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30.01.2017 03:00
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China-Investments: Nur keine heiße Luft!

Euro am Sonntag-Analyse: China-Investments: Nur keine heiße Luft! | Nachricht | finanzen.net
Euro am Sonntag-Analyse
Das Milliardenreich hat wirtschaftlich an Schwung verloren, zeigt aber in einigen Sektoren durchaus Stärke. Wo es attraktive Investments gibt.
€uro am Sonntag
von Astrid Zehbe, Euro am Sonntag

Wenn die Chinesen ihr Neujahrsfest begehen, dann beginnt im Reich der Mitte das Jahr des Feuerhahns. Glaubt man der Astrologie, wird es ein Jahr kühner Visionen, in dem willensstarke, bisweilen kritikunfähige Menschen ohne großes diplomatisches Geschick in den Vordergrund drängen. Dass Chinas neuester Verkaufshit ausgerechnet ein aufblasbarer Gockel mit grimmigem Blick und goldener Haartolle ist, verwundert da wenig.


Der Hahn mit Trump-Konterfei erheitert nicht nur die Gemüter, er dürfte auch ein kleiner Trost für die Chinesen sein. Denn mit dem neuen US-Präsidenten könnte der gerade eingeschlagene Weg der wirtschaftlichen Erholung des Landes steiniger werden. Immer wieder hatte Donald Trump gegen die globalisierte Wirtschaft gewettert und China mit Strafzöllen in Höhe von 45 Prozent gedroht. Macht er tatsächlich Ernst, droht ein Handelskrieg, der das ohnehin von Problemen geplagte Land weiter schwächen würde.

Schwacher Yuan wird Belastung

Im Fokus von Trumps Provokationen steht der Yuan: Die chinesische Währung hat im vergangenen Jahr mehr als fünf Prozent gegenüber dem Dollar verloren. Neben Kapitalflucht sind dafür die Einkaufstouren chinesischer Firmen in den USA, Europa und Japan verantwortlich, deren Ziel es ist, zügig fehlendes Know-how ins Land zu holen. Das Volumen der Übernahmen hat sich 2016 gegenüber dem Vorjahr mehr als verdoppelt.


Auch wenn die Exportnation von einer schwachen Währung profitiert, versucht die chinesische Notenbank mit Stützungskäufen eine weitere Abwertung zu verhindern - ohne Erfolg. In den vergangenen zweieinhalb Jahren ist der Devisenschatz Chinas von vier auf drei Milliarden US-Dollar zusammengeschmolzen, während der Yuan im gleichen Zeitraum mehr als zehn Prozent an Wert verloren hat. Donald Trump wirft China darum vor, seine Währung künstlich niedrig zu halten, um sich im Welthandel Vorteile zu verschaffen. Sollte China im April offiziell vom US-­Finanzministerium der Währungsmanipulation verdächtigt werden, würde Trump - so hat er es angekündigt - seine Drohung von Strafzöllen wahr machen.

Ein Szenario, das auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos vergangene Woche zu einem bizarren Rollentausch geführt hat: Ausgerechnet Chinas Staats­präsident Xi Jinping warb in einem flammenden Plädoyer für den Freihandel: "Jeder Versuch, den grenzüberschreitenden Strom von Waren und Kapital zu blockieren, wird scheitern und widerspricht dem historischen Trend zu mehr Globalisierung", sagte er.


Vor allem für China wäre ein Wettrüsten mit Zöllen und Quoten gefährlich. Der Exportsektor, der Motor der chinesischen Wirtschaft, stottert ohnehin. Im vergangenen Jahr schrumpften die Ausfuhren im Vergleich zum Vorjahr um 7,7 Prozent. Handelsbarrieren seitens der Vereinigten Staaten, dem wichtigsten Handelspartner, würden zu einem weiteren Einbruch führen.

Binnenmarkt als Wachstumsmotor

Um ihre Exportabhängigkeit zu verringern, versucht die Regierung in Peking, den Binnenmarkt zu stärken. Vor allem der rasch expandierende Dienstleistungssektor gewinnt an Bedeutung und sorgt dafür, dass sich das Wirtschaftswachstum weniger abschwächt als erwartet. 2016 legte das Bruttoinlands­produkt Chinas um 6,7 Prozent zu - immerhin 0,1 Prozentpunkte mehr als prognostiziert.

Die Verlangsamung des quantitativen zugunsten des qualitativen Wachstums seitens Pekings ist durchaus gewollt - auch um das Problem der Überkapazitäten in den Griff zu bekommen. Diese sind in vielen Branchen besorgnis­erregend hoch. Ihr Abbau würde Millionen von Jobs kosten, was aus Angst vor Unruhen bislang nur zögerlich angegangen wurde. Mit der Schaffung neuer Jobs im deutlich arbeitsintensiveren Dienstleistungssektor ließen sich die Arbeitsplatzverluste zumindest teilweise ausgleichen.

Selektive Auswahl bei China-Aktien

Trotz vieler Unsicherheitsfaktoren gibt es aber auch gute Nachrichten: Die Überhitzung des Immobilienmarkts scheint vorerst gestoppt, die Erzeugerpreise steigen, und die Stimmung bei Indus­trie und Dienstleistern liegt nach wie vor über der Wachstumsschwelle. Für Investoren ist das Reich der Mitte darum ein interessantes Pflaster. "Chinas Ak­tienmärkte erscheinen uns preiswert", sagt Matthew Vaight, Fondsmanager bei der Vermögensverwaltung M & G. Genau hinschauen sollte man dennoch. "Die Aktien der großen, typischerweise staatlichen Unternehmen werden preiswert gehandelt, während die aufstrebenden Werte der New Economy wie die Internetfirmen Alibaba oder http://www.finanzen.net" target="_blank">Tencent teuer sind", so Vaight.

Da es für Privatinvestoren schwierig ist, chinesische Aktien zu kaufen, empfehlen sich Fonds- und ETF-Lösungen. Vor allem bei aktiv gemanagten Fonds kann man davon ausgehen, dass das ­Management Probleme wie die hohe Verschuldung vieler Unternehmen oder eine große Exportabhängigkeit bei der Titelauswahl berücksichtigt. Dann steht der Realisierung einer weiteren Chance gemäß der chinesischen Astrologie nichts mehr im Weg: Im Jahr des Feuerhahns hat jeder die Möglichkeit, sein volles Potenzial auszuschöpfen.

Investor-Info

Comgest Growth Greater China
Vom Binnenmarkt profitieren

Das Fondsmanagement investiert in Unternehmen, die in China, Hongkong oder Taiwan ihren Sitz haben oder dort tätig sind und ein gutes, langfristiges Wachstum versprechen. Angesichts der steigenden Binnennachfrage machen Titel von Konsumgüterherstellern ­sowie IT-Firmen derzeit rund die Hälfte des Portfolios aus. Mit 60 Prozent ­dominieren ­chinesische Aktien.

dbX Harvest FTSE China ETF
Rendite mit den Großen

Der Indexfonds bildet die Wertentwicklung der 50 größten Unternehmen Chinas ab, die in Shanghai oder Shenzhen gehandelt werden. 30 dieser Titel haben auch ein Listing an der Börse in Hongkong, wo sie teilweise deutlich günstiger gehandelt werden. Ist dies der Fall, werden die entsprechenden Aktien der Unternehmen dort gekauft.
Bildquellen: Jovan Nikolic / Shutterstock.com, ChinaFotoPress/Getty Images

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