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03.11.2018 15:00
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Gewinner-Märkte: Wo Ihr Geld am besten aufgehoben ist

Euro am Sonntag-Fonds-Tipps: Gewinner-Märkte: Wo Ihr Geld am besten aufgehoben ist | Nachricht | finanzen.net
Euro am Sonntag-Fonds-Tipps
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Die Leitindizes der meisten Länder sind wie der DAX bisher 2018 im Minus, einige Barometer weisen aber ein Plus aus. Ein Blick auf fünf dieser Märkte, ihre Entwicklung und Aussichten.
€uro am Sonntag
von E. Eder und T. Strohm, Euro am Sonntag

Rote Zahlen, so weit das Auge reicht. Wer dieser Tage beim Datendienstleister Bloomberg einen Blick auf die Entwicklung der Aktienindizes seit Jahresanfang wirft, muss eine Weile suchen, um ein paar grüne Fleckchen zu entdecken und einige Länder zu finden, deren Märkte für die vergangenen knapp zehn Monate ein Plus vorweisen können. Der DAX etwa steht Mitte der Woche rund 13 Prozent tiefer als Anfang Januar, während der US-Index S & P 500 inklusive Dividenden in Euro gerechnet fast neun Prozent zugelegt hat.


Der Industrieländerindex MSCI World ist wegen des hohen US-Anteils circa drei Prozent gestiegen, wenn die Gewinnausschüttungen der enthaltenen Unternehmen berücksichtigt werden. Der MSCI Emerging Markets als Aktienbarometer für die Schwellenländer hat dagegen rund elf Prozent eingebüßt. Die Entwicklung der beiden ­Indizes, die Aktien aus verschiedensten Währungsräumen enthalten, sind in Euro umgerechnet, denn das ist die für hiesige Anleger letztlich relevante Entwicklung. Wer in Aktien eines Landes investiert, dessen Börse zwar haussiert, dessen Währung jedoch zugleich abwertet, hat eventuell unter dem Strich in Euro gerechnet nichts davon. Umgekehrt können Wechselkursgewinne die Einbußen eines Index in der jeweiligen lokalen Währung für Euro-Anleger mehr als ausgleichen.

Den Widrigkeiten getrotzt

Auf den folgenden beiden Seiten stellt Ihnen €uro am Sonntag fünf ausgewählte Länder vor, auf deren Aktienmärkten seit Jahresanfang trotz aller geopolitischer oder regionaler Widrigkeiten Gewinne zu erzielen waren. Wir erläutern, wie die Aussichten für diese Länder sind - ob es sich noch lohnt einzusteigen oder Anleger sich eher verabschieden und Gewinne mitnehmen sollten. Um nicht Äpfel mit Birnen zu vergleichen, sind bei den jeweiligen Länderindizes oben auf den Seiten stets die seit Jahresanfang erzielten Gesamterträge angegeben. Bekanntlich ist der DAX ein Performance­index, bei dem Dividenden berücksichtigt werden, ebenso der OBX für den norwegischen Aktienmarkt. Dagegen handelt es sich etwa beim Nikkei 225 aus Japan in der gängigen Variante um einen Kursindex, in den Gewinnausschüttungen der Unternehmen nicht einfließen. Aber auch für derlei Kurs­indizes werden Varianten berechnet, bei denen Dividenden berücksichtigt werden. Auf diese beziehen sich unsere Renditeangaben, die zudem in Euro umgerechnet sind.

Am Schluss jeder Kurzbetrachtung des jeweiligen Aktienmarkts finden Sie einen aktiv gemanagten Fonds oder einen börsengehandelten Indexfonds (ETF), mit dem Sie in diesem Land investieren können.



Norwegen:
Hoch im Norden

Steigender Ölpreis und wachsende Konsumfreude der Norweger sorgen für gute Stimmung an der Börse in Oslo. Hiesige Anleger können sich neben den Aktienkurssteigerungen auch über Währungsgewinne freuen, da die norwegische Krone seit Jahresanfang zum Euro rund drei Prozent aufgewertet hat.

Zu den Schwergewichten im Leitindex OBX gehören vor allem der mehrheitlich in Staatsbesitz befindliche Ölriese Equinor, vielen wohl noch besser bekannt unter dem alten Namen Statoil, zudem der Finanzdienstleister DNB und der Telekommunikationskonzern Telenor. Besonders gut entwickelt haben sich im laufenden Jahr jedoch Fischereiaktien wie Grieg Seafood, SalMar und Leroy Seafood Group, die mit Zuwächsen von 70 bis 80 Prozent die Top-Performer im OBX sind, das Indexschwergewicht Marine Harvest legte rund 50 Prozent zu. Die Aussichten für die Fischzuchtbranche sind weiterhin gut.

Nach Prognose des Internationalen Währungsfonds (IWF) wird Norwegens Wirtschaftsleistung in diesem und im kommenden Jahr um jeweils 2,1 Prozent wachsen. Die Unternehmen des Landes zeigen sich in Umfragen hinsichtlich ihrer Wachstumserwartungen zuversichtlich. Die Zentralbank hat am vergangenen Donnerstag den Leitzins unverändert bei 0,75 Prozent gelassen, nachdem sie den Satz im September zum ersten Mal seit 2011 wieder angehoben hatte. Fürs nächste Jahr sind abermalige Zinsschritte der Norges Bank avisiert, das sollte der Krone weiteren Auftrieb verleihen. Da auch der Ölpreis auf hohem Niveau bleiben dürfte, hat die Osloer Börse auch von dieser Seite anhaltende Unterstützung. Mit dem Fonds von Nordea können Anleger breit gestreut davon profitieren.

Japan:
Chancen in Fernost

Dem allgemeinen Abwärtssog an den Börsen weltweit konnte sich der japanische Aktienmarkt nicht entziehen. Notierte der Leitindex Nikkei 225 Anfang Oktober noch weit über 24.000 Punkten, sackte er Mitte der Woche deutlich unter 22.000 Zähler. Euro-Anleger spüren den Kursrückgang nicht so stark in ihren Depots, weil der Yen als traditionell sicherer Hafen im selben Zeitraum zum Euro an Wert gewonnen hat.

Japans Wirtschaft ist seit Jahren von den nach Ministerpräsident Shinzō Abe benannten Abenomics geprägt, zu denen eine ex­trem expansive Geldpolitik der Notenbank gehört, die massiv heimische Wertpapiere aufkauft, den Einlagensatz für Guthaben von Geschäftsbanken in negatives Terrain gesenkt hat und bereitsteht, unbegrenzt Staatsanleihen aufzukaufen, um die Rendite zehnjähriger Schuldtitel bei null Prozent zu halten. Der Yen dürfte sich im Spannungsfeld von lockerer Geldpolitik und sicherem Hafen eher seitwärts bewegen.

Die Abenomics zeigen Wirkung. Nach einer Wachstumsrate von 1,7 Prozent im vorigen Jahr prognostiziert der IWF für 2018 ein BIP-Plus von 1,1 und für 2019 von 0,9 Prozent. Sogar die Teuerung zieht an: 2017 war die Inflationsrate bei 0,5 Prozent, 2018 soll sie bei 1,2 und 2019 bei 1,3 Prozent liegen.

Auf dem aktuellen Niveau sehen Anlagestrategen wie Tomas Johansson von Skagen Funds attraktive Kaufgelegenheiten. "Viele gute Unternehmen notieren auf dem Niveau ihrer Cash-Reserven", sagt Johansson. Er verweist zudem auf die Entwicklung hin zu einer transparenten und aktionärsfreundlichen Unternehmensführung in Japan, die er als bedeutendste Veränderung dieses Jahrzehnts bezeichnet. Mit dem Note-1-Fonds von Comgest sind Anleger dabei.

Mexiko:
Warten auf den neuen Staatschef

Nicht so schlimm wie erwartet trifft Mexiko das zwischen USA, Kanada und dem Land der Azteken neu verhandelte nordamerikanische Freihandelsabkommen USMCA (vormals NAFTA). Die Autoindustrie Mexikos sollte etwas leiden, weil 40 bis 45 Prozent der Teile von Arbeitern hergestellt sein müssen, die mindestens 16 Dollar die Stunde verdienen. Davon könnten US-Zulieferer profitieren.

Für Mexiko wird wohl andererseits vorteilhaft sein, dass statt bisher 62,5 nun 75 Prozent der Komponenten aus Nordamerika kommen müssen. Das hält asiatische Billigkonkurrenz fern. "Das Land könnte ausländische Produzenten anziehen, die den nordamerikanischen Markt bisher von außerhalb der NAFTA-Zone beliefert haben", sieht Gerhard Heinrich, Schwellenländerprofi beim Researchhaus Emerging Markets Trader, sogar Vorzüge für Mexiko.

Die bringt auch der niedrige Kurs der Landesdevise Peso, der die Exporte ankurbelt. Zusätzlich lässt der hohe Ölpreis die Staatseinnahmen sprudeln. Allerdings lastet auf der Wirtschaft der hohe Leitzins von 7,75 Prozent. Dieser soll den Peso stützen, der unter der Krise der Schwellenländerwährungen leidet. Wegen der dadurch teuren Importe wird die Inflation, die fünf Prozent beträgt, angeheizt.

Die Börse hat sich trotz vieler Unsicherheiten gut gehalten. Der Leitindex IPC steht nur acht Prozent unter dem Jahreshoch. Da im Dezember der neue linksgerichtete Präsident Andrés Manuel López Obrador sein Amt antritt, muss abgewartet werden, welche Wirtschaftspolitik er verfolgt. Von seinen linken Positionen im Wahlkampf ist er inzwischen zwar abgerückt, Investoren sollten sich aber gedulden und beobachten, ob er den Worten Taten folgen lässt.

Russland:
Die Wirtschaft hängt am Öl

Erstaunlich gut hat sich 2018 Russlands Wirtschaft entwickelt. Das liegt vor allem am kräftig gestiegenen Ölpreis. Denn nach wie vor ist Putins Reich stark von dem schwarzen Gold abhängig. Das Land weist einen Haushalts- und einen hohen Leistungsbilanzüberschuss von 6,5 Prozent auf. Ursache dafür ist, dass die Landeswährung Rubel anders als früher mit anziehendem Ölpreis nicht aufgewertet hat - wegen westlicher Sanktionen, die zuletzt noch verschärft wurden. Der schwache Rubel förderte die Exporte, während zugleich die Einfuhren sanken, da sich die Russen die teuren Waren aus dem Ausland nicht mehr leisten können.

Der Konsum stagniert daher. Kein Wunder, sind die Reallöhne in den vergangenen vier Jahren sogar leicht gefallen sind. Dafür haben die Konsumentenkredite mit einem Anstieg von fast 28 Prozent gegenüber dem Vorjahr ein Rekordhoch erreicht.

Neben der schwächelnden Binnenkonjunktur fehlen außerhalb des Energiesektors auch andere Industrien, die die Wirtschaft beleben könnten. Die politische Führung unterlässt es, die Wirtschaft besser zu diversifizieren. Die Börse Moskau hat seit Januar dennoch haussiert, vor allem da die Kurse der Ölaktien sich erholten. Der Aufschwung steht aber auf wackligen Beinen. "Wenn der Konflikt Russlands mit dem Westen weiter vor sich hin schwelt, dann dürfte er sich nicht mehr groß auf den Aktienmarkt auswirken. Jede Verschärfung werden Anleger aber zu spüren bekommen", warnt Emerging-Markets-Profi Gerhard Heinrich. Daher sollten bereits engagierte Anleger investiert bleiben, ein Neukauf russischer Titel drängt sich angesichts der weltpolitisch unsicheren Lage und der Korrektur an den Börsen derzeit aber nicht auf.

Brasilien:
Anleger setzen auf die Wahlen

Die Frauen werden die Präsidentenwahlen in Brasilien entscheiden. Sie stellen die Wählermehrheit. Umso erstaunlicher ist es, dass der rechtsradikale Kandidat Jair Bolsonaro, der mit sexistischen Sprüchen auffällt, in den Umfragen zur Stichwahl klar mit 57 Prozent vor seinem Konkurrenten Fernando Haddad von der Arbeiterpartei PT führt.

Bolsonaro punktet vor allem deswegen, weil er eine harte Law-and-­Order-Politik verfolgen will. Als Vorbild dient ihm die frühere Militärregierung. Die Kriminalität in Brasilien hat durch die Wirtschaftskrise der vergangenen Jahre enorm zugenommen. Selbst auf dem Land trauen sich viele Frauen aus Angst vor Überfällen und Vergewaltigung kaum noch aus dem Haus. Gegenkandidat Haddad leidet darunter, dass er wenig bekannt ist, da er erst spät Kandidat wurde. Zudem war die PT in viele Korruptionsskandale der vergangenen Jahre verwickelt. Bolsonaro dagegen verspricht, mit der Korruption aufzuräumen.

Investoren sehen den Rechtsextremen positiv. Das Land arbeitet sich mühsam aus der Rezession der Jahre 2015/2016 heraus. Bolsonaro will die strukturellen Probleme angehen: Überregulierung, zu hohe Steuern und die überfällige Rentenreform. Männer gehen mit 55, Frauen sogar mit 50 Jahren in Rente. Die Kosten dafür sind massiv und belaufen sich auf drei Prozent des BIP.

2018 beträgt das Wachstum 1,4 Prozent, für 2019 rechnen Experten beim Sieg Bolsonaros aber mit drei Prozent Zuwachs. Die positiven Umfragen für ihn beflügeln die Börse in São Paulo. Seit Mitte September legen die Aktienkurse und die vorher abgestürzte Landeswährung Real zu. Diese Entwicklung dürfte sich nach dem erwarteten Triumph des Rechtsradikalen fortsetzen.





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Bildquellen: Kiselev Andrey Valerevich / Shutterstock.com, KAZUHIRO NOGI/AFP/GettyImages

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