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16.04.2019 08:58
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Zertifikate, Fremdwährungen und Co. können auch bei Korrekturen Rendite bringen

Vermögensverwalter-Kolumne: Zertifikate, Fremdwährungen und Co. können auch bei Korrekturen Rendite bringen | Nachricht | finanzen.net
Vermögensverwalter-Kolumne
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2019 kann auch über das erste Quartal hinaus ein gutes Jahr für Investoren werden. Der Blick auf bestimmte alternative Anlageformen schadet aber trotz des aktuellen Booms an den Börsen nichts.
Das vierte Quartal 2018 war eine Phase zum Vergessen. Die weltweiten Märkte brachen ein und führten dazu, dass kaum ein Anleger mit einem Plus aus dem Jahr gekommen ist. Doch dann kam es zu einem fundamentalen Stimmungswandel: Im ersten Quartal 2019 schienen die Sorgen völlig vergessen, lange bekannte Belastungsfaktoren wie Brexit, US-chinesischer Handelsstreit und schwächelnde Konjunktur waren auf einmal eingepreist - die Erholung hat die Verluste aus dem Vorjahr so gut wie vergessen gemacht.
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Die Trendwende an den Märkten steht im Wesentlichen auch mit geänderten Zinserwartungen im Zusammenhang. Die Sorge vor anhaltend steigenden Leitzinsen in den USA und im Euroraum in 2019 sorgte für wachsende Unsicherheit und hat den Abwärtstrend ausgelöst beziehungsweise diesen beschleunigt. Zum Start ins neue Jahr haben die Währungshüter in der FED und der EZB diese Sorgen aber vom Tisch genommen. Die FED wird den Zins deutlich langsamer anheben als bisweilen befürchtet, manch einer geht bisweilen sogar von einer zwischenzeitlichen Senkung aus. Und auch der EZB-Chef Mario Draghi hat Zinserhöhungen für 2019 eine klare Absage erteilt.

Generell kann 2019 daher auch übers erste Quartal hinaus ein gutes Jahr für Investoren werden. Es ist gut vorstellbar, dass sich die Geschichte der vergangenen Jahre fortsetzt und Rendite im Niedrigzinsumfeld weiterhin nur über bestimmte Risiken zu holen ist. Aber es gilt auch: Wie anfällig die Märkte im Spätzyklus für Korrekturen sind, hat 2018 gezeigt - "Unfälle" können also nicht ausgeschlossen werden.

Daher rücken alternative Assetklassen einmal mehr in den Fokus. US-Dollar, Schweizer Franken, norwegische Kronen und andere Fremdwährungen sind wichtige Bausteine in einer professionellen Anlagestruktur. Investoren können mit gezielten Fremdwährungs-Investments das Zinsrisiko im Euroraum absichern und zugleich bei einem möglicherweise schwächelnden Euro von Wechselkursgewinnen profitieren.

Auch ausgewählte Wandelanleihefonds können in diesem Umfeld eine Rolle spielen. Laufen die Aktienmärkte weiter, so bieten die "Wandler" eine Partizipationschance, also eine attraktive Chance auf Mehrrendite im Vergleich zu klassischen Anleihen. Im Falle erneuter Korrekturen am Aktienmarkt bietet die Zins- und Rückzahlungskomponente der Anleihen aber einen gewissen Schutz vor höheren Verlusten.

Zu den Alternatives gehören des weiteren Discount-Zertifikate, mit denen Anleger bei einem vergleichsweise hohen Sicherheitsfaktor zum Teil überdurchschnittliche Renditen generieren können. Der Anleger erwirbt ein Discount-Zertifikat auf einen von ihm ausgewählten Basiswert, sei dies eine einzelne Aktie oder ein Index. Dabei zahlt er einen um einen bestimmten Abschlag (Discount) reduzierten Preis im Vergleich zur Aktie. Steht der Aktienkurs am Ende der Laufzeit des Zertifikats oberhalb oder gleich des definierten Grenzwerts (Cap), erhält der Investor diesen Wert vom Emittenten in bar ausgezahlt. Fällt die Aktie unter diesen Grenzwert, erhält der Anleger die Aktie als physische Lieferung. Das Instrument dient also dazu, Risiken zu reduzieren ohne die Renditeopportunität aus dem Blick zu verlieren.

Immobilien und Immobilienfonds erscheinen vielen Anlegern als lukrative Investments. Aber die Zahlen sprechen nicht unbedingt dafür. Vielen Fonds gehen die Investmentziele aus, und bei manchen Fonds macht die Liquidität laut einer Studie knapp 30 Prozent des Fondsvermögens aus. Von 1000 Euro Anlagesumme werden demnach gerade einmal 700 Euro in Grund und Boden investiert. Die Liquiditätsrendite nach Kosten für die restlichen 300 Euro ist negativ. Die aktuelle durchschnittliche Rendite liegt bei 2,5 Prozent jährlich, vielmehr ist bei einer physischen Immobilie auch nicht zu holen, die Risiken von Mietausfällen, Sanierungsstau etc. noch unberücksichtigt.

Auch wenn Aktien in den kommenden Monaten positiv im Fokus stehen dürften: Es schadet nichts, wenn Anleger sich nach Alternativen umsehen, die auch in einem sich verändernden Marktumfeld noch Renditen erbringen können.

Von Thilo Stadler, Vermögensverwalter bei I.C.M. Independent Capital Management in Mannheim und Neuss

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Der obige Text spiegelt die Meinung des jeweiligen Kolumnisten wider. Die finanzen.net GmbH übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche Regressansprüche aus.

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