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30.11.2017 17:30
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Polen: Auf den Zloty wetten!

Euro am Sonntag-Zerti-Tipp: Polen: Auf den Zloty wetten! | Nachricht | finanzen.net
Euro am Sonntag-Zerti-Tipp
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Die Wirtschaft des Landes läuft hervorragend. Das zieht Investoren aus dem Ausland an. Die Währung Zloty profitiert davon.
€uro am Sonntag
von Emmeran Eder, €uro am Sonntag

Dankbar sein muss Polen Wladimir Putin. Ausgelöst durch den Krieg in der Ost-Ukraine sind viele Ukrainer nach Polen geflohen. Dort werden sie derzeit als Arbeitskräfte dringend benötigt. Denn die polnische Wirtschaft brummt seit Jahren. Die Arbeitslosenquote ist unter fünf Prozent gesunken. Unternehmen suchen händeringend nach Beschäftigten. Vor allem in der boomenden Bau- und Immobilienbranche werden die Ukrainer angestellt, da viele Polen diese Arbeit inzwischen nicht mehr machen wollen.


Auch deshalb, weil die Löhne in anderen Branchen zuletzt stark gestiegen sind. 2016 immerhin um vier Prozent. Der Durchschnittswert liegt bei 4.635 Zloty (1100 Euro), was ein neuer Rekordwert ist. Grund dafür ist der Arbeitskräftemangel. Als Folge wurde auch der Mindestlohn um acht Prozent erhöht.

Immobilienboom im ganzen Land

Bedingt durch die höheren Einkommen klettert auch die Nachfrage nach Wohnungen und Häusern, der Boom beschränkt sich also nicht nur auf Gewerbeimmobilien und umfasst neben Warschau alle größeren Städte. Viele Ausländer legen ihr Geld in polnischem Beton an. "Sie erzielen hier meist höhere Renditen als in westeuropäischen Städten", sagt Anna Staniszewska, Analystin bei BNP Paribas Real Estate Eastern Europe. Schließlich sind in dem osteuropäischen Land noch Renditen von acht Prozent pro Jahr drin, rund 1,5 Prozentpunkte mehr als weiter westlich.

Der Konsum treibt die Wirtschaft an

Auch der 2017 um vier Prozent gewachsene Konsum profitiert von höheren Löhnen, niedriger Arbeitslosigkeit und mehr Sozialleistungen. Zu denen zählt eine kräftige Anhebung des Kindergeldes und der Renten durch die neue Regierung der PiS-Partei, die damit ihre vorwiegend katholische und ländliche Wählerschicht bedient. Der Konsum trägt auch erheblich zu den ­guten Wachstumszahlen bei. 2017 steigt das BIP um 3,41 Prozent, bis 2019 soll das nach Einschätzung der polnischen Nationalbank so bleiben.



Nicht nur am Immobilien-, sondern auch am Aktienmarkt sind die Anleger euphorisch. Der Leitindex WIG 20 kletterte 2017 um 27 Prozent und zählt damit zu den besten globalen Indizes. Trotzdem ist er mit dem 2018er-KGV von 11,8 verglichen zu anderen Börsen noch moderat bewertet. Das dürfte dazu führen, dass an die Warschauer Börse noch mehr ausländisches Geld fließt.

Inflation höher als in Eurozone

Das ist einer der Faktoren, der den Zloty stützen und zu einer Aufwertung führen sollte. Ein weiterer ist der Zufluss von Kapital in den Immobilienmarkt. Hinzu kommt, dass steigende Löhne die Inflation anheizen. Die befindet sich derzeit bei 2,2 Prozent und ist damit höher als in der Eurozone mit 1,4 Prozent. Wegen des rascheren Lohnzuwachses als in der Eurozone wird sich dieser Abstand künftig wohl noch ausweiten, da die Inflation an der Weichsel weiter anziehen sollte. Das wird wohl die polnische Nationalbank über kurz oder lang zwingen, auch den Leitzins, der jetzt mit 1,50 Prozent schon deutlich höher als in der Eurozone ist, noch weiter anzuheben.

Devisenprofis rechnen Mitte bis Ende 2018 damit, dass die Nationalbank mit schrittweisen Zinserhöhungen beginnt. Mario Draghi wird wohl frühestens 2019 die Zinsen anheben. Die Zinsdifferenz macht den Zloty für Anleger gegenüber dem Euro attraktiv. Daher und wegen der gut laufenden Konjunktur hatte der Zloty im ersten Halbjahr 2017 schon von 4,40 auf 4,20 EUR/PLN zugelegt.

Dann kam es zu einer Korrektur, ausgelöst durch umstrittene Reformvorhaben der Regierung im Justizwesen, die von der EU abgelehnt werden, da damit die Unabhängigkeit der Justiz untergraben werden soll. Der Konflikt der national-konservativen PiS-Regierung mit Brüssel ist für Anleger, die auf einen steigenden Zloty zum Euro setzen wollen, das größte Risiko. Vor allem, wenn die EU Polen Fördergeld streichen soll- te, da das Land einer der größten Kapitalempfänger aus Brüssel ist. Kurzfristig könnten politische Störfeuer zum Rückgang des Zloty führen. Das Beispiel Ungarn zeigt aber, dass Brüssel davor zurückschreckt, harte Maßnahmen zu ergreifen, falls ein Land sich nur begrenzt an demokratische Spielregeln hält.

Mit Hebel partizipieren

Von daher dürften mittelfristig die fundamentalen Faktoren überwiegen und dafür sorgen, dass der Zloty seinen Anfang Oktober begonnenen erneuten Aufwärtstrend zum Euro fortsetzt. Dafür spricht auch, dass der seit Juni charttechnisch bestehende Abwärtstrend durchbrochen wurde. Risikobereite Anleger können mit dem EUR/PLN-Short-Knock-out-Zertifikat mit Hebel 4,25 verdienen (ISIN: DE 000 SC4 YLM 9), wenn der Euro zum Zloty nachgibt. Der Hebel wirkt auch vice versa, dann sind hohe Verluste die Folge. Die Knock-out-Barriere bei 5,09 EUR/PLN ist fast 21 Prozent entfernt.

Bildquellen: Mliberra / Shutterstock.com, Marcin Krzyzak / Shutterstock.com

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