20.04.2020 17:53

Ceconomy rutscht wegen Corona-Pandemie in die roten Zahlen - Aktie gewinnt dennoch

Verlust: Ceconomy rutscht wegen Corona-Pandemie in die roten Zahlen - Aktie gewinnt dennoch | Nachricht | finanzen.net
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Die Schließung einer Vielzahl von Läden im Zuge der Corona-Pandemie seit März hat dem Elektronikhändler Ceconomy im zweiten Quartal einen Verlust eingebrockt.
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Der Umsatz ging deutlich zurück, wie das Unternehmen am Freitag anhand vorläufiger Daten in Düsseldorf mitteilte. Sprunghaft angestiegen ist dagegen das bislang eher maue Online-Geschäft. Mit Einsparungen will das Unternehmen nun gegen die Krise ansteuern. Eine bei der staatlichen Förderbank KfW beantragte Kreditlinie soll die Liquidität sichern.

Der bereinigte operative Konzernverlust (Ebit) dürfte in den Monaten Januar bis März bei rund 131 Millionen Euro liegen, teilte die Muttergesellschaft der Ketten MediaMarkt und Saturn mit. In den ersten zwei Monaten des zweiten Quartals habe sich das bereinigte Konzern-EBIT noch im Rahmen der Erwartungen entwickelt, hieß es. Im Vorjahr hatte Ceconomy einen Gewinn von 26 Millionen Euro erzielt.

Den Umsatz erwartet das Unternehmen währungs- und portfoliobereinigt um rund 6,6 Prozent niedriger als im Vorjahresquartal. Berichtet nahmen die Erlöse um 7,7 Prozent auf 4,63 Milliarden Euro ab. Der Rückgang sei dabei allein auf die Schließungen zurückzuführen, erklärte Ceconomy. In den ersten zwei Monaten des Quartals seien die Erlöse aus eigener Kraft noch um 3,7 Prozent gestiegen.

Stark entwickelte sich dagegen das Onlinegeschäft: Der Umsatz dort kletterte um rund 24 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, damit erreichte der Anteil aus dem E-Commerce nun knapp 19 Prozent des Konzernumsatzes. Im März seien die reinen Online-Verkäufe sogar um 98 Prozent angesprungen.

Um der steigenden Nachfrage gerecht zu werden, würden Internet-Bestellungen für Produkte, die im Online-Lager nicht verfügbar seien, künftig teilweise aus den Märkten heraus bedient, so Ceconomy. Alle Online-Plattformen der Gruppe würden weiterhin bedient. Die Nachfrage nach Homeoffice-Geräten wie Webcams und Monitoren, Haushaltsprodukten wie Gefriertruhen sowie anderen Produkten wie etwa Hochdruckreinigern ist dabei den Angaben zufolge stark gestiegen.

Konzernchef Bernhard Düttmann nannte die aktuelle Situation herausfordernd. "Aber sie wird als Katalysator für die Transformation unseres Geschäftsmodells dienen." Mit den bisherigen fünf Monaten sei Ceconomy zufrieden gewesen, das Geschäft habe sich bis März solide entwickelt.

Positiv wirkten Ceconomy zufolge erste Einsparungen. Erst im April ergebniswirksam wird jedoch die eingeleitete Kurzarbeit in Deutschland und Österreich. In Deutschland hat Ceconomy für 20 000 Mitarbeiter Kurzarbeit in Anspruch genommen.

Beratungskosten sowie Marketing-Aufwendungen im stationären Geschäft habe Ceconomy gesenkt, Investitionen in die Modernisierung von Märkten und die Expansion gestoppt. Die Mietzahlungen für April seien für alle derzeit geschlossenen Märkte präventiv ausgesetzt worden. Das Unternehmen stehe in engem Kontakt mit den Vermietern, um einvernehmliche und für beide Seiten akzeptable Lösungen zu finden, hieß es. Zudem seien mit den verantwortlichen Behörden Steuerstundungen vereinbart worden.

Wie viele Händler auch musste Ceconomy im Zuge der Coronavirus-Krise auf Anordnung der Regierungen europaweit eine Vielzahl von Läden schließen. Bis zum 16. April waren den Angaben zufolge insgesamt 881 von 1025 Märkten vorübergehend dicht. Erste Wiedereröffnungen plant Ceconomy für den 2. Mai in Österreich. In Deutschland werde zudem geprüft, ob kleinere Bereiche in den Märkten vorübergehend abgetrennt und damit wiedereröffnet werden könnten.

Das derzeit im Umbau befindliche Unternehmen hat zudem wie bereits angekündigt bei der staatseigenen Förderbank KfW eine Kreditlinie in nicht genannter Höhe beantragt, um die bestehenden revolvierenden Kreditvereinbarungen aufzustocken und die finanzielle Flexibilität zu sichern. Ceconomy verfüge über einen syndizierten Kredit von 550 Millionen Euro sowie mehrere mehrjährige bilaterale Kredite von insgesamt 430 Millionen Euro. Zum 31. März 2020 seien alle Linien wegen der Umsatzunterbrechung durch Covid-19 vollständig ausgeschöpft gewesen.

Ceconomy hatte bereits Mitte März seine Ziele für das laufende Geschäftsjahr 2019/20 (per Ende September) wegen wegbrechender Geschäfte kassiert. Der Vorstand werde eine neue Prognose abgeben, sobald der weitere Verlauf der Covid-19-Pandemie verlässlicher abgeschätzt werden könne, hieß es. Die detaillierten Zahlen will der Konzern wie geplant am 14. Mai vorlegen.

Am Montag geht es für die Ceconomy-Aktie im XETRA-Handel dann nach unten: Zwischenzeitlich verliert das Papier 1,51 Prozent auf 2,08 Euro.

Ceconomy-Aktien drehen ins Plus

Nach einem Verlust im zweiten Quartal im Zuge der Corona-Krise sind die Papiere von Ceconomy am Montag via XETRA zunächst um bis zu 5,6 Prozent knapp unter die Marke von 2 Euro gerutscht. Erschwerend hinzu kam, dass Commerzbank-Analyst Jürgen Elfers seinen Daumen senkte und die Papiere nun mit "Reduce" negativ einstuft. Im Verlauf holten die Papiere des Elektronikhändlers, der unter staatlich verordneten Ladenschließungen leidet, ihre Verluste aber komplett auf und drehten deutlich ins Plus. Sie beendeten den handelstag mit einem Aufschlag von 6,43 Prozent auf 2,98 Euro.

Dabei scheint bei den Anlegern das Prinzip Hoffnung zu gelten, denn die Kommentare der Experten fielen alles andere als rosig aus. Der Quartalsbericht verdeutliche die kritische Situation, in die man durch die Ladenschließungen geraten sei, erklärte etwa Warburg-Analyst Thilo Kleibauer. In den endgültigen Zahlen dürften darüber hinaus Wertverluste in Folge des Kursverfalls der französischen Beteiligung Fnac Darty Spuren hinterlassen. Kurzfristig hänge neben möglichen Wiedereröffnungen auch viel von der Entscheidung der Förderbank KfW über eine Finanzspritze ab.

Commerzbank-Experte Elfers sieht indes nicht nur wegen Fnac Darty deutliche Wertminderungsrisiken, sondern im aktuellen Rezessionsszenario auch auf Aktivitäten in Deutschland, Italien, Spanien und den Niederlanden. Er halbierte sein Kursziel nahezu auf 1,75 Euro und blieb nur knapp über dem bisherigen Krisentief der Aktien von 1,685 Euro.

Einen positiven Aspekt hebt immerhin Goldman Sachs-Analyst Tushar Jain in seinem Kommentar hervor. Er glaubt nämlich, dass der Konzern finanziell gut gerüstet ist, die Krise zu meistern.

/nas/men

DÜSSELDORF / FRANKFURT (dpa-AFX)

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