Goldpreis 2026: Die Kurs-Prognose und Trend-Vorhersage des World Gold Council

Nach einem Rekordjahr richtet sich der Blick aufs neue Jahr: Wie entwickelt sich der Goldpreis 2026? Das World Gold Council hat seine Einschätzung abgegeben.
• Gold auf Rekordkurs mit mehr als 50 neuen Allzeithochs
• Experten rechnen mit einer moderaten Aufwärtsbewegung des Goldpreises
• Zentralbanken als wichtige Treiber des Goldpreises
Im Jahr 2025 erlebte Gold eine bemerkenswerte Rally und erreichte mit mehr als 50 neuen Allzeithochs sowie einer Wertentwicklung von über 60 Prozent bis Ende November 2025 die stärkste Performance seit Jahren, so das World Gold Council. Diese außergewöhnliche Entwicklung wurde vor allem durch geopolitische und geoökonomische Unsicherheiten sowie die Schwäche des US-Dollars unterstützt. Angesichts der steigenden Unsicherheit in anderen Märkten suchten sowohl Anleger als auch Zentralbanken verstärkt nach sicheren Anlagemöglichkeiten. In diesem Umfeld stiegen die Goldkäufe weiter an, so die Organisation weiter. Laut World Gold Council waren die Zentralbanken ein zentraler Treiber der Goldnachfrage, mit Käufen, die weiterhin über dem langfristigen Durchschnitt lagen, jedoch unter den Rekordniveaus der vergangenen drei Jahre.
Ausblick 2026
Für das Jahr 2026 erwarten die Märkte, laut Bericht des World Gold Councils, eine Fortsetzung der bestehenden geopolitischen und wirtschaftlichen Unsicherheiten. Goldpreisprognosen spiegeln derzeit eine enge Handelsspanne wider, da die makroökonomischen Konsenserwartungen weitgehend bereits eingepreist sind. Dennoch bleibt die Unsicherheit hoch, da das globale Wachstum voraussichtlich weiter abflachen könnte, was Zinsen und den US-Dollar weiterhin schwächen würde - Faktoren, die Gold zugutekommen könnten. Zudem bleibt die Zentralbank-Nachfrage ein wichtiger Marktträger. In dem Bericht wird betont, dass Gold auch im Jahr 2026 weiterhin eine zentrale Rolle für Investoren spielen wird, die ihr Portfolio gegen Volatilität absichern und diversifizieren möchten.
Moderate Aufwärtsbewegung für Gold erwartet
Experten erwarten, dass Gold unter einem weiterhin geopolitisch angespannten Umfeld sowie mit einem schwächeren US-Dollar und niedrigeren Zinsen im Jahr 2026 um 5 bis 15 Prozent zulegen könnte, so der Bericht weiter. Zentralbankkäufe sowie neue Investoren aus Märkten wie China und Indien könnten den positiven Trend zusätzlich befeuern. Weiter heißt es, dass globale Unsicherheiten als Treiber für den Goldpreis angesehen werden. Solche Extremrisiken könnten die Märkte entweder in eine "risk-on" oder "risk-off" Stimmung versetzen und so maßgeblich beeinflussen, wie sich Gold im Vergleich zu anderen Anlageklassen entwickelt.
Szenarien für einen Preisanstieg
In einem Szenario, in dem geopolitische Spannungen weiter zunehmen, Renditen fallen und der Trend in Richtung sichere Anlagen geht, könnte der Goldpreis 2026 um 15 bis 30 Prozent steigen, schätzen Experten des World Gold Councils. Gold-ETFs bleiben ein wichtiger Motor für die Nachfrage und gleichen Schwächen in anderen Segmenten wie Schmuck oder Technologie aus. Steigende Preise sorgen dabei erfahrungsgemäß für zusätzliches Anlegerinteresse und beschleunigen die Dynamik am Markt. Globale Gold-ETFs verzeichneten 2025 Zuflüsse von rund 77 Milliarden US-Dollar, die Bestände stiegen um über 700 Tonnen. Seit Mai 2024 liegt der Zuwachs bei etwa 850 Tonnen - weniger als in früheren Bullenmärkten, mit weiterem Spielraum für Wachstum, so der Bericht weiter.
Gold unter Druck bei starkem Wachstum
Laut des World Gold Councils gibt es noch ein weiteres Szenario: Sollten die wirtschaftspolitischen Maßnahmen der Trump-Regierung greifen, könnte das Wachstum stärker ausfallen als erwartet. In diesem Fall dürfte eine Reflation einsetzen, die Inflation anheizen und die US-Notenbank 2026 zu stabilen oder sogar höheren Zinsen zwingen. Höhere Renditen und ein stärkerer US-Dollar würden die Attraktivität von Gold mindern, Kapital zurück in US-Anlagen lenken und eine breite Risk-on-Bewegung an den Märkten auslösen. In einem solchen Fall könnte es zu einem Preisrückgang bei Gold kommen, möglicherweise zwischen 5 und 20 Prozent. Diese Faktoren würden außerdem zu Abflüssen aus Gold-ETFs führen, so der Bericht weiter.
Weitere Einflussfaktoren
Das Goldrecycling könnte 2026 den Markt stark beeinflussen, aktuell bleibt es jedoch gering, da Gold häufig als Sicherheit für Kredite genutzt wird. In Indien wurden allein im Jahr 2025 über 200 Tonnen Schmuck verpfändet. Sollte die Wirtschaft stark einbrechen, könnten Zwangsverkäufe verpfändeten Goldes das Angebot erhöhen und die Preise unter Druck setzen, so die Analyse weiter. Laut World Gold Council wird erwartet, dass die Zentralbanken auch 2026 in Gold investieren werden, was die Marktentwicklung weiterhin unterstützen könnte.
Redaktion finanzen.net
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