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18.02.2020 21:16

Experte: Tesla muss sich VW und Apple zum Vorbild nehmen, damit Aktienkurs berechtigt ist

Erwachsen werden: Experte: Tesla muss sich VW und Apple zum Vorbild nehmen, damit Aktienkurs berechtigt ist | Nachricht | finanzen.net
Erwachsen werden
Tesla ist ein Phänomen an der Börse: Trotz vergleichsweise schmaler Absatzzahlen hat es der E-Autobauer zum zweitgrößten Autokonzern weltweit gebracht. Ein Experte denkt, dass Tesla dieser Bewertung gerecht werden kann. Allerdings muss das Unternehmen dafür einiges leisten.
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• Aswath Damodaran hält Tesla aktuell für überbewertet
• Dank großem Potenzial könnte Tesla aber in Bewertung hineinwachsen
• Tesla-Aktie aktuell kein Investment

Der Elektroautobauer Tesla ist an der Börse aktuell rund 145 Milliarden US-Dollar wert und damit der zweitgrößte Autokonzern weltweit hinter Toyota. Doch an dieser Bewertung scheiden sich die Geister. Während zahlreiche Analysten das Tesla-Papier für stark überbewertet halten, sehen andere das Potenzial für einen noch kräftigeren Kursanstieg. Nun hat der NYU-Professor Aswath Damodaran, der im englischsprachigen Raum auch als "Dean of Valuation" bekannt ist, gegenüber "CNBC" seine Einschätzung zur Tesla-Aktie dargelegt. Auch er hält den aktuellen Aktienkurs von Tesla für übertrieben, glaubt aber, dass der Konzern um Elon Musk durchaus das Potenzial hätte, in Zukunft der hohen Bewertung gerecht zu werden.

Experte gibt Tesla hohe Ziele vor

Die Tesla-Aktie ist seit Jahresbeginn an der US-Technologiebörse NASDAQ um rund 90 Prozent gestiegen. Zeitweise - das Papier des E-Autoherstellers erreichte Anfang Februar ein Allzeithoch bei 968,88 Dollar - betrug das Plus sogar mehr als 130 Prozent. "Um diesen Preis zu rechtfertigen, muss man eine richtig, richtig große Story erzählen", sagte Aswath Damodaran in der vergangenen Woche in der "CNBC"-Sendung "Squawk Alley" mit Blick auf die Kursentwicklung des E-Autobauers. Damodaran ist Professor im Fachbereich Finanzen an der wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der New York University, hat mehrere Bücher über Firmenbewertungen geschrieben und kann laut "Wired" auf eine beachtliche Erfolgsbilanz zurückblicken, wenn es darum geht vorherzusagen, wann eine Firma zu sehr gehypt worden ist.

Auch dem Hype rund um Tesla steht der Experte für Firmenbewertungen kritisch gegenüber. Seiner Meinung nach müsste Tesla den Umsatz von Volkswagen sowie die Bruttomarge von Apple vorweisen und zusätzlich noch so viel in die Produktion investieren "wie keine andere Herstellerfirma jemals zuvor", damit der aktuelle Aktienkurs gerechtfertigt sei. Aktuell ist der Konzern rund um den ambitionierten Milliardär Elon Musk von diesen Zahlen jedoch weit entfernt. Denn obwohl Tesla beim Börsenwert mittlerweile deutlich vor Volkswagen liegt, kann VW ein Vielfaches des Tesla-Umsatzes vorweisen: Während Tesla im Jahr 2019 rund 24,6 Milliarden Dollar umsetzte, lag der Umsatz von Volkswagen im Geschäftsjahr 2018 bei rund 236 Milliarden Euro - umgerechnet rund 256 Milliarden US-Dollar. Ähnlich sieht es bei der Marge aus: Während Apple im vergangenen Jahr eine Bruttomarge von 37,8 Prozent erzielte, lag die von Tesla zuletzt bei 18,8 Prozent.

Konzern um Elon Musk muss erwachsen werden

Tesla hätte also einiges aufzuholen, bis der aktuelle Aktienkurs nach Damodarans Meinung auch verdient wäre. Umso überraschender ist, dass er gegenüber "CNBC" sagte, dass Tesla das durchaus schaffen könne. "Kann es das leisten? Es ist plausibel", so der Finanzprofessor. Er setzt dabei offenbar unter anderem darauf, dass Tesla eben kein reiner Autohersteller ist. "Sie müssen einen Weg finden, um teils Software[firma], teils Auto[firma] zu werden", so Damodaran. Nur so könnten sie die gewaltigen Margen von Apple erreichen und dadurch sogar weitere Aufwärtsbewegungen rechtfertigen, glaubt der Experte.

Ein weiteres Kriterium für zukünftigen Erfolg ist jedoch auch, dass Tesla erwachsen wird, wie Damodaran durchblicken lässt. Aktuell verhalte sich das Unternehmen - und vor allem auch Firmenchef Elon Musk - jedoch eher wie ein Teenager. "Ich bezeichne Tesla immer als meinen Unternehmensteenager" so der Professor gegenüber "CNBC". "Jeden Tag wache ich auf und [Tesla] hat so viel Potenzial und dann sagt es ‚Was kann ich denn heute machen, um alles zu vermasseln?‘".
Bereits im Januar hatte Damodaran gegenüber "Wired" Elon Musk mit einem Teenager verglichen und ihm vorgeworfen, alles bei Tesla zu verpfuschen indem er ständig Ablenkungen in die Welt hinausposaunen würde.

Umso glücklicher zeigte er sich nun jedoch über die angekündigte Kapitalerhöhung bei Tesla, denn diese sei nötig, um in die hohe Unternehmensbewertung hineinzuwachsen. Der Konzern würde sich nun endlich so verhalten, wie es sich für eine Firma mit einer großen Story gehöre, so der Experte. Seiner Meinung nach sollte Tesla sogar noch viel mehr Geld einsammeln, denn das Unternehmen werde das Kapital brauchen, um die Wachstumsstory, die viele Anleger schon eingepreist haben, wahr werden zu lassen. Auch für die von Damodaran geforderten immensen Investitionen in die Produktion dürfte zusätzliches Kapital äußerst hilfreich sein.

Tesla-Aktie versetzt Investoren in Angst

Aktuell würde Aswath Damodaran aber dennoch die Finger von der Tesla-Aktie lassen - zumindest als Investor. Denn bis Tesla seinem hohen Börsenwert gerecht werden könne, gebe es noch zahlreiche Hindernisse "und das wäre meine Sorge dabei, den aktuellen Preis zu zahlen", so der Experte für Unternehmensbewertungen. Er hat seine Tesla-Aktien daher bereits bei einem Kurs von rund 640 US-Dollar verkauft - etwas zu früh, wie er gegenüber "CNBC" zugab. Doch er habe damals schon das Gefühl gehabt, dass das Papier zu viel zugelegt habe. "Ich denke, es ist zu schnell gewachsen, deshalb habe ich verkauft", so Damodaran.

Kursbewegungen wie die bei Tesla seien "beängstigend" für Investoren, aber das Alltagsgeschäft für Trader. Seiner Meinung nach sei Tesla deshalb - zumindest im Moment - auch eindeutig eine Trading-Aktie und kein Investment. Doch das könnte sich in Zukunft wohl ändern.

Redaktion finanzen.net

Bildquellen: JOHANNES EISELE/AFP/Getty Images, VCG/VCG via Getty Images

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