15.04.2018 01:00
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Großer Exklusiv-Test: Das sind die Top-Kreditkarten

Euro am Sonntag-Service: Großer Exklusiv-Test: Das sind die Top-Kreditkarten | Nachricht | finanzen.net
Euro am Sonntag-Service
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Bargeldloses Zahlen » Die Vielfalt an Kreditkarten ist immens. €uro am Sonntag hat in einem großen Test die besten Offerten herausgefunden. Teil 1: Standardkarten.
€uro am Sonntag
von Martin Reim, €uro am Sonntag

Kreditkarten werden immer beliebter. Allein zwischen 2010 und 2016 hat sich der Umsatz mit ihnen in Deutschland mehr als verdoppelt, wie beim Statistikportal Statista zu lesen ist - von 43,5 auf 89,9 Milliarden Euro. Doch gibt es erhebliche Unterschiede zwischen den einzelnen Anbietern. Das zeigt eine groß angelegte Untersuchung, die €uro am Sonntag gemeinsam mit dem Deutschen Kundeninstitut (DKI) durchgeführt hat.


Getestet wurden Standardkarten (Ergebnisse in der vorliegenden Ausgabe 13/2018) und Goldkarten (kommende Ausgabe 14/2018). Bei diesen beiden am weitesten verbreiteten Kartentypen werden die Umsätze eines Abrechnungszeitraums - meist ein Monat - gesammelt und üblicherweise von einem Referenzkonto per Lastschrift abgebucht. Die Bank gewährt dabei bis zum nächsten Abrechnungstermin einen zinsfreien Kredit. Dieser hat jedoch ein Limit, das nur in Ausnahmefällen überschritten werden darf. Das Limit orientiert sich an der Bonität des Kunden. Die Standardkarten haben eine relativ günstige oder gar keine Jahresgebühr und bieten dafür weniger. Die Goldversion hat meist eine höhere Jahresgebühr und bietet Zusatzleistungen, beispielsweise Versicherungen für die Reise. Allerdings gibt es auch Goldprodukte ohne Jahresgebühr.


Vorteile dieser beiden Kartentypen: viel mehr weltweite Akzeptanzstellen als bei EC-/Maestro-Karten; komfortables Einkaufen; vergleichsweise sicheres Bezahlen im Internet. Nachteile: böses Erwachen am Monatsende möglich; teilweise hohe Jahresgebühren; Ausgabe nur bei positiver Schufa-Auskunft.

13 der getesteten Standardkarten ­haben eine Teilzahlungsfunktion. Hier kann der Kunde die in einem Abrechnungszeitraum gesammelten Umsätze in Raten zurückzahlen und weitere Umsätze tätigen, bis sein Limit erschöpft ist. Theoretisch ist es auch möglich, den Kreditrahmen einmalig voll auszuschöpfen und anschließend abzuzahlen. Allerdings warnen Verbraucherschützer vor solchen Angeboten. Auch DKI-Geschäftsführer Jörn Hüsgen sagt: "Teilzahlungskarten können zu Ausgaben verleiten, die man sich nicht leisten kann. Dann droht eine Schuldenfalle mit hohen Zinszahlungen." In den meisten Fällen liegen die Zinskonditionen über jenen von Dispo- und Konsumentenkrediten (eine Liste der Kreditzinsen steht auf Seite 72 links der aktuellen Ausgabe 13/2018).


Die Vorteile der Teilzahlungsfunktion: flexible Rückzahlung; der Kunde hat die Option auf einen echten Kredit. Nachteile: oft hohe Zinsen; Gefahr, in eine Schuldenfalle zu geraten; Karte nur bei einwandfreier Bonität erhältlich.

Die Kriterien des Tests finden Sie auf Seite 73, die Tabellen für die einzelnen Kategorien "Konditionen", "Angebot", "Kundenservice" und "Preis-Leistungs- Verhältnis" finden Sie auf den Seiten 72 und 73. Bei den Standardkarten gewonnen hat die "Comdirect Visa-Karte" der Comdirect Bank, gefolgt von der "1plus VISA Card" der Santander Consumer Bank. Am schlechtesten abgeschnitten hat die "GrünCardPlus Mastercard" der Triodos Bank. Hier lesen Sie die Details zu den drei Karten (Gesamtwertung siehe Tabelle unten):

Comdirect Visa-Karte ("sehr gut")
Die Konditionen sind "gut" (8. Platz). Voraussetzung für einen Antrag ist zwar eine Kontoeröffnung bei der Bank. Jedoch ist das Konto kostenfrei. Auch für die Karte selbst wird keine Jahresgebühr fällig. Außerhalb der Eurozone sind Abhebungen kostenfrei, fürs Bezahlen fallen 1,75 Prozent des Betrags an. Abhebungen innerhalb der Eurozone inklusive Deutschland sollten Benutzer vermeiden, denn jedes Mal werden 9,90 Euro fällig. Positiv: Wenn die Karte von Dritten missbräuchlich verwendet wird, muss man keinen Cent ­bezahlen - selbst wenn man die Karte noch gar nicht gesperrt hat.

Das Angebot ist "sehr gut" (6. Platz). Kontaktloses Bezahlen ist ebenso möglich wie das Einstellen einer Wunsch-PIN. Die Karte bietet die Möglichkeit, Überweisungen auf das Kartenkonto zu tätigen. Eine Partnerkarte ist für 9,90 Euro im Jahr erhältlich. Der Kundenservice ist der beste im Test ("sehr gut"). Die Mitarbeiter der Comdirect Bank nahmen Anrufe bereits nach durchschnittlich 34 Sekunden entgegen und konnten alle gestellten Fragen beantworten. Die Mitarbeiter wurden im Test als die kompetentesten und als überdurchschnittlich freundlich und hilfsbereit empfunden. Die Webseite wurde zudem als übersichtlich und klar strukturiert bewertet. Sie beinhaltet Frage-Antwort-Listen und einen Live-Chat, den erst vier der 25 Anbieter im Test haben.

1plus VISA Card ("sehr gut")
Die Karte liegt bei den Konditionen im Test ganz vorn ("sehr gut"). Sie ist die einzige, für die weder eine Jahresgebühr noch Gebühren für den Einsatz im In- und Ausland anfallen. Positiv wurde zudem bewertet, dass ein Antrag nicht an ein Girokonto bei der Santander Consumer Bank gebunden ist und auch keine Mindestlaufzeit oder Kündigungsfrist besteht.

Das Angebot ist ebenfalls "sehr gut" (11. Platz). Die Karte ist online, postalisch und in Filialen beantragbar. Kunden können Kartenumsätze mittels ­einer App abfragen und von Rabatten sowie einem Cashback-System profitieren. Eine Partnerkarte ist kostenlos. Der Kundenservice ist lediglich ­"befriedigend" (vorletzter Platz). Die Hotline-Mitarbeiter benötigten durchschnittlich fast zweieinhalb Minuten, um Anrufe entgegenzunehmen und wurden im Vergleich als am wenigsten freundlich wahrgenommen. Auf Mails reagierte der Anbieter nach durchschnittlich etwa zweieinhalb Tagen, auf zwei Anfragen allerdings gar nicht. Auch in den Rückmeldungen der Santander Consumer Bank blieben zwei Fragen inhaltlich unbeantwortet.

GrünCardPlus ("befriedigend")
Das Angebot ist "ungenügend" (letzter Platz). Die Karte kann ausschließlich per Post beantragt werden. Der maximale Verfügungsrahmen ist auch mit guter Bonität der geringste im Test (5000 Euro). Kontaktloses Bezahlen ist nicht möglich - wie auch Überweisungen, wenn das Kartenkonto im Minus ist. Zudem ist, im Gegensatz zu den meisten Konkurrenzangeboten, keine Partnerkarte erhältlich. Die Konditionen wurden als "gut" bewertet (17. Platz). Die Karte kostet 35 Euro pro Jahr und ist nicht an eine Kontoeröffnung bei der Triodos Bank geknüpft. Abhebungen kosten weltweit zwei Prozent des Betrags, mindestens fünf Euro. In manchen Fällen kommt noch ein Prozent Auslandsentgelt hinzu. Bei Verlust ist die Ersatzkarte mit 35 Euro am teuersten im Test.

Der Kundenservice hat sich als "sehr gut" herausgestellt (5. Platz). Die Triodos Bank nahm Anrufe vergleichsweise schnell entgegen und konnte alle Fragen beantworten. Auch auf Mails antwortete der Anbieter vergleichsweise schnell und freundlich. Die Webseite empfanden die Tester als übersichtlich und klar strukturiert.

So wurde getestet

Im vorliegenden ersten Teil der Untersuchung wurden 25 Standard-Kreditkarten nach den Kategorien "Konditionen", "Angebot" und "Kundenservice" mit insgesamt rund 170 Einzelkriterien untersucht - per Befragung der Anbieter, verdeckten Kontakten und Analyse der Internetseiten.
In die "Konditionen" (Gewicht: 35 Prozent) flossen unter anderem ein: Jahresgebühren; Gebühren für Bargeldabhebungen und Bezahlvorgänge; Durchführung einer Bonitätsprüfung; Voraussetzungen für den Erhalt der Karte.
In das "Angebot" (Gewicht: 35 Prozent) flossen beispielsweise ein: maximaler finanzieller Verfügungsrahmen; enthaltene Bonusleistungen ­(Rabatte, Bonuspunktesystem oder Ähnliches). In den "Kundenservice" (Gewicht: 30 Prozent) ­flossen unter anderem ein: Kontakt per Hotline und Mail; Internetdarstellung.
Aus "Konditionen" und "Angebot" wurde ein weiteres Kriterium gebildet, nämlich das "Preis-Leistungs-Verhältnis".
Bei 13 der Karten kann der Kunde die getätigten Umsätze in Raten zurückzahlen (sogenannte Teilzahlungsfunktion). Im zweiten Teil des Tests, der in der kommenden Woche erscheint, geht es um Gold-Kreditkarten. Sie haben höhere Gebühren und bieten Zusatzleistungen an wie etwa Versicherungsschutz oder ­Zugang zu Flughafen-Lounges.
Daneben gibt es noch Prepaid-Kreditkarten (nicht in der Untersuchung enthalten). Der Zahlungsverkehr wird hier ausschließlich über Guthaben und nicht über einen Kredit abgewickelt. Sie eignen sich am ehesten für Menschen, die keine andere Karte bekommen, etwa für Jugendliche oder für jemanden mit schlechter Schufa-Beurteilung.

Zu den Ergebnissen des großen Kreditkarten-Tests

Die Testsieger in der Kategorie Standard-Kreditkarten (PDF)

Die Ergebnisse in den einzelnen Kategorien (PDF)



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Bildquellen: NPFire / Shutterstock.com, Olleg / Shutterstock.com

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