finanzen.net
10.11.2010 10:21

ROUNDUP: Eon-Chef kündigt Strategiewechsel an - Weitere Milliardenverkäufe

    DÜSSELDORF (dpa-AFX) - Eon-Chef Johannes Teyssen will den größten deutschen Versorger tiefgreifend umbauen. Dabei will er zahlreiche Beteiligungen abstoßen und vor allem außerhalb Europas wachsen, wie der Manager am Mittwoch in Düsseldorf mitteilte. Schwerpunkt der Strategie ist eine Konzentration auf die Energieerzeugung und den Handel. Bis 2015 will Teyssen durch Verkäufe rund 15 Milliarden Euro einnehmen. Dieses Geld will der Konzern zum Schuldenabbau und für die internationale Expansion einsetzen.

    Mit dem Konzernumbau reagiere Eon auch auf die Belastungen aus dem Energiekonzept der Bundesregierung. Auf Eon kommen hohe Kosten durch neue Steuern auf Brennelemente für Atomkraftwerke, durch die künftig vollständige Versteigerung von CO2-Verschmutzungsrechten und den höheren Wettbewerb im Gasgeschäft zu. Das wird den Gewinn unter Druck setzen. Erst 2013 rechnet der Konzern damit, dass das operative Ergebnis - damit meint das Unternehmen künftig das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) und nicht mehr das bereinigte EBIT - wieder den Wert von 2010 erreicht.

DIVIDENDENPOLITIK BLEIBT UNVERÄNDERT

    An seiner Dividendenpolitik will Eon festhalten. 50 bis 60 Prozent des bereinigten Konzernüberschuss will der Konzern an seine Aktionäre ausschütten. Für 2010 sollen es wie in den beiden Vorjahren 1,50 Euro je Aktie sein, 2011 und 2012 nur noch 1,30 Euro. Die Aktie reagierte vor allem auf diese Aussagen positiv, wie Händler hervorhoben, und legte über 3,5 Prozent zu.

    Welche Geschäftsbereiche zur Disposition stehen, ließ Eon zunächst offen. Das Unternehmen erklärte aber, sich auf die "wettbewerblichen Geschäfte" konzentrieren zu wollen. Das würde bedeuten, dass das regulierte Geschäft, dazu gehören vor allem die Strom- und Gasnetze, für Eon an Bedeutung verlieren. 600 Millionen Euro Ergebnisbeitrag will Eon bis 2013 durch weitere Einsparungen und Effizienzsteigerungen erreichen.

INVESTITIONEN IM AUSLAND

    Umgekehrt sind bis 2013 Investitionen von 20 Milliarden Euro geplant. Dabei will Teyssen sich auf die Energieerzeugung aus aus erneuerbaren Quellen und mit konventionellen Kraftwerken konzentrieren. Schwerpunkt sind dabei neue Märkte in Schwellenländern. Ein Viertel des Ergebnisses soll bis 2015 von außerhalb Europas kommen.

    Einen Schwerpunkt will Teyssen auf die erneuerbaren Energien legen. Bis 2015 plant er die Verdreifachung der bisherigen Kapazitäten. Dabei setzt Eon auf Windparks in Nord- und Ostsee sowie auf Solarkraftwerke in Südeuropa. Bis 2020 will Eon so seinen CO2-Ausstoß halbieren. Bislang hatte der Konzern dieses Ziel für 2030. Teyssens Vorgänger Wulf Bernotat hatte dieses Ziel im Zusammenhang mit dem Klimagipfel in Kopenhagen im vergangenen Jahr schon ins Spiel gebracht, allerdings nur unter Bedingungen. Diese Konditionen gibt es nun nicht mehr.

GEWINNRÜCKGANG IN ERSTEN NEUN MONATEN

    In den ersten neun Monaten dieses Jahres brockten die Milliardenabschreibungen dem größten deutschen Energiekonzern einen Gewinnrückgang von 42 Prozent auf 3,5 Milliarden Euro ein. Das war aber keine große Überraschung mehr. Eon hatte die Wertberichtigungen von 2,6 Milliarden Euro in Südeuropa bereits Ende Oktober bekanntgegeben. Das für die Dividendenberechnung wichtige bereinigte Nettoergebnis, aus dem einmalige und nicht zahlungswirksame Effekte wie Wertberichtigungen herausgerechnet werden, stieg hingegen um 2 Prozent auf 4,4 Milliarden Euro. Operativ (bereinigtes EBIT) steigerte Eon seinen Gewinn um acht Prozent auf rund 8 Milliarden Euro. Die Vorjahresergebnisse hat der Konzern bereinigt. Nicht mehr enthalten ist der Beitrag der seit dem 1. November verkauften US-Tochter.

    An seiner Jahresprognose hielt das Unternehmen fest. Demnach soll das operative Ergebnis maximal um drei Prozent steigen, der bereinigte Überschuss stagnieren. Im vergangenen Jahr hatte Eon der Wirtschaftskrise weitgehend getrotzt. Das operative Ergebnis war lediglich um zwei Prozent auf auf 9,6 Milliarden Euro gesunken, das bereinigte Nettoergebnis um fünf Prozent auf 5,3 Milliarden Euro./enl/stk/wiz

Nachrichten zu E.ON sp. ADRs

  • Relevant
  • Alle
  • vom Unternehmen
  • Peer Group
  • ?

Keine Nachrichten im Zeitraum eines Jahres in dieser Kategorie verfügbar.

Eventuell finden Sie Nachrichten, die älter als ein Jahr sind, im Archiv

Um Ihnen die Übersicht über die große Anzahl an Nachrichten, die jeden Tag für ein Unternehmen erscheinen, etwas zu erleichtern, haben wir den Nachrichtenfeed in folgende Kategorien aufgeteilt:

Relevant: Nachrichten von ausgesuchten Quellen, die sich im Speziellen mit diesem Unternehmen befassen

Alle: Alle Nachrichten, die dieses Unternehmen betreffen. Z.B. auch Marktberichte die außerdem auch andere Unternehmen betreffen

vom Unternehmen: Nachrichten und Adhoc-Meldungen, die vom Unternehmen selbst veröffentlicht werden

Peer Group: Nachrichten von Unternehmen, die zur Peer Group gehören

Analysen zu E.ON sp. ADRs

  • Alle
  • Buy
  • Hold
  • Sell
  • ?
Keine Analysen gefunden.
mehr Analysen
Werbung
Werbung
Börse Stuttgart Anlegerclub

Die richtige Strategie für die Börsenkrise

Stecken Sie nicht den Sand in den Kopf, sondern kaufen Sie die richtigen Aktien. Erfahren Sie im aktuellen Anlegermagazin mehr über attraktive Qualitätsaktien und zyklische Aktien
Kostenfrei registrieren und lesen!

E.ON sp. ADRs Peer Group News

Keine Nachrichten gefunden.

Heute im Fokus

DAX schließt unter 13.600 Punkten -- US-Börsen in rot -- Allianz: Höhere Dividende nach Gewinnsteigerung -- Tesla darf Rodung fortsetzen -- RHÖN-KLINIKUM, Dr. Hönle, T-Mobile US, Sprint, LPKF im Fokus

RAG-Stiftung will "relevanten Minderheitsanteil" an thyssenkrupp Elevator. Virgin-Galactic-Aktie tiefrot: Morgan Stanley hält eine Korrektur für überfällig. RHÖN-KLINIKUM: Sinkende Gewinne erwartet. US-Wirtschaft verliert an Schwung: IHS Markit-Index fällt auf tiefsten Stand seit 2013. Fitbit verkauft nach Ankündigung des Google-Deals mehr Geräte.

Die 5 beliebtesten Top-Rankings

Diese Aktien hat Warren Buffett im Depot (Q4 2019)
Die Änderungen unter den Top-Positionen
Rohstoffe: Die Gewinner und Verlierer in KW 7 2020
Welcher Rohstoff macht das Rennen?
Big-Mac-Index 2020
In welchen Ländern kostet der Big Mac wie viel?
DAX 30: Die Gewinner und Verlierer in KW 7 2020
Welche Aktie macht das Rennen?
KW 20/7: Diese Aktien empfehlen Analysten zum Kauf
Diese Aktien stehen auf den Kauflisten der Experten
mehr Top Rankings

Umfrage

Ein Gericht hat die Rodung für die Tesla-Fabrik in Brandenburg gestoppt. Wie finden sie diese Entscheidung?

Online Brokerage über finanzen.net

finanzen.net Brokerage
Handeln Sie für nur 5 Euro Orderprovision* pro Trade aus der Informationswelt von finanzen.net!

ETF-Sparplan

Oskar ist der einfache und intelligente ETF-Sparplan. Er übernimmt die ETF-Auswahl, ist steuersmart, transparent und kostengünstig.
Zur klassischen Ansicht wechseln
Kontakt - Impressum - Werben - Pressemehr anzeigen
Top News
Beliebte Suchen
DAX 30
Öl
Euro US-Dollar
Bitcoin
Goldpreis
Meistgesucht
TeslaA1CX3T
Microsoft Corp.870747
Deutsche Bank AG514000
NEL ASAA0B733
Ballard Power Inc.A0RENB
Wirecard AG747206
Daimler AG710000
Apple Inc.865985
Allianz840400
PowerCell Sweden ABA14TK6
Amazon906866
Deutsche Telekom AG555750
Scout24 AGA12DM8
BASFBASF11
SteinhoffA14XB9