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26.06.2020 22:08

Wirecard-Aktie deutlich unter 2 Euro: Sorge um Kreditkartengeschäft - Strafanzeige gegen Wirtschaftsprüfer - Anleger mit Recht auf Schadensersatz?

EU prüft Rolle der BaFin: Wirecard-Aktie deutlich unter 2 Euro: Sorge um Kreditkartengeschäft - Strafanzeige gegen Wirtschaftsprüfer - Anleger mit Recht auf Schadensersatz? | Nachricht | finanzen.net
EU prüft Rolle der BaFin
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Die Kreditkartenanbieter Visa und MasterCard überdenken laut Insidern ihre Geschäftsbeziehungen zu dem in einem Milliardenskandal verstrickten Zahlungsdienstleister Wirecard.
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Visa und MasterCard erwägen, Wirecard die Möglichkeit zu entziehen, Zahlungen über ihre Netzwerke zu leiten, wie die Nachrichtenagentur Bloomberg am Donnerstagabend und Berufung auf mit der Sache vertraute Personen schrieb. Einige Wirecard-Kunden seien bereits kontaktiert worden, um sie auf diese Möglichkeit vorzubereiten.

Wirecard hatte am Donnerstag wegen Überschuldung und drohender Zahlungsunfähigkeit einen Insolvenzantrag eingereicht. Bei den Aschheimern geht die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft EY, die den Jahresabschluss 2019 prüfte, von schwerer Kriminalität in quasi weltumspannendem Maßstab aus: "Es gibt deutliche Hinweise, dass es sich um einen umfassenden Betrug handelt, an dem mehrere Parteien rund um die Welt und in verschiedenen Institutionen mit gezielter Täuschungsabsicht beteiligt waren", erklärte EY in Stuttgart.

EU-Kommission schaltet europäische Finanzaufsicht ein

Wirecard-Skandal schaltet die EU-Kommission jetzt die europäische Finanzaufsicht ESMA ein. Die Aufseher sollen den Zusammenbruch des Münchner Zahlungsdienstleisters und mögliche Versäumnisse der Aufsichtsbehörden unter die Lupe nehmen. Bis 15. Juli soll ein vorläufiger Untersuchungsbericht vorliegen. Dies geht aus einem Schreiben der Kommission an die ESMA hervor, das der Deutschen Presse-Agentur am Freitag vorlag. Im Brief der EU-Kommission an die ESMA (Europäische Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde) in Paris heißt es, nötig sei eine umfassende Beschreibung und Analyse der Ereignisse und eine Prüfung, ob die Reaktion der Aufsichtsbehörden angemessen gewesen sei. In Deutschland zuständig ist die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin).

Die ESMA müsse sich den Vorfall unter dem Gesichtspunkt ansehen, dass EU-Anleger umfassend geschützt seien, wenn sie in Firmen investierten, die im regulierten Markt in der EU gelistet seien, heißt es in dem Schreiben. Das sei auch wichtig für mögliche weitere Schritte.Verfasst wurde der Brief von der zuständigen Generaldirektion für Finanzmarktstabilität der Kommission, gerichtet ist er an ESMA-Chef Steven Maijoor.

EU will Rolle der BaFin bei Wirecard-Insolvenz prüfen

Die EU hat eine vorläufige Untersuchung der Rolle gefordert, die die deutsche Finanzaufsicht BaFin beim Bilanzskandal rund um den Bezahldienstleister Wirecard gespielt hat. Es müsse geklärt werden, ob die BaFin ihre Aufsichtspflicht erfüllt habe, sagte der EU-Kommissar für Wirtschaft und Kapitaldienstleistungen, Valdis Dombrovskis, der Financial Times. Er wolle die EU-Finanzaufsicht darum bitten, die Rolle der BaFin in dem Skandal zu prüfen und möglicherweise eine förmliche Untersuchung einzuleiten. Die Regulierer der Wirtschaftsprüfungsgesellschaften müssten zudem prüfen, ob der Wirecard-Prüfer EY die EU-Gesetze befolgt habe.

SdK stellt Strafanzeige gegen Wirecard-Abschlussprüfer EY

Unterdessen gerät der langjährige Abschlussprüfer des Konzerns immer stärker ins Visier.

Die Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK) stellte wegen der Vorgänge rund um Wirecard Strafanzeige gegen zwei amtierende und einen ehemaligen Abschlussprüfer der Ernst & Young GmbH (EY), wie die Aktionärsvereinigung am Freitag mitteilte. Ferner habe die SdK große Zweifel, dass EY als Abschlussprüfer geeignet sei. Die Aktionärsvereinigung werde daher zunächst für die von der SdK vertretenen Investoren auf zukünftigen Hauptversammlungen gegen eine Bestellung von EY zum Abschlussprüfer und/oder Konzernabschlussprüfer stimmen. EY war für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen.

EY hatte mehr als ein Jahrzehnt lang die Zahlen von Wirecard geprüft und die Bilanzen testiert. Erst bei der Prüfung der 2019er-Bilanz bemerkten die Prüfer, dass Bankbestätigungen zu Treuhandkonten auf den Philippinen gefälscht waren. Auf den Konten sollten 1,9 Milliarden Euro liegen - ein Viertel der Bilanzsumme. Am Donnerstag musste Wirecard dann Insolvenz anmelden.

Kanzlei: Wirecard-Anleger können Schadensersatz fordern

Die Anleger des insolventen Bezahldienstleisters Wirecard haben laut einer Anwaltskanzlei weiterhin Anspruch auf Schadensersatz gegen das Unternehmen. Zwar müssten die Forderung von Anlegern in Wirecard-Aktien, -Anleihen und -Derivaten in der Insolvenz hinten anstehen.

"Wir haben derzeit Anzeichen dafür, dass aber werthaltige Ansprüche gegen die Wirtschaftsprüfer EY und möglicherweise sogar die BaFin bestehen könnten", sagte der Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht Michael Leipold laut einer Pressemitteilung seiner Kanzlei. Bei der Finanzaufsicht BaFin habe "sogar der oberste Chef erhebliche Fehler eingeräumt".

Die Wirtschaftsprüfer hätten anscheinend über mehrere Jahre falsche Jahresabschlüsse des DAX-Konzerns testiert. Anlegern seien dadurch Informationen vorenthalten, in dessen Kenntnis sie das Investment nicht getätigt hätten, so die Kanzlei.

Ansprüche auf Schadensersatz könnten sich daher für alle Anleger ergeben, die zwischen dem 24.02.2016 und dem 18.06.2020 Wertpapiere gehandelt haben.

Behörde untersagt Geschäfte von britischer Wirecard-Tochter

Die britische Finanzaufsicht FCA hat der Wirecard-Tochter Wirecard Card Solutions de facto den Geschäftsbetrieb untersagt.

Die Firma dürfe wegen der Insolvenz des Mutterkonzerns keine regulierten Aktivitäten ausüben und müsse ihre Kunden darüber informieren, teilte die FCA am Freitag mit. Auch dürften keine Gelder abfließen. Die Wirecard-Tochter erbringt in Großbritannien unter anderem Zahlungsdienstleistungen. Auch nutzen mehrere Start-Ups wie der N26-Rivale Revolut die Dienste von Wirecard für ihr Angebot.

Zukunft von Wirecard ungeklärt

Wie es mit dem Unternehmen weitergeht, und ob Wirecard überhaupt eine Zukunftsperspektive hat, ist nach wie vor völlig ungeklärt. Der Vorstand hatte am Donnerstag erklärt, die Fortführbarkeit des Unternehmens sei "nicht sichergestellt". Die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" schreibt indes ohne genaue Nennung einer Quelle, dass es schon Interessenten für Teile von Wircard gebe.

Philippinen vermuten Ex-Vorstand Marsalek in China

Eine Schlüsselfigur im Milliardenskandal um den insolventen DAX-Konzern hält sich möglicherweise in China auf. Nach den Daten der philippinischen Einwanderungsbehörde reiste der frühere Wirecard-Vorstand Jan Marsalek am Dienstag in das südostasiatische Land ein und am Mittwoch über den Flughafen Cebu weiter nach China. Allerdings zeigten die Videoaufzeichnungen des Flughafens nicht, dass Marsalek das Land verlassen habe, sagte Justizminister Menardo Guevarra am Donnerstag dem Fernsehsender CNN Philippines.

Der Manager war im Wirecard-Vorstand für das operative Tagesgeschäft zuständig und am vergangenen Montag fristlos entlassen worden. Die Staatsanwaltschaft München ermittelt bereits seit Wochen gegen Marsalek, Ex-Vorstandschef Markus Braun und zwei weitere noch amtierende Vorstände wegen des Verdachts der Falschinformation von Anlegern.

Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft EY, die die Bilanzen von Wirecard prüfte, geht von umfassendem Betrug mit mehreren beteiligten Parteien rund um die Welt aus. Wirecard hatte am Donnerstag Insolvenz beantragt. Das Unternehmen hat mutmaßliche Luftbuchungen in Höhe von 1,9 Milliarden Euro eingeräumt, weswegen der Vorstand für kommende Woche mit der Kündigung von Krediten ebenfalls in Milliardenhöhe rechnete.

Wirecard-Aktien erneut unter Druck

Die Papiere des im Bilanzskandal versunkenen Zahlungsabwicklers Wirecard haben am Freitag auf XETRA erneut deutlich unter Druck gestanden. Sie kosteten zum Handelsende nur noch 1,28 Euro und standen damit 63,74 Prozent im Minus - das Tief lag bei 1,08 Euro, und damit auf dem tiefsten Niveau seit 17 Jahren. Eine Wirecard-Aktie war vor Ausbruch der Corona-Krise Mitte Februar noch knapp 144 Euro wert. Die Verluste für die Anleger in diesen gut vier Monaten summieren sich auf etwa 18 Milliarden Euro. Unter den Leidtragenden, die nun auf quasi wertlosen Papieren sitzen, sind viele der weltweit knapp 6000 Mitarbeiter und Kleinaktionäre.

Erster Index-Exit

In sechs Handelstagen verloren sie bis zu 98 Prozent an Wert und verlieren bei aktuellem Stand im September ihren Platz im DAX. Schon ab Dienstag wird nicht mehr im Stoxx Europe 600 , dem Index der 600 größten börsennotierten europäischen Unternehmen zu finden sein. teilte die Index-Tochter Stoxx Ltd. der Deutschen Börse am späten Donnerstagabend mit. Im Wirecard-Bilanzskandal geht die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft EY mittlerweile von schwerer Kriminalität in quasi weltumspannendem Maßstab aus.

Wichtig sind Index-Änderungen vor allem für Fonds, die Indizes exakt nachbilden. Dort muss dann entsprechend umgestellt werden, was Einfluss auf die Aktienkurse haben kann.

dpa-AFX, dpa-AFX Broker, Dow Jones Industrial, Reuters

Bildquellen: Wirecard, CHRISTOF STACHE/AFP/Getty Images

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