04.02.2018 15:00
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Top-Fondskategorien: Wo himmelhohe Zuwächse winken

Euro am Sonntag-Fonds-Tipps: Top-Fondskategorien: Wo himmelhohe Zuwächse winken | Nachricht | finanzen.net
Euro am Sonntag-Fonds-Tipps
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Mit spezialisierten Aktienfonds ließ sich in einigen Märkten 2017 gutes Geld verdienen. Wo es die höchsten Gewinne gab - und welche Segmente weiterhin aussichtsreich sind.
€uro am Sonntag
von Christoph Platt, €uro am Sonntag

China will hoch hinaus. Nicht nur im Finanzdistrikt in Shanghai reiht sich mittlerweile Wolkenkratzer an Wolkenkratzer und die Bevölkerung genießt den zunehmenden Wohlstand.


Wer als Anleger seinen Wohlstand mehren wollte, war im vergangenen Jahr gut beraten, auf chinesische Aktien zu setzen. Fonds, die Titel aus dem Reich der Mitte kaufen, erzielten von Anfang 2017 bis heute eine Rendite von durchschnittlich 37 Prozent. Damit waren derartige Produkte die zweiterfolgreichste Fondskategorie in den vergangenen knapp 13 Monaten.


Die Redaktion hat die Fondsdatenbank von €uro am Sonntag ausgewertet und die renditestärksten Märkte seit Januar 2017 ermittelt. In fast 100 Kategorien unterteilt Datenlieferant vwd die mehr als 6.000 Fonds, die hierzulande angeboten werden. Für jede davon berechnete die Redaktion die Durchschnittsrendite aller verfügbaren Fonds. Short-ETFs, die hinzugewinnen, wenn die Kurse fallen, blieben unberücksichtigt.

Nachdem die Hausse 2017 in ein weiteres Jahr ging, überrascht es nicht, dass bei der Auswertung die vorderen Ränge ausschließlich an Aktienfondskategorien gehen. Überraschend ist dagegen der Spitzenreiter: Österreichische Aktienfonds verbuchten die höchsten Zuwächse in den vergangenen knapp 13 Monaten. Zwar enthält dieses Anlagesegment nur zehn Produkte. Doch die kamen im Durchschnitt auf ein Plus von 42,3 Prozent.


Wichtiger Grund für diese Mega-Hausse war die wirtschaftliche Erholung in Osteuropa, das für österreichische Firmen traditionell ein bedeutender Markt ist. Weitere Ursache war das gute Abschneiden des Ölkonzerns OMV und der Raiffeisen Bank International, die beide im Index sehr hoch gewichtet sind. Deren Aktien legten in den vergangenen zwölf Monaten um jeweils mehr als 60 Prozent zu und trieben den österreichischen Leitindex ATX auf den höchsten Stand seit August 2008.

Von seinem Allzeithoch ist der ATX aber noch weit entfernt. Das stammt aus dem Sommer 2007 - damals lag der Index bei rund 5.000 Punkten. Der aktuelle Stand von 3600 Punkten nimmt sich dagegen bescheiden aus und gilt Experten als Argument, dass österreichische Aktien noch viel Luft nach oben haben. Positiv ist auch, dass die Papiere mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 13,5 noch nicht hoch bewertet sind. Das Niveau entspricht dem historischen Mittelwert, und andere Börsen wie die deutsche oder die US-amerikanische sind wesentlich teurer.

Auch die hohe Dynamik in osteuropäischen Ländern verheißt Potenzial für weitere Kursgewinne in der Alpenrepublik. "Die Zeichen stehen gut für eine anhaltende Erholung in Osteuropa", sagt Alexander Dominicus, Fondsmanager bei MainFirst. Insbesondere die Perspektiven in Russland hätten sich nach einigen schwierigen Jahren wieder aufgehellt. "Davon dürften österreichische Aktienkonzerne profitieren", meint er.

Chinas Konzerne mit Gewinnsprung

Platz 2 der erfolgreichsten Anlagekategorien seit Anfang 2017 geht an Fonds, die in Aktien aus China investieren. Sie erzielten im Schnitt eine Rendite von 37,2 Prozent. China steht als wichtigster Markt stellvertretend für ein hervorragendes Jahr für Schwellenländer. Auch Fonds, die in Indien oder in den Emerging Markets im Allgemeinen Geld anlegen, gelang der Sprung in die Top Ten der besten Fondskategorien.

Die gute Performance chinesischer Aktienfonds beruht auf der hohen wirtschaftlichen Dynamik. "Haupttreiber der Rally war das kräftige Wachstum der Unternehmensgewinne von etwa 30 Prozent", sagt Wolfgang Fickus, Sprecher des Investmentkomitees der Fondsgesellschaft Comgest. Zugleich stieg das Bruttoinlandsprodukt 2017 dem chinesischen Statistikamt zufolge um 6,9 Prozent.

Einen großen Anteil am Kursplus haben einzelne Konzerne aus der IT-Branche. "Ungefähr zwei Drittel der Performance des MSCI China stammen von Tencent und Alibaba, die fast ein Drittel des Index ausmachen", sagt Fickus. Der Anlageexperte sieht in dem Übergewicht des IT-Sektors ein Risiko. "Der Anteil des Sektors Software & IT-Services hat sich in den vergangenen vier Jahren verfünffacht. Das ist ein Fall von ‚zu schnell zu viel‘."

Es bestehe deshalb durchaus die Gefahr eines Rückschlags. Angesichts der hohen Konzentration von Investoren in der IT-Branche sei es gut möglich, dass es in diesem Jahr zu einer Rotation in andere Sektoren komme, etwa in zyklische Branchen wie Energie, Rohstoffe und Industrie.

Dass mit deutschen Aktien 2017 gutes Geld zu verdienen war, dürfte den Anlegern hierzulande nur schwerlich entgangen sein. Besonders stark zeigten sich Unternehmen aus der zweiten und dritten Reihe. Fonds, die sich auf deutsche Nebenwerte konzentrieren, legten durchschnittlich um 32,3 Prozent zu.

Der deutschen Wirtschaft geht es so gut wie lange nicht, die Stimmung in den Unternehmen ist blendend. Die exportorientierte Industrie profitiert insbesondere vom synchronen globalen Wirtschaftsaufschwung und der hohen Nachfrage nach deutschen Gütern weltweit. In diesem idealen Umfeld konnten kleine und mittelgroße Unternehmen besonders brillieren.

Dass die gute Stimmung und die Konjunktur in Kürze nachlassen, ist nicht erkennbar. Die starke Entwicklung dürfte sich deshalb fortsetzen. "Nichtsdestotrotz sollten Anleger die mittlerweile deutlich höhere Bewertung deutscher Nebenwerte gegenüber Standardwerten berücksichtigen", rät Fondsmanager Dominicus.

Aufholjagd in Südeuropa

Eine kleine Fondskategorie schafft es auf Platz 4 der Auswertung. Aktienfonds mit Fokus Italien steigerten ihren Wert im Mittel um 27,1 Prozent. Experten sehen in diesem Kursplus vor allem eine Aufholbewegung nach teils schwacher Leistung in den Vorjahren. Denn überzeugen konnte die italienische Wirtschaft in den vergangenen Monaten nicht. Zwar wächst das Land endlich wieder etwas stärker, dennoch zählt es bei der Dynamik zu den Schlusslichtern in Europa.

Risiken birgt auch die Wahl des italienischen Parlaments in fünf Wochen. Umfragen prognostizieren ein Patt zwischen den drei politischen Lagern, was eine Regierungsbildung schwierig machen dürfte. Kaum eine Partei hat zudem echte Reformvorschläge zu bieten. Das kann sowohl kurz- wie langfristig Probleme bereiten. Auf der anderen Seite könnte es zu einer Erleichterungs- Rally kommen, wenn die Wahl eindeutig ausgeht und euroskeptische Parteien nicht die Mehrheit erhalten. Auf diese Möglichkeit setzen allerdings nur risikobereite Anleger.

Experten verweisen zudem auf die konjunkturelle Aufhellung, die Anleger anlocken könnte. "Da die Aktienmärkte in Italien noch tiefer als der europäische Durchschnitt bewertet sind, stehen die Chancen auf eine überproportionale Wertentwicklung gut", so Dominicus.

Einzige branchenspezifische Fondsgattung in den Top Ten sind "Aktienfonds Technologie". Ihr Erfolg liegt vor allem in den US-amerikanischen Techwerten begründet. Unternehmen wie Amazon, Netflix oder Microsoft setzten ihre seit Jahren anhaltende Aufwärtsbewegung fort. Aber auch chinesische Internetgiganten wie Tencent trieben die Kurse. Für deutsche Anleger, die in Technologie-Aktienfonds investiert sind, blieb im Schnitt ein Zuwachs von 26,7 Prozent - und das, obwohl der Dollar schwächelte und die hohen Wertzuwächse der US-Unternehmen zum Teil wieder aufzehrte.

Die nackten Zahlen lassen Techwerte stark überteuert erscheinen. Das Kurs- Gewinn-Verhältnis etwa von Amazon und Netflix liegt bei mehr als 150 - Zeichen großer Hoffnung auf zukünftiges Wachstum. Viele Experten warnen aber davor, den Technologiesektor als Ganzes abzutun. "Wir glauben, dass ausgewählte Technologieaktien keineswegs teuer sind und 2018 sogar besser abschneiden könnten als 2017", sagt David Dudding, Fondsmanager bei Columbia Threadneedle. Anleger sollten angesichts der hohen Bewertungen aber auf jeden Fall selektiv vorgehen.

So gut 2017 für Aktienfonds lief, so schlecht war es für viele Fonds für festverzinsliche Wertpapiere. Am unerfreulichsten entwickelten sich die vergangenen 13 Monate für deutsche Anleger in Rentenfonds, die Dollarpapiere kaufen. Verschiedene Untergruppen erwirtschafteten durchschnittlich über zwölf Prozent Verlust. Schuld war der schwache US-Dollar: Er hat 2017 um mehr als 15 Prozent gegenüber dem Euro abgewertet.

Die besten Fondskategorien seit Januar 2017 (PDF)

Investor-Info

3 Banken Österreich-Fonds
Starkes Rendite-Risiko-Profil

Nicht nur seit Anfang 2017, sondern auch auf Fünfjahressicht ist der 3 Banken Österreich- Fonds das renditestärkste Produkt seiner Art. Zugleich ist die Volatilität unterdurchschnittlich. Der Lohn: Als einziger Fonds für österreichische Aktien trägt er FondsNote 1. Wie für den Aktienmarkt der Alpenrepublik typisch sind Finanz-, Rohstoff- und Immobilienunternehmen im Portfolio hoch gewichtet. Die durchschnittliche Dividendenrendite der enthaltenen Titel liegt bei 2,8 Prozent.

Comgest Gr. Greater China
Suche nach Qualität

Qualitätsunternehmen aufzuspüren, die mit hoher Wahrscheinlichkeit beständig wachsen, ist das Ziel der Manager des Comgest Growth Greater China. Mit dieser überzeugten Stockpicking-Strategie erzielten sie in den vergangenen fünf Jahren einen der höchsten Zuwächse aller China-Aktienfonds. Im Vergleich zu Standardindizes für die Region ist der IT-Sektor im Portfolio deutlich unterrepräsentiert, der Bereich zyklische Konsumgüter dagegen klar übergewichtet.

MainFirst Germany
Hidden Champions im Paket

Der MainFirst Germany investiert vorrangig in Aktien wachstumsstarker, unterbewerteter Mittelstandsunternehmen aus Deutschland. Diese "Hidden Champions" - Weltmarktführer, die eine Nische erfolgreich besetzt haben - zeichnen sich durch solide Bilanzen, eine hohe Profitabilität und das Potenzial für langfristiges Gewinnwachstum aus. Typisch für den Fonds ist eine hohe Gewichtung der Sektoren Industrie und IT. Der MainFirst Germany ist bester aktiv gemanagter Fonds für deutsche Aktien der vergangenen fünf Jahre.

















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Bildquellen: Bloomberg, chungking / Shutterstock.com, Dieter Spannknebel/Getty Images

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