sicht der Scharia ginge deshalb von Kryptowährungen kein Nutzen aus, wie es in der Fiqh oder der islamischen Rechtsprechung erwähnt wird. "Die Teilnehmer des Bahtsul-Masails waren der Ansicht, dass Krypto unter der [islamischen Scharia] nicht legalisiert werden kann, auch wenn es bereits von der Regierung als Ware anerkannt wurde", zitiert TEMPO.CO Kiai Azizi Chasbullah, den Zertifizierer der Diskussionsrunde.

Die Tragweite des Urteils

Bei dem Urteil des Bahtsul-Masails handelt es sich um eine sogenannte Fatwa. Laut TEMPO.CO ist dies "ein unverbindliches Rechtsgutachten zu einem Punkt des islamischen Rechts, das von einem qualifizierten Juristen abgegeben wird". Direkte rechtliche Folgen für die Öffentlichkeit hat die Deklaration des Haram-Status somit erstmal nicht. Dennoch könnte die Bekanntgabe laut Bloomberg Muslime davon abhalten in die Vermögenswerte zu investieren. Darüber hinaus sei es auch möglich, dass lokale Institutionen künftig die Ausgabe von Krypto-Assets überdenken würden. So habe beispielsweise die Bank Indonesia über eine digitale Zentralbankwährung nachgedacht. Eine finale Entscheidung zu diesem Projekt wurde jedoch noch nicht bekannt gegeben.

Sie möchten in Kryptowährungen investieren? Unsere Ratgeber erklären, wie es innerhalb von 15 Minuten geht:
» Bitcoin kaufen, Ripple kaufen, IOTA kaufen, Litecoin kaufen, Ethereum kaufen, Monero kaufen.

Wie die Website BTC-Echo berichtet, boomt der Kryptomarkt in Indonesien derzeit. Im Mai dieses Jahres habe es rund 6,5 Millionen Kryptoinvestoren im Land gegeben. Dies seien 0,8 Millionen mehr als am nationalen Aktienmarkt, der Indonesia Stock Exchange. Ob sich dies nun nach dem Urteil des Bahtsul-Masails ändern wird, ist ungewiss.

Uneinigkeit bei der Auslegung des islamischen Rechts

Bei der Bewertung von Kryptowährungen aus Sicht des islamischen Rechts herrscht unter den Gelehrten längst keine Einigkeit. Während Vertreter aus Indonesien nun eine Unvereinbarkeit bescheinigt haben, sehen Expertenrunden aus anderen Ländern keine Probleme bei dem Handel mit Kryptowährungen. So habe laut BTC-Echo der Scharia Aufsichtsrat der nationalen Börsenaufsicht von Malaysia im Juli 2020 das Traden mit digitalen Assets abgesegnet. Auch die Vereinigten Arabischen Emirate und Bahrain unterstützen laut Bloomberg weiterhin den Krypto-Handel.

Redaktion finanzen.net

Bildquellen: REDPIXEL.PL / Shutterstock.com, AlekseyIvanov / Shutterstock.com