19.11.2021 23:43

Londoner Börse will Handel mit CO2-Emissionsrechten revolutionieren

Klimaschutz: Londoner Börse will Handel mit CO2-Emissionsrechten revolutionieren | Nachricht | finanzen.net
Klimaschutz
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Die Londoner Börse will einen neuen Markt zur Finanzierung von Projekten zur CO2-Reduktion aufbauen. Das Besondere daran: Investoren in entsprechende Projekte sollen ihre Erträge in Form von Emissionsrechten erhalten.
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• LSE will Finanzierung von Projekten zur CO2-Reduktion verbessern und transparenter machen
• Skalierung durch Zugang für institutionelle Investoren
• CO2-Emissionsrechte als alternative oder zusätzliche Dividende
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Die Teilnehmer der UN-Klimakonferenz COP26 in Schottland bekannten sich jüngst in ihrer Abschlusserklärung zu dem Ziel, die Erderwärmung bei 1,5 Grad im Vergleich zur vorindustriellen Zeit zu stoppen. Um dieses Ziel zu erreichen muss der Ausstoß klimaschädlicher Treibhausgase weltweit noch in diesem Jahrzehnt um 45 Prozent sinken. Damit dies gelingt, bedarf es unter anderem mehr Projekten weltweit, die den CO2-Ausstoß reduzieren oder sogar Kohlenstoffdioxid aus der Atmosphäre entfernen. Um solchen Projekten eine Skalierung sowie besseren Zugang zu dem benötigten Kapital zu bieten, plant die Londoner Börse (LSE) den Aufbau eines neuen Marktsegments - und will dabei auch den Emissionshandel umkrempeln.

LSE will Skalierungsmöglichkeiten für wichtigen Markt schaffen

Um Kohlenstoffdioxide ausstoßen zu dürfen, benötigen Unternehmen in Europa sogenannte Emissionsrechte, die in Form von Zertifikaten vergeben werden. Diese erhalten sie laut "CNBC" für Projekte, die Emissionen reduzieren oder ganz vermeiden und somit zum Klimaschutz beitragen. Ein CO2-Zertifikat berechtigt dabei zum Ausstoß von einer Tonne Kohlendioxid. Sollte ein Unternehmen mehr CO2-Zertifikate benötigen, als es durch seine Umweltschutzmaßnahmen erhält, so können diese über ein Emissionshandelssystem erworben werden - etwa von anderen Konzernen, die mehr Emissionsrechte besitzen als sie benötigen.

Wie die LSE in einer Pressemitteilung schreibt, sei dieser Markt zwar zunehmend professionalisiert, bleibe jedoch gleichzeitig "klein und fragmentiert". "Die wachsende Anzahl von Unternehmen, die Verpflichtungen eingehen, um durch positives Handeln das Ziel eines Netto-Ausstoßes von Null zu erreichen [...] wird erdrückt durch die Kombination aus einem größtenteils OTC-Beschaffungsmodell von kleinen Unternehmen und schnell steigenden Preisen auf dem Sekundärmarkt für einen begrenzten Pool an hochqualitativen CO2-Emissionsrechten", heißt es bei der LSE weiter. Dem Markt fehle somit die Infrastruktur und der Zugang zu institutionellen Investments, die es ihm ermöglichen würden, hochzuskalieren.

Genau diese Infrastruktur will der Börsenbetreiber jedoch nun zur Verfügung stellen - und dabei dafür sorgen, dass Projekte, durch die CO2-Zertifikate generiert werden, ähnlich wie Fonds gehandelt werden können. "Die London Stock Exchange erwartet, ihre existierende Markt-Infrastruktur zu nutzen, ergänzt durch spezifische Anforderungen, die für Projekte rund um CO2-Zertifikate relevant sind. Dies würde Fonds eine Listung ermöglichen, die Kapital für Projekte bereitstellen, die den Treibhausgas-Ausstoß reduzieren und Kohlenstoffdioxide aus unserer Atmosphäre entfernen", schreibt die LSE.

So stellt sich die Londoner Börse das neue Marktsegment vor

Grob soll dies so aussehen, dass ein Projektentwickler eines oder mehrere Projekte identifiziert, die dem Umweltschutz dienen und durch die CO2-Zertifikate generiert werden. Diese werden dann in einem Instrument ähnlich einem Fonds zusammengefasst und im neuen Marktsegment der LSE gelistet. Investoren können somit an der Börse in die Projekte investieren und diese so mit dem benötigten Kapital für deren Umsetzung versorgen. Im Gegenzug zahlen die "CO2-Fonds" eine Dividende an die Investoren aus, die aus den CO2-Zertifikaten besteht, die durch die unterstützten Projekte erzeugt wurden. Sollten bei den Projekten, in die investiert wurde, weitere wirtschaftliche Interessen neben der Reduktion von Treibhausgasen bestehen, wird auch eine Cash-Dividende ausgeschüttet. Die Investoren können außerdem jederzeit ihre Anteile an dem "CO2-Fonds" verkaufen oder weitere Anteile erwerben.

"Wir erwarten, dass Unternehmen und andere Organisationen mit einem langfristigen Bedürfnis nach Emissionszertifikaten Investoren werden, und die Emissionszertifikate, die durch diese Vehikel [...] geliefert werden, benutzen, um einen Teil ihrer Bedürfnisse auszugleichen", schreibt die LSE in ihrer Pressemitteilung.

LSE-CEO will "alles ans Tageslicht bringen"

Laut Julia Hoggett, CEO der Londoner Börse, besteht aktuell auch ein Problem darin, dass der Handel mit CO2-Zertifikaten größtenteils im Verborgenen abläuft. "Eine der Herausforderungen, mit der wir auf diesem Markt konfrontiert sind, ist, dass er weniger transparent und weniger sichtbar für jeden ist in Bezug auf die Teilnehmer und wie die [...] Projekte gemanagt werden", sagte sie gegenüber "CNBC". Indem das Profil mit dem geplanten neuen Marktsegment nun geschärft werde, können man sowohl die Sichtbarkeit des Marktes erhöhen als auch Kapital in ihn leiten. "Wir streben an, das alles ins Tageslicht zu bringen", so Hoggett weiter.

"Der Klimawandel ist die dringendste Herausforderung unseres Lebens", so Julia Hoggett in der Pressemitteilung der LSE. "Es ist notwendig, dass an den globalen Kapitalmärkten, die seit langem der Treiber für wirtschaftliche Aktivität sind, eine Reorientierung stattfindet, um im Dienst des Planeten zu handeln. Indem wir Lösungen schaffen, um Kapitalströme in Projekt zu lenken, die die Klimakrise adressieren [...], kann die London Stock Exchange ihren Teil zur Unterstützung eines gerechten Übergangs hin zu einer kohlenstoffarmen Wirtschaft beitragen".

Redaktion finanzen.net

Bildquellen: Jo Panuwat D / Shutterstock.com, Victor Moussa / Shutterstock.com

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