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14.02.2017 14:00
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Fondsmanager Fiejka: "Trotz Rally ist Russland noch günstig"

Euro am Sonntag-Interview: Fondsmanager Fiejka: "Trotz Rally ist Russland noch günstig" | Nachricht | finanzen.net
Euro am Sonntag-Interview
Das Schwellenland steht vor einer Konjunktur-Erholung. Zusätzlich könnte politisches Tauwetter für steigende Aktienkurse sorgen.
€uro am Sonntag
von Julia Groß, €uro am Sonntag

€uro am Sonntag: Herr Fiejka, der US-Präsident betont, dass er das Verhältnis der USA zu Russland verbessern will. Für wie wahrscheinlich halten Sie es, dass die Sanktionen gegen Russland abgeschwächt oder sogar aufgehoben werden?
Marcin Fiejka:
Zumindest ist die Wahrscheinlichkeit gestiegen, dass Bewegung in die Sache kommt. Die Sanktionen sind von den USA und der EU beschlossen worden. Wenn die USA jetzt Bereitschaft zur Veränderung zeigen, hängt es vor allem von der EU ab, ob etwas passiert. Ich kann mir vorstellen, dass wir im Sommer erste Anzeichen für Veränderungen im Umgang mit den Sanktionen sehen werden, vorausgesetzt, es gibt keine negativen Ereignisse in der Ukraine.


Wie würde sich ein Wegfall der Sanktionen auf Wirtschaftswachstum und Aktienkurse in Russland auswirken?
Das würde sicher einen deutlichen Schub geben. Aber vom Standpunkt eines Investors aus ist eine Veränderung bei den Sanktionen nicht das zentrale Argument, um in Russland engagiert zu sein. Viel wichtiger ist, dass sich die Stimmung der Investoren bezüglich Russland verändert. Viele halten den Markt für zu riskant und haben deshalb die Rally im vergangenen Jahr verpasst. Insofern sind eine stabile Wirtschaft und eine Entspannung der Beziehungen zum Westen entscheidend, um das Vertrauen der Anleger zu gewinnen.


Der RTS-Index ist im vergangenen Jahr um 56 Prozent gestiegen. Spiegelt das nicht schon alle positiven Ereignisse wider? Wenn die Rohstoffpreise und die geopolitische Situation stabil bleiben, ist durchaus noch Raum nach oben. Das durchschnittliche Kurs-Gewinn-Verhältnis liegt bei etwa sieben. Das bedeutet, der russische Markt ist immer noch günstig. Viele Unternehmen werden mit einem erheblichen Discount bewertet.

Die russische Wirtschaft ist stark vom Ölpreis abhängig. Analysten haben lange bezweifelt, dass die Russen die mit dem Ölkartell OPEC vereinbarten Förderkürzungen einhalten. Was glauben Sie?
Russland ist dabei, den OPEC-Deal zu erfüllen. Die Regierung hat ihren Staatshaushalt mit einem durchschnittlichen Ölpreis von 40 US-Dollar pro Barrel kalkuliert. Jetzt steht Öl bei 55 Dollar. Das schafft sogar Raum für mehr Staatsausgaben.


Was heißt das konkret?
Das Wirtschaftsministerium arbeitet an Reformplänen, die momentan auf den Zeitraum ab 2020 ausgerichtet sind. Allerdings finden im März 2018 Präsidentschaftswahlen statt. Wenn der Ölpreis hoch genug bleibt, ist es gut möglich, dass die Regierung schon vorher Geld für Reformprojekte ausgibt.

Die Wirtschaft soll 2017 zum ersten Mal seit zwei Jahren wieder wachsen. Allerdings hat im vergangenen Jahr auch der Rubel deutlich aufgewertet. Gefährdet die stärkere Währung die Konjunkturerholung?
Die russische Zentralbank war in den letzten Jahren ziemlich erfolgreich mit ihrer Geldpolitik. Wir rechnen 2017 daher mit einem Wirtschaftswachstum zwischen einem und zwei Prozent.

Der Rückzug der USA aus dem Transpazifischen Handelspakt könnte für eine Neuordnung der Handelsbeziehungen in Asien sorgen. Ergeben sich daraus Chancen für Russland?
Es gibt jetzt schon eine wachsende Zahl an Verbindungen zwischen China und Russland, vor allem im Rahmen des Projekts "neue chinesische Seidenstraße". Daher ist es natürlich interessant, wenn sich da durch die Geopolitik in Zukunft noch mehr Türen öffnen.

Kurzvita
Marcin Fiejka ist seit zwölf Jahren Senior Portfolio Manager bei Pioneer Investments und zusammen mit seinem Kollegen Nikolai Petrov für den Pioneer Russian Equity (siehe "Fonds im Fokus" links) verantwortlich. Zuvor arbeitete er bei der HVB und Activest.


Investor-Info

Fonds im Fokus
Pioneer Russian Equity

Seit fast drei Jahren existieren Einschränkungen im Waren- und Geldverkehr zwischen Russland und der EU, den USA, Australien, Kanada und Norwegen. Die russische Wirtschaft ist dadurch geschrumpft, doch jetzt stehen die Zeichen≈auf Konjunkturerholung. Durch die gestiegenen Rohstoffpreise und Hilfe vom Staat haben russische Unternehmen die Krise besser überstanden als erwartet. Vorausgesetzt, Ölpreis und geopolitische Lage bleiben stabil, sollten viele Firmen von der wirtschaftlichen Erholung profitieren. Darauf setzt das erfahrene Managerduo Marcin Fiejka und Nikolai Petrov zum Beispiel mit Titeln wie dem Einzelhändler X5 Retail, dem Immobilienunternehmen Etalon oder der größten Position im Portfolio Sberbank.
Fazit: Russland bietet weiter Potenzial, ist allerdings eine Wette für Risikobereite.
Bildquellen: Piranha Photography/Pioneer Investments
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