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21.03.2014 16:00
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Private-Equity-Riesen: Dealen wie in besten Zeiten

Händler heißer Ware: Private-Equity-Riesen: Dealen wie in besten Zeiten | Nachricht | finanzen.net
Händler heißer Ware
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Finanzinvestoren wie Blackstone und KKR mischen wieder kräftig mit in der Hochfinanz und fahren Rekordgewinne ein. Neuerdings treibt auch das Geschäft mit Börsengängen die Profite.
€uro am Sonntag
von Klaus Schachinger, Euro am Sonntag

Mit seinem persönlichen Schrei vor Glück muss sich Zalando-Chef Rubin Ritter noch Zeit lassen. Die Schreie von Postboten und anderen Akteuren in der gleichnamigen Werbeoffensive haben den Berliner Onlineversender von Mode deutschlandweit populär gemacht.

Im Durchschnitt wird jedoch die Hälfte der Ware zurückgeschickt. "Die Retouren sind immer noch ein großer Kostenblock, der die Profitabilität empfindlich belastet", heißt es aus dem Umfeld der Banken, die den Berliner Aufsteiger bei seinem geplanten Börsengang (IPO) begleiten wollen.

Das Team von Zalando-Chef Ritter muss sich deshalb mächtig ins Zeug legen, um die Firma in die Gewinnzone zu bringen. Im vergangenen Jahr lag die operative Marge erst bei minus sieben Prozent. Nach Einschätzung von Experten könnte den Berlinern, die 2013 viel Geld in eine effiziente Logistik investiert haben, im dritten Quartal der Sprung in die schwarzen Zahlen gelingen.

Privatanleger können schon jetzt von Zalandos Wertsteigerung profitieren. Und zwar unabhängig vom Zeitpunkt des Börsendebüts, das sich noch verzögern könnte, da der Onlineversender vorerst finanziell abgesichert ist und nicht unter Druck steht. Anlegern steht der kleine Umweg über den börsen­notierten schwedischen Finanz­investor Kinnevik offen. Die von drei schwedischen Unternehmerfamilien gegründete Beteiligungsfirma hält gut ein Drittel an Zalando. Kinneviks Aktionäre profitieren bereits seit Längerem von den Wertsteigerungen des Onlinehändlers.

Im Vergleich mit Private-Equity-Riesen wie Apollo Global Management, Blackstone, Cerberus oder KKR sind die Schweden ein Leichtgewicht in der Branche. Die großen, meist amerikanischen Konzerne sind dank ihrer Finanzkraft längst auf Augenhöhe mit Investmentbanken - und mischen kräftig mit in der Hochfinanz.

Derzeit ziehen die Gesellschaften Nutzen aus der prekären Lage vieler europäischer Kreditinstitute und kaufen diesen vor dem Bankenstresstest im großen Stil faule Kredite ab. Aktuell verhandeln etwa die US-Finanzinvestoren Cerberus und KKR mit der Bank Intesa Sanpaolo und Unicredit aus Italien. Zusammen mit einem Partner hat Cerberus von Unicredit bereits Kredite im Wert von 1,6 Milliarden Euro übernommen. KKR will einen Fonds zur Auslagerung von Darlehen der beiden Banken gründen.

Wo Unternehmen stark unter Druck sind, winken Helfern meistens hohe Renditen. Bei Apollo und Blackstone gilt das aktuell auch für das Geschäft der Reeder. Überkapazitäten bei Schiffen und faule Kredite in der Finanzierung haben die Situation verschärft. Als gut bezahlter Retter in der Not gründete Apollo mit der Hamburger Reederei Rickmers eine Firma zum Kauf gebrauchter Containerschiffe. Im Beteiligungsgeschäft ergatterte Blackstone einen Anteil am Modeimperium Versace. Für 150 Millionen Euro kauften die Amerikaner der Gründerfamilie ein Fünftel der Firma ab. Die Italiener brauchten dringend Geld für die Expansion in Schwellenländer.

In den Boomjahren vor der Finanzkrise wurden Blackstone und Co von Politikern in Deutschland als Heuschrecken gebrandmarkt, weil sie milliardenschwere Übernahmen weitgehend über eine höhere Verschuldung der gekauften Unternehmen finanzierten. In der Krise traf es manches Ziel der Heuschrecken zwar hart. Doch anders als von Politikern prophezeit, meisterten viele Firmen ihre Schuldenlast - und kehrten später profitabler an den ­Kapitalmarkt zurück.

Die Unternehmen aus den Top Ten der Branche haben ihre Gründer inzwischen zu breit aufgestellten Finanzriesen ausgebaut, die häufig börsennotiert sind. Mit sehr hohen Kapitalrenditen von zum Teil mehr als 25 Prozent sind Aktien von Firmen wie Blackstone inzwischen zu Favoriten der Anleger geworden. Ein wesentlicher Grund der hohen Renditen sind übrigens die beispielsweise im Vergleich zu Investmentbanken deutlich geringeren regulatorischen Auflagen.

Pensionsfonds investieren
Die hohe Profitabilität ist ein starker Magnet für das Kapital langfristig orientierter Investoren wie Pensionsfonds. 2013 sammelten die Finanzinvestoren von Institutionellen nach Zahlen des Marktforschers Prequin die gewaltige Summe von 440 Milliarden Dollar ein. 18,5 Milliarden Dollar gewann allein Apollo für den größten Beteiligungsfonds der Branche - binnen zehn Monaten.

Dass sich die Private-Equity-Konzerne ihre hohen Dividendenrenditen auch im Interesse ihrer Gründer leisten, liegt auf der Hand. Apollo-­Pionier Leon Black stellte im vergangenen Jahr mit 546 Millionen Dollar Vermögenszuwachs den Rekord in der Branche auf. Der Amerikaner ist inzwischen auch Kunstmäzen. Edward Munchs Gemälde "Der Schrei" zählt zu seinem privaten Portfolio.

Apollo ist ein gutes Beispiel für breite Diversifizierung. Das Volumen der Anleihe- und Problemkredite wurde in sieben Jahren von vier auf 100 Milliarden Dollar erweitert. Nur noch ein Viertel des Portfolios im Gesamtwert von 160 Milliarden Dollar besteht aus Firmenbeteiligungen. Dennoch schloss der Konzern 2013 mit zehn Milliarden Dollar Profit aus dem Verkauf des Chemiekonzerns LyondellBasell einen der größten und profitabelsten Deals in der Geschichte der Branche ab. Gelungen ist der Coup, weil die Amerikaner die früher insolvenzgefährdete Firma nicht in einer Auktion ­erwarben, sondern über den Kauf ­eines wesentlichen Teils der Firmenanleihen. Die Papiere waren billig, weil Investoren das Risiko scheuten. Über die Zwangsumwandlung der Anleihen in Aktien wurde Apollo dann Firmeneigentümer.

Private Equity treibt IPO-Boom
Finanzinvestoren haben nach Schätzungen von Goldman Sachs im vergangenen Jahr die Rekordsumme von 164 Milliarden Dollar verdient. Ein guter Teil davon stammt aus der Emission von Firmenanteilen an der Börse. 2013 platzierten die Finanzriesen nach Zahlen des Marktforschers Dealogic Aktien im Wert von 50 Milliarden Dollar - das entspricht der Hälfte des IPO-Geschäfts in Europa und Amerika.

Das Umfeld ermutigt die Investoren, weitere Firmen an die Börse zu bringen. Während in Frankfurt immer noch keine IPO-Kandidaten in Sicht sind, liegt das Geschäftsvolumen in London bereits fünfmal so hoch wie im Vorjahreszeitraum. Am Mittwoch schickte Warburg Pincus den Aldi-Konkurrenten Poundland an die Börse. Der Discounter erhöhte seinen Börsenwert am ersten Tag um ein Fünftel (siehe Tabelle).

Bleibt das Börsenumfeld trotz der gegenwärtig aufflammenden Unsicherheit gut, können Finanzkonzerne noch viel liefern. Das IPO-Potenzial der Branche wird - dank umfangreicher Beteiligungen - auf 575 Milliarden Dollar geschätzt.











Investor-Info

Apollo Global Management
Starkes Kreditgeschäft

Mit seinem 100-Milliarden-Dollar-Anleihe- und Kreditportfolio ist Apollo ein großer Spieler im Aufkauf von Problemkrediten. Die jüngsten Zahlen waren stark, die Dividendenrendite ist hoch. Beteiligungen machen nur ein Viertel des 160 Milliarden Dollar Vermögens aus. Im Vergleich mit Blackstone könnte das die Kursfantasie kurzfristig bremsen. Halten.

Blackstone Group
Steigende Ausschüttungen

Mit knapp 250 Milliarden Dollar Vermögen ist Blackstone einer der größten Finanzinvestoren. Der Konzern ist neben Firmenbeteiligungen auch im Immobiliengeschäft stark. Das Kreditgeschäft, derzeit ein Viertel des Vermögens, soll ausgebaut werden. Die Ausschüttungen sollen in den kommenden Jahren deutlich steigen. Auch für konservative Anleger.

Kinnevik
Zalando treibt Kursfantasie

Nachdem sich der IPO der größten Beteiligung, ­Zalando, mindestens bis Ende des Jahres verzögert, kam es zu Gewinnmitnahmen. Eine prima Einstiegsgelegenheit. Bei Zalando sind weitere prominente Investoren wie der Pensionsfonds Ontario Teachers Fund eingestiegen. Das spricht für Wertsteigerungen, auch für Kinnevik-Aktionäre. Spekulativ.

ETFs
Risiko streuen

Wem das Risiko bei Einzelwerten zu hoch ist, der kann sich mit zwei ETFs die wichtigsten Finanzin­vestoren ins Depot holen. Der börsengehandelte ­Indexfonds der Deutschen Bank auf den LPX-Index (ISIN: LU 032 225 071 2) bildet die Aktien von 25 Private-Equity-Firmen ab. US-Firmen, darunter Blackstone, KKR und Apollo, stellen 48 Prozent der Zusammensetzung. Von den Europäern sind Wendel S.A. und Partners Group dabei. Beim ETF auf den US-lastigen Index S & P Listed Private Equity der Blackrock-Tochter iShares (ISIN: DE 000 A0M SAF 4) machen Papiere amerikanischer Finanzinvestoren knapp 60 Prozent der Zusammensetzung aus.

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24.05.2016Apollo Global Management LLC (A) Sector PerformRBC Capital Markets
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08.01.2016Apollo Global Management LLC (A) HoldDeutsche Bank AG
29.10.2015Apollo Global Management LLC (A) BuyArgus Research Company
26.10.2015Apollo Global Management LLC (A) Sector PerformRBC Capital Markets
29.10.2015Apollo Global Management LLC (A) BuyArgus Research Company
30.07.2015Apollo Global Management LLC (A) BuyUBS AG
30.07.2015Apollo Global Management LLC (A) BuyArgus Research Company
08.05.2015Apollo Global Management LLC (A) BuyArgus Research Company
13.06.2012Apollo Global Management LLC (A) overweightBarclays Capital
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27.11.2006Update Claire's Stores Inc.: SellBrean Murray

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