finanzen.net
13.07.2016 22:06

Nach dem Brexit: Hans-Werner Sinn ahnt schon, wer als nächstes aussteigt

Kommt der Fixit?: Nach dem Brexit: Hans-Werner Sinn ahnt schon, wer als nächstes aussteigt | Nachricht | finanzen.net
Kommt der Fixit?
Folgen
Das Brexit-Votum war ein Schock für die Finanzmärkte. Doch möglicherweise muss sich Europa darauf einstellen, dass schon der nächste Austritt bevor steht.
Werbung
Hans-Werner Sinn, ehemaliger Chef des ifo-Institutes und Top-Ökonom, glaubt bereits zu wissen, welches Land in Europa als nächstes einen Exit planen könnte. Dabei ist aber nicht die Rede von einem Austritt aus der Europäischen Union, für den sich die Mehrheit des britischen Volkes in einem Referendum ausgesprochen hat. Stattdessen rechnet Sinn damit, dass sich ein skandinavisches Land bald von der Europäischen Gemeinschaftswährung Euro verabschieden wird: Finnland.

Ohne den Euro aus der Wirtschaftskrise

Das Land befindet sich in einer tiefen Wirtschaftskrise und steckt mitten in einer jahrelangen Rezession. Schlimmer lief es in Finnland seit dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr. Das Volk wird zunehmend unzufrieden, viele Finnen wollen die Europäische Gemeinschaftswährung als Hauptschuldigen an der aktuellen wirtschaftlichen Misere ausgemacht haben. "Viele Menschen in Finnland fragen sich, warum ihr Land in der Euro-Zone verbleiben soll, wenn seine Wirtschaft durch eine Rückkehr zu einer nationalen Währung und einer Abwertung rasch wieder auf die Beine kommen könnte", so der Ökonom Hans-Werner Sinn in einem Gastbeitrag für die "WirtschaftsWoche". Schließlich habe das Land bereits Erfahrung mit Krisen: In den frühen 90er Jahren hatte Finnland die damalige Landeswährung Markka gegenüber der D-Mark massiv abgewertet und schaffte so den wirtschaftlichen Befreiungsschlag.
Viele Finnen, Bürger wie Politiker, denken daher aktuell offenbar darüber nach, sich vom Euro zu verabschieden. Denn die aktuellen Maßnahmen bringen erst mittel- bis langfristig Erfolge: Die Erhöhung der Wettbewerbsfähigkeit durch eine reale Abwertung im Euro-Raum wird sich laut Sinn wohl erst in rund vier Jahren lindernd bemerkbar machen. "Es könnte sein, dass Finnland nicht so lange wartet", warnt der Ökonom weiter.

Blick zum Nachbarn

Dabei könnte auch der neidische Blick zum Nachbarn Schweden dafür sorgen, dass die Finnen einen Euro-Austritt ernsthaft in Erwägung ziehen. Denn dort läuft es wirtschaftlich deutlich besser als in Finnland: Auch - und möglicherweise sogar weil - das Land auf die Euro-Einführung verzichtet und stattdessen mit der Schwedischen Krone eine eigene Zinspolitik verfolgt.

Ausstieg für Finnland weitgehend verlustfrei möglich

Laut Sinn würde Finnland einen Euro-Ausstieg deutlich besser verkraften als viele südeuropäische Länder. "Ein Verzicht auf die Euro-Druckerpresse wäre für das Land weniger schmerzlich als für Griechenland, Italien oder Spanien, weil sich Finnland dieser Presse nicht überproportional bedient." Das Land hätte "die Chance, relativ verlustfrei aus dem Euro auszusteigen", so der Ökonom weiter.

Volksentscheid über EU-Austritt ebenfalls weiter Thema

Auch ein kompletter Austritt aus der Europäischen Union wird in Finnland immer wieder diskutiert. Erst kürzlich hatte Sampo Terho, ein führender Abgeordneter der Patei "Die Finnen", die als Euro- und EU-kritisch gilt, einen Volksentscheid nach dem Vorbild Großbritanniens ins Gespräch gebracht. Bei der kommenden Parlamentswahl im Jahr 2019 wolle man die Frage erneut zur Disposition stellen, so Terho.

Redaktion finanzen.net
Bildquellen: ifo, ifo Institut
Werbung

Devisenkurse

NameKurs+/-%
Dollarkurs1,1300-0,0001
-0,00
Japanischer Yen120,7400-0,0400
-0,03
Pfundkurs0,8948-0,0004
-0,04
Schweizer Franken1,0635-0,0001
-0,01
Russischer Rubel79,99100,1075
0,13
Bitcoin8166,9102-16,8696
-0,21
Chinesischer Yuan7,9120-0,0004
-0,01

Heute im Fokus

DAX geht höher ins Wochenende -- Wall Street letztlich im Plus -- BASF mit roten Zahlen -- Netflix mit Rekordhoch -- QIAGEN steigert Gewinn kräftig -- thyssenkrupp, ASML im Fokus

METRO-Aktie fällt: Kartellamt nimmt Verkauf von Real-Filialen genauer unter die Lupe. HOCHTIEF-Enkelgesellschaft mit Folgeauftrag im Kohlebergbau. SAS-Gläubiger lehnen Schuldentausch in Aktien ab. Google, Facebook und Co.: USA bringen Sanktionen gegen Frankreich wegen Digitalsteuer in Stellung. Tele Columbus ersetzen RHÖN-KLINIKUM im SDAX. Meyer Burger plant Solarproduktion in Sachsen und Sachsen-Anhalt. BCM will am 14. Juli an die Börse gehen.
Werbung
Werbung
Werbung
Börse Stuttgart Anlegerclub

Die richtige Strategie für die Börsenkrise

Stecken Sie nicht den Sand in den Kopf, sondern kaufen Sie die richtigen Aktien. Erfahren Sie im aktuellen Anlegermagazin mehr über attraktive Qualitätsaktien und zyklische Aktien
Kostenfrei registrieren und lesen!

Umfrage

Deutschland debattiert über ein Ende der coronabedingten Maskenpflicht im Handel. Wie ist Ihre Meinung dazu?

Online Brokerage über finanzen.net

finanzen.net Brokerage
Handeln Sie für nur 5 Euro Orderprovision* pro Trade aus der Informationswelt von finanzen.net!

ETF-Sparplan

Oskar ist der einfache und intelligente ETF-Sparplan. Er übernimmt die ETF-Auswahl, ist steuersmart, transparent und kostengünstig.
Zur klassischen Ansicht wechseln
Kontakt - Impressum - Werben - Pressemehr anzeigen
Top News
Beliebte Suchen
DAX 30
Öl
Euro US-Dollar
Bitcoin
Goldpreis
Meistgesucht
Deutsche Bank AG514000
Wirecard AG747206
TeslaA1CX3T
BayerBAY001
BioNTech SE (spons. ADRs)A2PSR2
Amazon906866
Infineon AG623100
Daimler AG710000
Lufthansa AG823212
Microsoft Corp.870747
Allianz840400
Apple Inc.865985
CommerzbankCBK100
NEL ASAA0B733
Deutsche Telekom AG555750