Vakuum im Vorstand belastet Telekom-Aktie: Suche nach neuem Technik-Chef gestaltet sich offenbar schwierig

Die Deutsche Telekom steht vor einem Wechsel im Vorstand: Der Technikchef verlässt den Konzern. Die Suche nach einer Nachfolge könnte zur strategischen Herausforderung werden.
Werte in diesem Artikel
• Mudesir verlässt Telekom-Vorstand
• Nachfolge im Technologie-Ressort offen
• Übergangslösung durch Finanzchef geplant
Die Deutsche Telekom steht vor einer personellen Veränderung in ihrer Führungsetage. Abdurazak Mudesir, der im Vorstand die Bereiche Produkte und Technologie verantwortete, wird das Bonner Unternehmen verlassen. Der Konzern gab bekannt, dass der Manager die Telekom auf eigenen Wunsch und mit dem Ziel einer neuen beruflichen Herausforderung im Ausland den Rücken kehrt. Diese Entscheidung markiert das Ende einer prägenden Phase für die technologische Ausrichtung des DAX-Konzerns.
Einvernehmliche Vertragsauflösung zum Monatsende
Der Aufsichtsrat der Deutschen Telekom hat dem Wunsch von Mudesir bereits entsprochen und der Aufhebung seines Vertrages zugestimmt. Damit wird die Zusammenarbeit offiziell zum Ende dieses Monats beendet. Mudesir galt innerhalb des Konzerns als treibende Kraft für Innovationen und war maßgeblich an der Gestaltung der Produktstrategie beteiligt. Sein Ausscheiden erfolgt in einer Zeit, in der die Telekommunikationsbranche vor großen technologischen Umbrüchen steht, was die Bedeutung seiner bisherigen Position unterstreicht.
Herausforderungen bei der Neubesetzung des Schlüsselressorts
Der plötzliche Abgang wirft jedoch Fragen zur langfristigen Personalplanung des Konzerns auf, da die Suche nach einer dauerhaften Lösung als schwierig gilt. Branchenkenner weisen darauf hin, dass die Position des Technikvorstands bei der Telekom aufgrund der hohen Komplexität und der globalen Vernetzung ein extrem spezifisches Anforderungsprofil erfordert. Da Mudesir erst vergleichsweise kurz im Amt war und nun eine Lücke hinterlässt, steht das Management unter Druck, zeitnah eine fachlich versierte Nachfolge zu präsentieren, die sowohl die deutsche Infrastruktur als auch die internationalen Ambitionen des Konzerns versteht.
Die "Wirtschaftswoche" verweist darauf, dass Kontinuität im Technik-Ressort für Investoren ein hohes Gut ist. Ein "Hire-und-Fire"-Eindruck im Vorstand oder eine dauerhafte Vakanz an der Technologiespitze könnte das Vertrauen der Aktionäre in die langfristige Innovationskraft dämpfen. Da die Telekom-Aktie zuletzt gut gelaufen ist, werden solche Personalquerelen am Markt genau beobachtet, um festzustellen, ob sie die operative Umsetzung der Strategie bremsen könnten.
Kommissarische Leitung durch den Finanzvorstand
Um die Kontinuität in den wichtigen Ressorts Technologie und Produkte zu gewährleisten, hat der Konzern eine interne Übergangslösung präsentiert. Christian Illek, der amtierende Finanzvorstand der Deutschen Telekom, wird die Aufgaben von Mudesir zusätzlich zu seinem bestehenden Verantwortungsbereich übernehmen. Diese Doppelrolle von Illek ist vorerst als Interimslösung angelegt, bis eine dauerhafte Nachfolge für die Schlüsselposition gefunden ist. Die Interimslösung von Seiten der Wirtschaftswoche zwar als solide Lösung für den Übergang gesehen, löst aber nicht das strukturelle Problem, dass der Konzern einen technologischen Visionär braucht, der langfristig bleibt.
Telekom-Aktie gibt nach
Die Aktie der Deutschen Telekom hat sich von der Personalie zunächst unbeeindruckt gezeigt. Am Dienstag, dem Tag nach Bekanntwerden des Abgangs, legte der Anteilsschein auf XETRA rund drei Prozent zu. Am Mittwoch geht es dann allerdings zeitweise 0,89 Prozent auf 32,15 Euro nach unten.Claudia Stephan, Alexandra Hesse, Bettina Schneider, Redaktion finanzen.net mit Material von Dow Jones
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