23.04.2017 14:07
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Trotz Skandal: Starinvestor Warren Buffett hält zu Wells Fargo

Rückendeckung zugesagt: Trotz Skandal: Starinvestor Warren Buffett hält zu Wells Fargo | Nachricht | finanzen.net
Rückendeckung zugesagt
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Erst kürzlich gab der milliardenschwere Starinvestor Warren Buffett bekannt, seinen Anteil an der skandalgeplagten US-Bank Wells Fargo zu reduzieren. Doch dies soll nichts mit den jüngsten Vorwürfen gegen die Bank zu tun haben, sondern eher praktischen Gründen zu schulden sein.
Das Orakel von Omaha dürfte sich inzwischen mit skandalgeplagten Firmen auskennen. So stehen die Buffett-Investments nicht erst seit dem aufsehenerregenden United Airlines-Vorfall, bei dem ein Passagier aufgrund einer Überbuchung des Flugzeuges gewaltsam aus diesem entfernt wurde, unter Druck. Dieser Vorfall kostete Warren Buffett mehrere Millionen Dollar, nachdem die Papiere der Muttergesellschaft United Continental im Anschluss an das Bekanntwerden des Vorfalls auf Talfahrt gingen. Auch mit seinem Investment bei der US-Bank Wells Fargo durchlebt Warren Buffett vergleichsweise schwere Zeiten.

Berkshire Hathaway verringert Anteil an Wells Fargo

Wie vor kurzer Zeit bekannt gegeben wurde, wolle Buffetts Holding Gesellschaft Berkshire Hathaway ihren Anteil an der US-Bank so verringern, dass dieser unter die 10-Prozent-Schwelle rutsche. Jahrelang ist Berkshire Hathaway bereits der größte Anteilseigner von Wells Fargo. Auch Warren Buffett persönlich besitzt einige Papiere des Finanzhauses. Nun sollen Aktien im Wert von über einer halben Milliarde US-Dollar veräußert werden. "Es ist einfacher, unseren Anteil unterhalb von zehn Prozent zu halten", so Berkshire Hathaway. Besitzt ein Unternehmen mehr als zehn Prozent der Anteile an einer Bank, ist die US-Notenbank Federal Reserve beauftragt, sämtliche Geschäftsbeziehungen zu durchleuchten. Nun sind die Auflagen für Buffetts Holding wohl doch zu hoch.

Buffett unterstützt den skandalträchtigen Aufsichtsrat

Seit bekannt wurde, dass Mitarbeiter der US Großbank jahrelang Scheinkonten und Kreditkarten einrichteten, steht Wells Fargo in der Kritik. Die Mitarbeiter der Bank begründeten ihre Verstöße damit, dass innerhalb des Unternehmens mit hohem Druck auf Abschlüsse gepocht würde. Der langjährige Vorstandschef John Stumpf räumte mit sofortiger Wirkung seinen Posten, weitere Manager mussten in dem Skandal um die Phantomkonten ihre Plätze räumen. In der kommenden Woche stehen beim jährlichen Aktionärstreffen weitere Mitglieder am Pranger. Auch Warren Buffett wird an dem Treffen teilnehmen.

Wells Fargo-CEO kämpft gegen Anschuldigungen

Der Aufsichtsrat wird laut Reuters in der kommenden Woche mit weiteren Entlassungs-Aufforderungen seitens der Aktionäre konfrontiert. Wells Fargo-CEO Tim Sloan will dagegenhalten und benötigt dafür die Unterstützung der Großaktionäre - wie Berkshire Hathaway.
Sloan selbst war immer wieder vorgeworfen worden, dass er zeitweise auch in der Sparte tätig gewesen sein soll, in welcher es zu den Unregelmäßigkeiten kam. Nun muss wohl auch er sich Rücktrittsforderungen stellen. Auf Warren Buffett kann Sloan aber wohl zählen. Die Assistentin des Milliardärs ließ gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters verlauten: Buffett unterstütze das Management und den Aufsichtsrat. Sloan bekräftigte, dass er auf die Rückendeckung des Anteilseigners baue. Dennoch dürfte das Aktionärstreffen in der kommenden Woche hochbrisant werden - für alle Beteiligten.

Redaktion finanzen.net

Bildquellen: Bill Pugliano/Getty Images, J. Kempin/Getty Images

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