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16.01.2015 09:30
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Zertifikate: Mit Hebel hoch hinaus

Hebel ist nicht gleich Hebel: Zertifikate: Mit Hebel hoch hinaus | Nachricht | finanzen.net
Hebel ist nicht gleich Hebel
Faktor-, Outperformance- und Sprintzertifikate haben einen Hebel. Doch im Detail unterscheiden sie sich stark. Was Anleger wissen müssen.
€uro am Sonntag
von Gian Hessami, Euro am Sonntag

Anleger können in Hausse-Phasen mit einem Hebel überdurchschnittlich profitieren - zum Beispiel mit Faktor-, Outperformance- und Sprintpapieren. Wer wissen will, wann sich welcher Typ am besten eignet, sollte sich die Funktion der Produkte genauer ansehen.

Faktorzertifikate spielen ihre Stärken in trendstarken Märkten aus. Die Open-end-Papiere haben einen konstanten Hebel, der sich immer auf die Tagesrendite eines Basiswerts bezieht. Wie groß der Hebel ist, verrät der Faktor.

Ein Beispiel: Das Zertifikat der Commerzbank auf den DAX hat den Faktor drei (ISIN: DE 000 CZ2 4ZL 2). Steigt der Index verglichen zum Vortag um 1,5 Prozent, erhöht sich der Wert des Faktorzertifikats um 4,5 Prozent. Die Gebühr liegt bei 0,5 Prozent jährlich. Der Hebel wirkt auch umgekehrt: Sinkt der DAX an einem Tag um 1,5 Prozent, fällt der Kurs des Zertifikats um 4,5 Prozent.

Auch wichtig: Faktorzertifikate eignen sich nicht für Seitwärtsphasen. Das liegt daran, dass die Basis für die Prozentrechnung täglich neu festgelegt wird, um den Hebel konstant zu halten. Sinkt eine Aktie an einem Tag um fünf Prozent, fällt ein Faktorzertifikat mit Hebel vier auf diese Aktie um 20 Prozent - von 100 Euro auf 80 Euro. Das Produkt startet am Folgetag bei 80 Euro. Klettert die Aktie dann um fünf Prozent, steigt das Faktorzertifikat um 20 Prozent auf 96 Euro. Das Investment rutscht vier Prozent ins Minus. Dieser Basiseffekt bei der Prozentrechnung wirkt sich bei längeren Seitwärtsphasen für Faktorpapiere verheerend aus - es entstehen hohe Verluste. Das gilt vor allem für Zertifikate mit hohen Hebeln.

Defensiver als Faktor- sind Outperformancezertifikate. Anders als bei Faktorpapieren ist ihre Laufzeit limitiert. Der Hebel ist an der Partizipationsrate ersichtlich: Eine Rate von 150 Prozent entspricht dem Hebel 1,5. In der Regel ist die Partizipationsrate über 100 und unter 200. Steht bei Fälligkeit der Kurs des Basiswerts über dem bei Emission fixierten Basispreis, nehmen Anleger gemäß der Partizipationsrate am Gewinn teil. Unterhalb des Basispreises bildet das Zertifikat die Basiswertverluste dagegen nur eins zu eins ab.

Wieder ein Beispiel: Bei dem Outperformancezertifikat der Deutschen Bank auf den DAX (DE 000 DT1 WNB 6) liegt der Basispreis bei 9.500 Punkten. Sollte der DAX bei Fälligkeit im Herbst 2015 bei 10.070 Punkten notieren, was sechs Prozent DAX-Anstieg zum Basispreis entspricht, nehmen Anleger zu 150 Prozent (Hebel: 1,5) daran teil. Der Ertrag ist dann neun Prozent. Steht der Index unter 9.500 Zählern, machen Anleger Verluste wie mit einem Indexzertifikat. Sie sollten beim Kauf von Outperformancepapieren darauf achten, dass der Kurs des Basiswerts nicht viel über dem Basispreis steht. Sonst wirkt der Hebel in beide Richtungen. Und Anleger wären auch überproportional an Verlusten des Basiswerts beteiligt. Daher sollten Investoren vor dem Kauf des Papiers lieber einen DAX-Rücksetzer abwarten.

Für Börsianer, die davon ausgehen, dass sich ein Basiswert in einer bestimmten Zeitspanne nur leicht nach oben bewegt, sind Sprintzertifikate ­attraktiv. Sie besitzen ein Gewinnlimit. Bis zu diesem Cap verdoppelt sich der Kursgewinn des Basiswerts, was einem Hebel von zwei entspricht. Über den Cap hinaus profitieren Anleger nicht mehr von Kurserträgen.

Am Ausgabetag des Zertifikats entspricht der Preis etwa dem Kurs des Basiswerts - bei Berücksichtigung des Bezugsverhältnisses. Sollte der Basiswert bei Fälligkeit unter dem Startkurs (Basispreis) stehen, partizipieren Anleger an Verlusten eins zu eins. Auch hier gilt ebenso wie bei Outperformancepapieren: Der Kurs des Basiswerts sollte beim Erwerb nicht weit über dem Basispreis stehen. Sonst wirkt der Hebel in beide Richtungen und verstärkt nicht nur die Gewinne, sondern auch die Verluste.

Beispiel: DAX-Sprinter von Vontobel (DE 000 VZ5 WGN 6). Basispreis des im März fälligen Papiers ist 9.700 Punkte, der Cap liegt bei 9.914 Zählern. Das Papier kostet aktuell 97 Euro beim Bezugsverhältnis von 1/100. Maximal werden 101,28 Euro zurückgezahlt: (99,14 Euro minus 97 Euro) x 2 plus 97 Euro. Aber nur, falls am 6. März der DAX mindestens bei 9914 Zählern steht.

Fazit: Bei raschen Kursanstiegen sind mit Faktorpapieren hohe Erträge erzielbar, es drohen aber auch enorme Verluste. Outperformance- und Sprintpapiere sind defensiver. Erstere eignen sich eher für eine längere Hausse, Sprinter für begrenzte Kursgewinne.

Bildquellen: isak55 / Shutterstock.com, Kiselev Andrey Valerevich / Shutterstock.com

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