11.10.2017 14:47

Kampfansage an Bitcoin Cash: Was es mit Bitcoin Gold auf sich hat

Weiterer Split im Oktober?: Kampfansage an Bitcoin Cash: Was es mit Bitcoin Gold auf sich hat | Nachricht | finanzen.net
Weiterer Split im Oktober?
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Kaum hat das Bitcoin-Netzwerk die Abspaltung der neuen Kryptowährung Bitcoin Cash verdaut, schon könnte die nächste "Hard Fork" bevorstehen. Kommt im Oktober Bitcoin Gold?
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Die Frage um die zukünftige Skalierung von Bitcoin erregt die Gemüter im Bitcoin-Netzwerk nach wie vor. Eine Antwort sollte eigentlich das neue Software-Update der SegWit2x liefern, das ab November die Speicherkapazität der Bitcoins von einem auf zwei Megabyte anheben soll. Doch nicht alle Bitcoin-Nutzer und -Miner fühlen sich durch diese Lösung repräsentiert. Und ohne einen breiten Konsens im Bitcoin-Netzwerk, wird eine neuerliche Hard Fork umso wahrscheinlicher - ähnlich wie beim Split vor zwei Monaten, als sich Bitcoin Cash von Bitcoin abspaltete. Nun soll ein weiterer Bitcoin-Split tatsächlich kurz bevorstehen. Und zwar bereits am 25. Oktober.
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Wer steckt hinter Bitcoin Gold?

Die Gerüchte um eine weitere Aufspaltung der Kryptowährung Bitcoin sind nicht neu. Bereits im August, kurz nach dem letzten Split, kursierten Gerüchte, wonach die Bitcoin Cash Hard Fork nicht zwangsläufig die letzte Abspaltung der Bitcoin-Blockchain sein müsse. Nun wird die Sache konkreter: Hinter dem Symbol "BTG" formierte sich eine Gruppe von Bitcoin-Nutzern, die mit der aktuellen Lösung - der Aufspaltung zwischen Bitcoin und Bitcoin Cash - noch immer nicht zufrieden war, vor allem aber die die SegWit2x-Implementierung im November nicht mittragen möchte. An der Spitze dieser Gruppe stehen unter anderem Jack Liao, CEO des Hong Konger Mining-Herstellers "LightningAsic" und dessen Finanzpartner, dem Besitzer des chinesischen Bitcoin-Newsportals "Jinse.com" namens Wubi. Über den Lead-Entwickler des Projekts ist wiederum so gut wie nichts bekannt außer dessen Code-Name: H4x3rotab.

Worum geht es bei der Bitcoin Gold-Abspaltung genau?

Das Entwickler-Team selbst spricht beim bevorstehenden Split von einem "friendly fork", also einer "freundlichen Abspaltung" und zieht dabei eine klare Kante zum Bitcoin Cash-Split. Bitcoin Gold solle vielmehr eine Art Ergänzung zu Bitcoin darstellen, erklärte "H4x3rotab" gegenüber dem Online-Portal "Brave New Coin", um "Bitcoin Upgrades zu lotsen". Damit wird der potenziellen neuen Bitcoin-Währung sozusagen eine Supporter-Rolle gegenüber dem "traditionellen" Bitcoin zugedacht, während Bitcoin Gold gleichzeitig als Herausforderer gegenüber Bitcoin Cash auftreten soll. Damit will Bitcoin Gold vor allem die Macht des chinesischen Mining-Giganten Bitmain verringern, dessen Chef Jihan Wu die treibende Kraft hinter Bitcoin Cash gewesen sein soll. "Wir wissen, dass die besten Entwickler im Core-Team arbeiten. Deshalb werden wir versuchen, so eng wie möglich mit ihnen zusammenzuarbeiten und nicht den Weg von Bitcoin Cash einschlagen", schrieb etwa Liao in einer ersten Aussendung. Liao und sein Entwicklerteam haben es sich zur Aufgabe gemacht, die Macht der Miner zu verringern und damit letztendlich das Bitcoin-Ökosystem beschützen, so die vollmundige Erklärung des Entwicklerteams. Genau genommen plant Liao, den sogenannten Hash-Algorithmus von SHA256 auf Equihash zu ändern. Durch diese Änderung wird für das Mining keine spezielle Hardware benötigt und normale GPU-Grafikkarten würden somit für ein Bitcoin Gold-Mining ausreichen.

Dennoch füllt Liao mit Bitcoin Gold nicht ganz die Robin-Hood-Rolle aus, die er sich selbst auf den Leib schreibt. Denn die Dezentralisierung des Mining-Prozesses würde vor allem Liao selbst finanziell in die Hände spielen. Seine eigene Firma Lightning ASIC verkauft nämlich die für diese Art des Schürfens notwendigen Utensilien.

Was genau kommt bei der Bitcoin Gold-Abspaltung auf die Bitcoin-Holder zu?

Genau wie bei der letzten Hard Fork von Bitcoin Cash, soll auch diesmal wieder eine anteilige Ausgabe stattfinden. Im Klartext: "more free money" für die Bitcoin-Holder, die ihre Bitcoin auf einer privaten Wallet und nicht auf einer Tauschbörse lagern. Diese sogenannten Private-Key-Besitzer würden demnach am 25. Oktober genau so viele Bitcoin Gold wie Bitcoins auf ihrem Wallet finden - zumindest wenn man der statischen Seite auf der Website-Domain btcgpu.org glaubt, die dieses Datum als Stichtag nennt. Ab dem 3. November soll die neue Währung dann an den Krypto-Börsen handelbar sein. Ein Tweet mit der entsprechenden Ankündigung wurde bereits abgesetzt:

Auch wenn die Entwickler rund um Bitcoin Gold der neuen Kryptowährung eine vermeintlich konträre Rolle zu Bitcoin Cash zugedacht haben - der Weg, den Bitcoin Gold auf dem Weg Richtung Markt nehmen wird, mutet ähnlich an. Die Bitcoin-Gold-Entwickler gehen mit dem neuen SegWit2x-Update nicht konform und bringen selbst ein angeblich überlegenes Protokoll heraus, das zunächst zwar die klassische Bitcoin-Blockchain herausfordert, vor allem aber auch mit der letzten Hard Fork Bitcoin Cash in Konkurrenz tritt.

Welche Auswirkungen könnte Bitcoin Gold auf den Krypto-Markt haben?

Auf dem Feld der Kryptowährungen steht und fällt der Erfolg der Token mit dem Rückhalt durch die Miner. Ob Bitcoin Gold einen so großen Konsens finden wird, dass das bestehende Bitcoin-Netzwerk tatsächlich maßgeblich davon beeinflusst wird, steht zur Stunde noch in den Sternen. Auch kann noch nicht mit letzter Sicherheit davon ausgegangen werden, dass es tastächlich zu dieser Hard Fork kommen wird. Die Informationsdichte zum vermeintlich bevorstehenden Split ist nach wie vor dünn und die mangelnde Transparenz seitens des Entwickler-Teams schürt Zweifel ob der Glaubwürdigkeit der neuen Krypto-Währung in der Community. Letzte Gewissheit wird es wohl erst am 25. Oktober geben.

Christina Fischer, Redaktion finanzen.net

Bildquellen: gualtiero boffi / Shutterstock.com, Zapp2Photo / Shutterstock.com
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