Bewertungsmaßstäbe

Bewertungsmaßstäbe - Definition

Normen zur Festlegung der betragsmäßigen Höhe (Bewertung), mit der ein wirtschaftlicher Sachverhalt sich im Rechnungswesen niederschlägt. Die Bewertungsmaßstäbe bzw. -kategorien sind dabei im Handels- und Steuerrecht nur zum Teil identisch. Im Steuerrecht enthält das Bewertungsgesetz (BewG) insbesondere die für die Ermittlung der Substanzsteuern relevanten Bewertungsmaßstäbe (u. a. Einheitswert und Gemeiner Wert sowie dessen Ausprägungen in Form des Teilwertes, Nennwertes, Kapitalwertes und Ertragswertes), während das Einkommensteuergesetz die Bewertungskategorien Anschaffungskosten (ggf. vermindert um Absetzung für Abnutzung (AfA)), Herstellungskosten und Teilwert sowie hilfsweise die weiteren Kategorien des Bewertungsgesetzes kennt.

Im Handelsrecht sind neben den Bewertungsmaßstäben Anschaffungskosten (ggf. vermindert um Abschreibung) und Herstellungskosten weitere spezifische Wertkategorien je nach Bilanzposition relevant, d. h. für das Umlaufvermögen vor allem Börsen- oder Marktpreise oder eventuell ein Beizulegender Wert sowie für bestimmte Forderungen und Rentenverpflichtungen der Barwert und für Rückstellungen ein nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung sich ergebender notwendiger Erfüllungsbetrag. Anstelle einer Einzelbewertung sind unter bestimmten Voraussetzungen auch Sammelbewertungsverfahren zugelassen. Nach IFRS und US-GAAP ist neben den Anschaffungs- und Herstellungskosten vor allem der Fair Value relevant, der je nach Bilanzposition und Sachverhalt auch dann anzusetzen ist, wenn er über den Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten liegt, während nach HGB die Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten die Wertobergrenze bilden.

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Schneck (Hrsg.), Lexikon der Betriebswirtschaft, 9. Auflage, München 2015
www.finanzen.net/wirtschaftslexikon/bewertungsmassstaebe/9

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