14.08.2021 22:43

Energierevolution: 11 Gewinner-Aktien des grünen Booms

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Klimaschutz: Die EU legt eine verschärfte Agenda zur Reduzierung der Treibhausgase vor. Investoren fordern den klimafreundlichen Umbau von Unternehmen. Und Anleger profitieren.
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€uro am Sonntag

von Klaus Schachinger, Euro am Sonntag

Bis 2050 soll Europa spitze sein - der erste klimaneutrale Kontinent und bei den dafür notwendigen Technologien weltweit führend. Den ausführlichen Fahrplan für den ambitionierten "Green Deal" Europas, das Klimapaket "Fit for 55" legte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen kürzlich vor. Abgeleitet ist der Slogan der Agenda von dem Ziel, den Ausstoß von Treibhausgasen, allen voran Kohlendioxid, bis 2030 im Vergleich zu 1990 um 55 Prozent zu reduzieren.

Auch Amerika und China haben ähnliche Programme aufgelegt. Die USA wollen ebenfalls 2050 klimaneutral sein, China zehn Jahre später. Mit jeweils knapp 24 und knapp zwölf Prozent sind die beiden Länder weltweit mit Abstand die größten Emittenten von Treibhausgasen. Die Länder der EU blasen zusammen 6,8 Prozent, Deutschland 1,6 Prozent der Gesamtemissionen in die Atmosphäre. Erfolgreiche Klimaschutzprogramme in den USA und China hätten also deutlich mehr Wirkung als die Maßnahmen der EU. Mit den zahlreichen neuen Kohlekraftwerken, die China in seinen Provinzen derzeit ans Netz bringt, und dem Widerstand der Republikaner gegen den klimafreundlichen Umbau der US-Wirtschaft ist ein Erfolg der Programme fraglich.

Klimaneutralität bedeutet den durch Menschen bedingten Ausstoß so stark zu verringern, dass er keinen signifikanten Einfluss auf die Konzentration der klimaverändernden Gase in der Atmosphäre mehr hat. Der Anstieg der globalen Durchschnittstemperatur bis 2050 soll so auf unter 1,5 Grad begrenzt werden. Wie stark sich die Erwärmung des Klimas weltweit schon bemerkbar macht, zeigen die jüngsten Naturkatastrophen hierzulande, aber auch in Amerika und China. Die Zeit drängt. Europa prescht vor. Eines der wichtigsten Instrumente, der schon eingeführte Handel mit CO2-Emissionszertifikaten für Stromerzeuger, Industrie und den innereuropäischen Luftverkehr, wird ausgebaut und kontinuierlich verschärft.

Der Preis für CO2-Rechte in der EU steigt beständig und liegt aktuell klar über 50 Dollar je Tonne. Es ist weltweit der höchste Preis für das Treibhausgas. Das schafft Anreize, den Ausstoß zu senken. Heftiger Widerstand gegen die umfassenden und weitgehenden Regulierungen aus vielen Bereichen der Industrie ist jedoch programmiert.

Konzerne drängen auf Umsetzung

Einige von Europas großen Unternehmen, auch in den von dem Wandel stark betroffenen Branchen, sehen Europas Green Deal hingegen als Chance für den wirtschaftlichen Aufschwung des Kontinents - dank einer klimaschonenden Energie-Infrastruktur aus Wind- und Photovoltaikanlagen, Stromspeichern und Wasserstoff.

In einem Offenen Brief forderte eine ungewöhnliche Allianz der Chefs von insgesamt 22 Konzernen, darunter BASF, Daimler, Siemens, Thyssenkrupp, Volvo, ArcelorMittal, Iberdrola, Ørsted, Titan Cement, Royal Dutch Shell und TotalEnergy, EU-Kommissionspräsidentin von der Leyen deshalb auf, den großen Worten nun Taten folgen zu lassen. Ohne Investments für ausreichend Strom aus regenerativen Quellen für die Industrie werde Europa seine Ziele verfehlen und international Glaubwürdigkeit einbüßen, mahnen die Konzernlenker. BASF-Chef Martin Brudermüller und Andreas Nauen, Chef des Windturbinenbauers Siemens Gamesa, fordern von der EU pragmatische Ansätze in der Umsetzung. Die USA und China seien hier schneller.

Mit weiteren Verzögerungen vergebe Europa seine Chance auf einen Aufschwung, davon ist auch die internationale Unternehmensberatung McKinsey überzeugt. Beispiel Strom: Europa verfüge über die Technologien und könnte hier schon 2040 klimaneutral werden. Bei Transport und Verkehr sei das Ziel mit Elektrofahrzeugen und Wasserstoffantrieben für Lkw bis 2045 zu schaffen. Bei Gebäuden und in der Industrie sei 2050 realistisch. Auch dass der Umbau in Bereichen stattfinde, wo Europa innovativ sei, bei Strom, Öl und Gas, in der Chemie- und Stahlbranche sowie im Anlagenbau für Solar- und Windparks sei ein Vorteil, den der Kontinent nutzen müsse. Die Kosten für den Umbau, die McKinsey auf 28.000 Milliarden Euro schätzt, könnten in den Jahren danach durch geringere Energie- und Betriebskosten ausgeglichen werden.

Weil Strom bisher vor allem aus den fossilen Rohstoffen Kohle und Gas hergestellt wird, liefert der Sektor nach Angaben der US-Bank Goldman Sachs rund ein Drittel der weltweiten CO2-Emissionen. Die Umstellung auf grüne Energie würde den Ausstoß von Treibhausgasen also deutlich reduzieren.

Eine Vorlage dafür, wie der Wandel mit der Industrie funktionieren kann, legten der Chemiekonzern BASF und Versorger RWE im Mai vor. Der über ein Gemeinschaftsunternehmen für 2030 in der Nordsee geplante Windpark soll jährlich zwei Gigawatt (GW) Strom liefern. Damit wäre es einer der größten der Welt. Den Ökostrom will BASF an seinem größten Verbundstandort in Ludwigshafen zur Herstellung von Chemikalien einsetzen. Er soll die bisherigen Energiequellen Kohle und Erdgas ersetzen. Vier Fünftel des Windparkstroms sollen nach Ludwigshafen fließen. Am größten Chemiestandort der Welt mit 200 Anlagen mit über 100 Produktionsbetrieben auf zehn Quadratkilometern arbeiten mehr als 30.000 Beschäftigte. Bis 2035 wird sich der Strombedarf des Werks auf 20 Terrawattstunden (TWh) verdreifachen, schätzt BASF. Der Windpark in der Nordsee soll ein Viertel dieser Energie liefern.

RWE bekommt ein Fünftel des Stroms aus dem Windpark. Damit will der Versorger über einen sogenannten Elektrolyseur, der mit 300 Megawatt (MW) Leistung einer der größten in Deutschland sein wird, grünen Wasserstoff erzeugen.

RWE und BASF investieren zusammen vier Milliarden Euro. Staatliche Unterstützung sei nicht notwendig, dafür aber die Befreiung des Stroms von der EEG-Umlage zur Förderung der erneuerbaren Energien und eine Freigabe der Flächen für den Windpark. Bisher ist die Freigabe für nach 2030 vorgesehen.

Wandel zu grünen Riesen

Bei der Herstellung chemischer Grundstoffe werden viele fossile Rohstoffe eingesetzt. Damit zählt die Chemiebranche in der Industrie zusammen mit Stahl und Zement zu den größten CO2-Emittenten. Und bis bei RWE 2038 alle Kohlekraftwerke vom Netz sind, bleibt der Versorger trotz des wachsenden Windpark-Portfolios einer der größten europäischen CO2-Emittenten. Der grüne Wandel beider Konzerne steht jedoch fest. RWE setzt auf Ökostrom. Und BASF rüstet parallel zu Ludwigshafen seinen zweitgrößten Standort im niederländischen Antwerpen auf grünen Strom um. Die 140 Turbinen des Windparks, den die Ludwigshafener mit dem schwedischen Versorger Vattenfall vor der holländischen Küste bauen, sollen ab 2023 rund 1,5 Gigawatt Strom liefern. Für eine 50-Prozent-Beteiligung und die Hälfte des Stroms zahlt BASF 1,6 Milliarden Euro.

Wie viel Potenzial grüner Strom weltweit hat, zeigen Prognosen der Internationalen Energieagentur IEA. Bis 2050 erwartet die 1974 von 16 Staaten zum Vorgehen gegen Ölkrisen gegründete Agentur eine Verfünffachung des jährlichen Ausbaus von erneuerbaren Energien: von 200 auf 1.000 Gigawatt Leistung. 2050 sollen Wind- und Solaranlagen knapp 90 Prozent des Stroms liefern. Auf Kohle- und Gaskraftwerke, die dann voraussichtlich über Abfangeinrichtungen für CO2 verfügen, entfallen dann weltweit nur noch etwa vier Prozent des Stroms, schätzt die IEA.

Investoren forcieren den Wandel

Wie stark Investoren den klimafreundlichen Wandel forcieren, sagt Larry Fink, Chef des größten Vermögensverwalters der Welt, Blackrock, im Interview mit der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung": "Wer sich in heutigen Zeiten dem Problem des Klimawandels nicht stellt, hat keine Zukunft. Das verstehen die Unternehmen, das haben aber vor allem auch die Investoren verstanden", so Fink. Der Mitgründer von Blackrock hat den Finanzkonzern, der aktuell mehr als neun Billionen Dollar anlegt, aufgebaut. Fink kennt den Einfluss seiner Branche: "Die Finanzindustrie, ob man sie nun mag oder nicht, ist gut darin, Lösungen voranzutreiben, wenn sie ein Problem erkannt hat." Auch andere wichtige Investoren, etwa die großen Universitätsstiftungen in den USA, seien nicht mehr bereit, in den Öl- und Gas-Sektor zu investieren, sagt auch Thomas Gutschlag, Chef der Deutsche Rohstoff AG im Gespräch mit €uro am Sonntag.

Getrieben von diesem Druck wollen Europas Öl- und Gasriesen nun ihre Ökostromkapazitäten bis 2030 auf Augenhöhe mit den aktuellen grünen Riesen bringen. Das sind zum Beispiel Spaniens Iberdrola oder Dänemarks Ørsted, der weltweit größte Betreiber von Windparks im Meer. Frankreichs Öl- und Gaskonzern TotalEnergies etwa strebt für 2030 eine Ökostromkapazität von 85 GW an. Das ist mehr als die von Offshore-Primus Ørsted avisierten 50 GW. Mit jährlich sieben Milliarden Dollar für den Ausbau ihres Portfolios haben die Dänen mit Iberdrola das größter Budget der Ökostromanbieter. Engie und EDF aus Frankreich sowie RWE stehen jeweils nur zwei bis drei Milliarden Dollar pro Jahr zur Verfügung.

Ørsted baut und betreibt seine Parks effizienter als die meisten Wettbewerber und hat sich damit in der Branche einen guten Ruf erworben. Die Renditen der Parks liegen 150 bis 300 Basispunkte über den durchschnittlichen Kapitalkosten. Ein sehr guter Wert, sagen Analysten. Über den Verkauf von Anteilen an den Parks ohne Mitbestimmung im operativen Geschäft fließt zusätzlich Geld in die Kasse.

Jüngst erwarb Norwegens Staatsfonds für 1,4 Milliarden Euro die Hälfte der Anteile an den Ørsted-Windparks Borssele 1 und 2. Die 94 Acht-Megawatt-Turbinen von Siemens Gamesa liefern 752 Megawatt Strom. Das deckt den jährlichen Bedarf von einer Million Haushalten in den Niederlanden ab.

Währenddessen zeigen Gerüchte am Kapitalmarkt, wie etwa im Juni, als über eine mögliche Offerte von Royal Dutch Shell für RWE spekuliert wurde, dass Investoren nun auch mit Übernahmen der schnell ergrünenden Ölmultis rechnen. Firmen wie Ørsted, RWE oder Portugals EDP wären realistische Ziele, schreiben die Analysten von Bloomberg Intelligence, wahrscheinlicher seien jedoch zunächst Übernahmen von kleineren Akteuren wie Falck Renewables, Solaria Energia, Voltalia oder Encavis.

In den USA hat das starke Anlegerinteresse an Lieferanten grünen Stroms Nextera aus Florida zum wertvollsten und teueren Versorger gemacht. Der Börsenwert liegt derzeit bei mehr als 125 Milliarden Euro, das Kurs-Gewinn- Verhältnis (KGV) bei 30. Zum Vergleich: der dänische Konkurrent Ørsted ist knapp 53 Milliarden Euro wert, das KGV beträgt 34.

Nextera-Chef James Robo, seit neun Jahren an der Spitze, hat den Konzern zu Amerikas dominierenden grünen Riesen geformt. Aktuell liefert Nexteras Erneuerbare-Energien-Portfolio 22 GW Strom. Damit können sieben Millionen US-Haushalte mit Strom versorgt werden. Bis 2024 will Robo diese Kapazität verdoppeln. Setzt US-Präsident Joe Biden wesentliche Teile seiner Klimaagenda gegen den Widerstand der Republikaner durch, wird das Nextera zusätzlichen Schub bringen.

Riesen aus der zweiten Reihe

Am Aufstieg der großen Namen für grünen Strom beteiligt sind auch Zulieferer, die in ihren Branchen dominieren. So lieferten vier große Hersteller von Windturbinen mehr als die Hälfte der im vergangenen Jahr errichteten Windkraftanlagen: General Electric aus den USA, Vestas aus Dänemark sowie Goldwind und Envision aus China. Die Konzerne installierten im vergangenen Jahr jeweils mehr als zehn Gigawatt Leistung. Der spanisch- deutsche Hersteller Siemens-Gamesa, führend bei Offshore-Parks, folgt auf Platz 5.

Um Marktanteile, die Technologie und die Margen gegen die zunehmende Konkurrenz zu schützen, schließen die westlichen Hersteller mit ihren Kunden seit 2017 langfristige Wartungsverträge ab. Das kommt an. Nach Angaben von Bloomberg Intelligence wurden seit Jahresbeginn 40 Prozent dieser Verträge für 20 Jahre und länger vereinbart. Zum Service gehören auch digitale Dienste und Leistungssteigerungen der Turbinen im Einsatz. Die meisten Windräder können nur von dem jeweiligen Hersteller gewartet werden. Auch das schützt das Geschäft. Die Margen der großen Hersteller liegen oft über 20 Prozent.

Der Markt für die Verkabelung von Solaranlagen und Windparks wird ebenfalls von wenigen Unternehmen dominiert - Prysmian aus Italien, NKT aus Dänemark und Nexans aus Frankreich. Im anspruchsvollen Geschäft mit Unterseekabeln sind die Auftragsbücher für zwei bis fünf Jahre gefüllt.

Konzentration auf Kabel

Um stärker am globalen Ausbau der erneuerbaren Energien beteiligt zu sein, will Nexans-Chef Christopher Guérin die Geschäftsbereiche für Automobilzulieferer, Schiffe und Telekoms, das sind rund 27 Prozent des Umsatzes, verkaufen. Nexans soll ausschließlich auf Kabel für Stromversorger fokussiert sein. Aktuell liefert der Bereich 55 Prozent der Erlöse von insgesamt sechs Milliarden Euro.

Westliche Zulieferer kommen mit ihrer Spezialkompetenz auch bei Prestigeprojekten in Schwellenländern zum Zug, die meistens von örtlichen Konzernen betrieben werden. Zum Beispiel im größten Solarpark der Welt, Bhadla im Nordwesten Indiens, nahe an der Grenze zu Pakistan. Die Anlage auf 57 Quadratkilometer Fläche wurde über mehrere Jahre ausgebaut und liefert 2,25 GW Strom pro Jahr. Frankreichs Industriekonzern Schneider Electric ist in Bhadla und bei weiteren Betreibern von Solaranlagen als Automatisierungsspezialist an Bord. Kunden aus der Industrie haben nach Angaben der Franzo- sen über Schneider Electrics digitale Plattform, die über Sensoren mit der Fertigung in den Unternehmen verbunden ist und so auch Prozesse steuern kann, im vergangenen Jahr 134 Millionen Tonnen CO2 eingespart. 2019 waren es 89 Millionen Tonnen.

Neben der Reduktion von Treibhausgasen und der Produktion von grünem Strom bringen Experten regelmäßig den emissionsfreien grünen Wasserstoff als neue Energiequelle ins Spiel.

Linde, der weltweit führende Hersteller von Industriegasen, erwartet hier für 2030 einen globalen Markt mit 100 Milliarden Dollar Umsatz. Trifft diese Prognose des DAX-Konzerns zu, dürfte Linde zu den Schwergewichten in diesem Geschäft zählen. Bisher fehlen in der Industrie jedoch die Großprojekte, um das Potenzial zu bewerten. Mit Wasserstoff macht Linde aktuell gut sieben Prozent von 28 Milliarden Dollar Umsatz. Im März kündigte der Konzern die weltweite erste wasserstoffbetriebene Fähre an. Bewährt sich das Projekt, wäre sie ein sichtbarer Schritt in die neue Ära.


INVESTOR-INFO

Kohlendioxid Emissionen

Beiträge zur Reduktion

Der größte Bedarf zur CO2-Reduktion besteht in der Industrie, im Transport und bei Strom. Das und der unterschiedliche Aufwand, um bis spätestens 2050 Klimaneutralität zu erreichen, wurde bei der Vergabe der Anteile am geschätzten CO2-Reduktionsbudget berücksichtigt. Auch in der Landwirtschaft, etwa bei der Massentierhaltung, muss gehandelt werden. Mit Wäldern als CO2-Senke trägt der Sektor seit 1990 zur Reduktion bei.

Globaler Markt

Grüner Strom dominiert 2050

Durch den nun beschleunigten Ausbau wird der Anteil von Strom aus den erneuerbaren Quellen Wind und Solar am Ende des Zeitraums bis 2050 gemessen an der Leistung rund 90 Prozent des globalen Mix erreichen.

CO2-Preise

Am teuersten in Europa

In Erwartung der strengeren Regulierung von Treibhausgasen hat der Preis für eine Tonne CO2 in Europa die Marke von 50 Dollar inzwischen überschritten. Schon 2020 war die via Emissionsrechtzertifikate gehandelte Tonne viel teurer als in anderen Regionen - als Anreiz für den Umbau der Wirtschaft.

Windriesen

Versorger holen auf

Italiens Enel und Spaniens Iberdrola verfügen aktuell in Europa über die größten Portfolios für grünen Strom. Dank einer geringen Verschuldung werden RWE und Ørsted beim Ausbau ihrer Ressourcen mit jährlich 14 bis 17 Prozent bis 2025 nach Einschätzung von Bloomberg Intelligence jedoch am stärksten zulegen. Energy Resources, die grüne Sparte des US-Versorgers Nextera Energy, will seine Kapazität bis 2024 auf 44 GW verdoppeln.

Öl- und Gaskonzerne

Zunehmend grüner

Großbritanniens Ölriese BP und Frankreichs TotalEnergies kommen beim Aufbau ihrer Portfolios für grünen Strom am besten voran. Bis 2030 soll BPs Portfolio 50 GW liefern, das von TotalEnergies sogar 85 GW. Zwischen 2025 und 2030 wollen die Briten hier jährlich fünf Milliarden Dollar investieren. Bis dahin sollen die Investitionen beständig erhöht werden. 2020 war es erst eine halbe Milliarde Dollar. TotalEnergies leistete sich 2020 drei Milliarden Dollar, ein Fünftel des Budgets.

Kepler Umwelt Aktienfonds

Risiken breiter streuen

Ein reines Erneuerbare-Energien-Investment hat seine Tücken, wie Anleger im Frühjahr gemerkt haben. Der Sektor brach um etwa ein Drittel ein. Das Risiko lässt sich durch Streuung über mehrere Branchen und Sektoren mindern. Der Kepler Umwelt Aktienfonds setzt neben erneuerbare Energien auch auf Energieeffizienz, Wasser und nachhaltigen Transport. Aktuell ist das Portfolio zu 40 Prozent in Europa und zu 33 Prozent in Nordamerika investiert. Auf Zwölfmonatssicht hat der Fonds um 40 Prozent zugelegt. jgr

Kabel und Windräder

Dominierende Zulieferer

Nach einem starken ersten Halbjahr erhöhte Verkabelungsspezialist Nexans soeben seine Jahresprognose für den operativen Gewinn (Ebitda) auf 430 bis 460 Millionen Euro. Bisher waren 410 bis 450 Million das Ziel. Beim Nettogewinn erwarten Analysten für 2021 eine knappe Verdreifachung auf 197 Millionen Euro. Windturbinenbauer Vestas wird bis mindestens 2023 jährlich Windräder mit mehr als 17,1 GW Gesamtleistung liefern und so seine Führung behaupten.

Wasserstoff und Effizienz

Zukunftspotenzial

Die 2019 abgeschlossene Fusion mit US-Konkurrent Praxair hat das Geschäft des Industriegasespezialisten Linde weiter stabilisiert. Im Corona-Jahr 2020 wurde dies mit geringen Schwankungen belohnt. Lindes Wasserstoffpotenzial ist in der Börsenbewertung noch nicht erfasst. Schneider Electrics’ Erfahrung mit Automatisierung sowie mit Datenerfassung und -analyse via digitaler Vernetzung ist auch in Windparks und Solaranlagen ein wertvolles Effizienzinstrument.

iShares Global Clean Energy

Alles unter einem Dach

In dem mit einem Volumen von fast fünf Milliarden Euro sehr beliebten ETF stecken die Aktien von rund 80 Unternehmen, die weltweit im Sektor erneuerbare Energien tätig sind. Es handelt sich dabei überwiegend um Versorger, 40 Prozent des Portfolios sind in US-Titel investiert. Zu den größten Positionen zählen etwa Ørsted, Nextera, Iberdrola und Enel. Das schlechte Eco-Rating ist auf Unternehmen zurückzuführen, die auch Kohle verarbeiten und auf der Ausschlussliste des norwegischen Staatsfonds stehen.

Wikifolio GreenDeal

Innovation für Klimaschutz

Mit dem Wikifolio €uro am Sonntag Greendeal Global investieren Anleger in innovative Firmen, die den klimafreundlichen Umbau der Wirtschaft voranbringen. Jüngst aufgenommen wurde Windparkbetreiber Ørsted. Die aktuell 24 Werte im Depot, darunter auch BP, Nexans, RWE, Schneider Electric und TotalEnergies, decken ein breites Spektrum ab.

Verfolgen Sie tagesaktuell die Entwicklung des €uro-am-Sonntag-Wikifolios im Internet unter: www.wikifolio.com/de/de/w/wfeurowazu











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Bildquellen: petrmalinak / Shutterstock.com, Alexander Mak / Shutterstock.com

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