Mögliche Ansteckungsgefahr

Nach Krise bei New York Community Bancorp: Experte warnt vor Übergreifen der Bankenkrise auf Deutschland

14.02.24 21:01 Uhr

Bankenkrise droht! Experte warnt vor Dominoeffekt nach Problemen bei New York Community Bancorp | finanzen.net

Zuletzt kamen beunruhigende Nachrichten vom US-Bankensektor. Insbesondere der Markt für Gewerbeimmobilien droht in Schieflage zu geraten. Ein Fondsmanager warnt nun davor, dass die Krise nicht allein auf die Vereinigten Staaten beschränkt bleiben könnte. Insbesondere Titel wie die pbb und die Aareal Bank rücken dabei in den Fokus.

• New York Community Bancorp mit Problemen
• Fondsmanager warnt vor Übergreifen auf europäische Institute
• Selektives Vorgehen

Anfang Februar rasten ein weiteres Mal Schockwellen durch den US-Bankenmarkt. Ausgerechnet die New York Community Bankcorp, die 2023 noch einige Vermögenswerte der zusammengebrochenen Signature Bank übernommen hatte, musste einen überraschenden Nettoverlust vermelden. Die Sorge vor einer erneuten Schieflage am US-Regionalbankenmarkt machte die Runde, insbesondere nachdem die Ratingagentur Moody’s die Aktie der NYCB auf "Ramschstatus" abgestuft hatte.

Ansteckungsgefahr auch für europäische Banken?

Jonathan Golan von der Hedgefondsgesellschaft Man Group hält es Bloomberg zufolge für möglich, dass die erneute Krise bei US-Regionalbanken auch heimische Bankenhäuser in Bedrängnis bringen könnte. Gegenüber Bloomberg warnte der Experte vor möglichen Zahlungsausfällen auch in Europa, insbesondere mit Blick auf die Tatsache, dass heimische Finanzhäuser möglicherweise zu viele Darlehen auf dem Gebiet der US-Gewerbeimmobilien vergeben haben und mögliche Abschreibungen mit enormen Folgen für ihr Geschäft einher gehen würden.

"In Deutschland und Skandinavien sehen wir Engagement im Gewerbeimmobiliensegment als Prozentsatz des materiellen Eigenkapitals im Bereich von 400, 500, 600, 700 Prozent", so der Fondsmanager. "Wenn jede dieser Banken für jeden US-Dollar, den sie an Gewerbeimmobilien verleiht, eine Abschreibung von 15 Cent vornimmt - was ich nicht als Basisfall ansehe, aber als ein völlig vernünftiges Szenario -, sind diese Banken nicht nur nicht mehr Investment Grade, sondern auch insolvent", so die warnenden Worte des Marktexperten im Interview mit Bloomberg.

Leerverkäufe als Reaktion?

Für Golan seien in diesem Marktumfeld Leerverkäufe offenbar eine attraktive Option. "Wir haben uns darauf konzentriert, Sektoren und Einzeltitel zu identifizieren, die deutlich über ihrem inneren Wert gehandelt werden", so Golan. In den vergangenen Jahren hätten die Chancen vor allem in Long-Positionen gelegen. "Nun aber befinden wir uns in einem sehr späten Stadium des Bewertungszyklus - und deshalb wollen wir gleichzeitig offensiv und defensiv agieren."

Erste Anzeichen schon sichtbar?

Erste Hinweise auf eine Ansteckung auch europäischer Institute waren am Markt bereits sichtbar: So waren Anleihen deutscher Kreditinstitute, die einen Fokus auf den Immobiliensektor haben, jüngst eingebrochen. Betroffen war davon auch die Deutsche Pfandbriefbank, die sich daraufhin genötigt sah, Zweifel an ihrer Finanzlage zu zerstreuen. Man habe den Refinanzierungsbedarf für 2024 schon weitgehend gedeckt, erklärte das Finanzhaus in der vergangenen Woche. Zeitgleich betonte die pbb, man habe hohe Summen auf den Konten der Kunden im Tages- und Festgeldbereich. Die Liquiditätsdeckungsquote des Instituts liege mit 212 Prozent mehr als doppelt so hoch wie vorgeschrieben.

Einige Banken stärker bedroht als andere

Einer Einschätzung von "Bloomberg Intelligence" zufolge gebe es beim Thema US-Gewerbeimmobilienkredite keine wesentliche Bedrohung für Bankhäuser wie die Deutsche Bank, die HSBC oder die BNP Paribas. Hier hätten die fraglichen Kredite einen Anteil von einem Prozent oder weniger an der Bilanzsumme.

Bei anderen Instituten sieht die Lage aber wohl anders aus. "Die Aareal Bank mit einem Engagement von 16 Prozent und die Pfandbriefbank mit zehn Prozent sind stärker gefährdet, wobei die gerade angehobene Risikovorsorge der PBB für 2023 zeigt, dass die Schwäche des Immobilienmarktes noch nicht vollständig berücksichtigt ist", hieß es in einer Analyse von Bloomberg Intelligence.

Auch Golan rät zur Selektion

Auch Golan glaubt, dass der Bankensektor nicht als Ganzes bedroht ist, sondern sieht insbesondere in kleineren Ländern, in denen der Markt oligopolistischer und die Margen höher sind, Chancen. Dabei rückte er unter anderem einige mittel- und osteuropäische Banken sowie spezialisierte britische Banken, die nicht um das gleiche Geschäft konkurrieren wie die großen Anbieter, in den Fokus. "Es gibt einige sehr starke Institute, die sich nur in geringem Maße in Gewerbeimmobilien engagieren, über differenzierte Geschäftsmodelle verfügen und eine hohe Rentabilität, Solvenz und Liquidität aufweisen", sagte er. "In diesen Bereichen finden wir attraktive Möglichkeiten, aber man muss wirklich selektiv vorgehen."

Redaktion finanzen.net

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Bildquellen: CHRISTOF STACHE/AFP/Getty Images, Aareal Bank

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