30.04.2020 22:53

UBS-Analyst: Diese Berkshire Hathaway-Unternehmen dürften besonders unter dem Coronavirus leiden - und diese profitieren

Kursziel gesenkt: UBS-Analyst: Diese Berkshire Hathaway-Unternehmen dürften besonders unter dem Coronavirus leiden - und diese profitieren | Nachricht | finanzen.net
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Auch das Konglomerat von Starinvestor Warren Buffett ist nicht immun gegen die Auswirkungen der Corona-Krise. Das nahm ein Analyst zum Anlass für eine drastische Kurszielsenkung für Berkshire Hathaway.
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• Berkshire ist in vielen Sektoren aktiv
• Einige Berkshire-Firmen dürften stärker leiden als andere
• UBS-Analyst senkt Kursziel


Die COVID-19-Pandemie hat das Geschäft zahlreicher Unternehmen massiv belastet. Investmentgesellschaften wie Berkshire Hathaway sind von diesem Umstand besonders betroffen, denn sie halten Anteile an vielen verschiedenen Unternehmen. Doch nicht alle Buffett-Firmen leiden unter der Krise, das Investmentvehikel von Warren Buffett hat durchaus auch Anteile an einigen Profiteuren.

UBS-Analyst nimmt Berkshire-Beteiligungen unter die Lupe

Die Investmentgesellschaft verfüge nicht nur über ein massives Aktienportfolio sondern betreibe auch Geschäfte in einer Vielzahl unterschiedlicher Sektoren, darunter Eisenbahnen, Produktion, Einzelhandel, Dienstleistungen und Versicherungen. Daher stelle Berkshire "einen Querschnitt der Gesellschaft dar", schreibt Yahoo! Money. Ein "sehr bedeutender Prozentsatz unserer Unternehmen ist von der Krise betroffen", warnte Berkshire-Chef Warren Buffett im Februar, verwies aber zeitgleich darauf, dass auch eine Reihe anderer Gründe auf die Entwicklung der Aktien einwirken. UBS-Analyst Brian Meredith hat die Beteiligungen von Berkshire unter die Lupe genommen, um festzustellen, bei welchen Unternehmen tatsächlich die größten Belastungen zu erwarten sind.

Buffett-Aktien mit Risiken

Besonders genau betrachtet hat er dabei Berkshire-Unternehmen aus dem Produktions-, Dienstleistungs- und Einzelhandelssegment. Angesichts der Tatsache, dass diese Branchen in der Vergangenheit "empfindlicher auf makroökonomische Trends reagiert" hätten, rechnet Meredith hier mit einem Umsatzrückgang von rund einem Prozent. In diesem Segment besitzt Berkshire unter anderem Precision Castparts (PCC), eine Lieferanten für Flugzeugteile, das Chemieunternehmen Lubrizol, den Werkzeughersteller IMC Group und den Fertighaushersteller Clayton Homes.

Bei PCC rechnet der UBS-Analyst mit deutlichen Auswirkungen auf den Umsatz, da Flugzeughersteller wie Boeing aktuell vor großen Herausforderungen stehen. Bei der Buffett-Firma Lubrizol werden die Turbulenzen auf dem Ölmarkt wohl massive Spuren hinterlassen. Hier rechnet Meredith mit einem Umsatzrückgang im ersten und zweiten Quartal "angesichts der aktuellen Bedingungen auf dem Ölmarkt und der geringeren Kraftstoffnachfrage". Doch das Unternehmen könnte seiner Ansicht nach zeitgleich auch von niedrigeren Ölpreisen und allgemein niedrigeren Rohstoffkosten profitieren, denn das Unternehmen stellt nicht nur Schmiermittel und Kraftstoffzusätze her, sondern hat auch Kunden in der Chemie- und Baubranche, für die unter anderem Plastikrohre produziert werden.

Buffett-Firmen, die von der Corona-Krise profitieren

Für das Berkshire-Unternehmen McLane Company, einen Zulieferer im Lebensmittelbereich, dürfte die pandemiebedingte Krise hingegen einen Schub für das Geschäft bedeuten. Immer mehr Verbraucher verlassen ihr Zuhause derzeit kaum, Aktivitäten wie auswärts zu essen, sind global nahezu auf Eis gelegt. McLane, der als Großhändler unter anderem Convenience-Stores und Discounter beliefert, könnte von dieser Entwicklung profitieren.

Bei der US-Eisenbahngesellschaft BNSF Railway Company sorgt das aktuelle wirtschaftliche Umfeld für Druck, dennoch geht der UBS-Analyst davon aus, dass das Berkshire-Unternehmen schlussendlich zu den Profiteuren der Krise gehören könnte. Insbesondere wenn die wirtschaftlichen Einschränkungen gelockert werden und Wirtschaftsaktivitäten mehr und mehr wieder aufgenommen werden, könnte sich dies für BNSF lohnen, glaubt Meredith: "Wir prognostizieren daher ein Umsatzwachstum von 4 Prozent für BNSF im 3. und 4. Quartal", zitiert Yahoo! Money den Experten. Dabei verweist er auch auf die niedrigen Ölpreise, die sich positiv auf das BNSF-Geschäft auswirken dürften.

Und auch im Versicherungsbereich sieht der UBS-Experte Berkshire Hathaway gut aufgestellt. Der "Stay-at-home"-Trend führt dazu, dass nicht nur die gefahrenen Kilometer mit Fahrzeugen deutlich sinken, kurzfristig dürfte der Berkshire-Versicherer GEICO auch davon profitieren, dass die Häufigkeit von Autounfällen abnimmt.

COVID-19-bedingte Versicherungsansprüche im Bereich Rückversicherung und Erstversicherung hält Meredith hingegen für "überschaubar".

Kursziel für Berkshire Hathaway gesenkt

Dennoch dürfte auch ein Riesen-Konglomerat wie Berkshire Hathaway nicht unbeschadet durch die Krise kommen, was der UBS-Experte zu Anlass für Kurszielsenkungen für die Aktien der Investmentgesellschaft nahm. Das Preisziel für die A-Aktie von Berkshire wurde von 393.000 US-Dollar auf 358.000 US-Dollar gesenkt. Die B-Aktie soll nun statt 262 US-Dollar nur noch Potenzial bis auf 239 US-Dollar haben. Damit hätte die A-Aktie noch ein Kurspotenzial von rund 27 Prozent, für die B-Aktie ist seiner Ansicht nach damit noch Luft in ähnlicher Höhe. Sein Kaufrating für beide Aktiengattungen behielt Meredith aber bei.

Redaktion finanzen.net

Bildquellen: Jonathan Weiss / Shutterstock.com, Paul Morigi/Getty Images for Fortune/Time Inc

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