finanzen.net
12.08.2020 09:50

Cat Bonds: Warum Katastrophenanleihen für Anleger interessant sind

Hurrikansaison gestartet: Cat Bonds: Warum Katastrophenanleihen für Anleger interessant sind | Nachricht | finanzen.net
Hurrikansaison gestartet
Folgen
Mit Stürmen rechnen: Anleger übernehmen mit Katastrophenanleihen einen Teil der Risiken von Versicherern. Der Markt ist derzeit für einen Einstieg attraktiv. Die Hintergründe.
Werbung
€uro am Sonntag

von Thomas Strohm, Euro am Sonntag

Mit Hanna hat die diesjährige Hurrikansaison über dem Atlantik begonnen, die nach Einschätzung der US-Wetterbehörde NOAA überdurchschnittlich schlimm ausfallen dürfte. Ihr Verlauf wird von jenen Anlegern besonders aufmerksam verfolgt, die in sogenannte Katastrophenanleihen, auf Englisch Cat Bonds, investieren. Mithilfe dieser Papiere reichen Versicherungen einen Teil der von ihnen übernommenen Risiken an den Kapitalmarkt weiter. Kommt es zu einem bei Bondemission genau definierten Schaden, fallen die Anleihen ganz oder teilweise aus. Die Investoren müssen also unter Umständen einen Teil der Kosten übernehmen, die ein Hurrikan oder ein Erdbeben verursacht haben. Dafür bekommen sie einen relativ hohen Zins, oft gibt es dabei nach Risiko gestaffelte Tranchen, für die Investoren einen niedrigeren oder höheren Satz erhalten.

Weil die Papiere eine relativ kurze Laufzeit von drei bis fünf Jahren haben, spielen Kursrisiken infolge eines steigenden allgemeinen Zinsniveaus kaum eine Rolle. Entsprechendes gilt für die längerfristigen Folgen durch den Klimawandel. Cat Bonds sind bei institutionellen Anlegern vor allem deshalb beliebt, weil sie eine geringe Korrelation zu traditionellen Assetklassen wie Aktien oder Staatsanleihen aufweisen und deshalb für Stabilität im Portfolio sorgen. Aber auch Privatanleger können über Fonds in Cat Bonds investieren. Der Einstieg in den Markt ist nach Ansicht der auf Katastrophenanleihen spezialisierten Schweizer Investmentgesellschaft Plenum derzeit so attraktiv wie lange nicht.

Risikoprämien gestiegen

Nach den schadensreichen Jahren 2017 und 2018 sind die für Cat Bonds gebotenen Risikoprämien stark gestiegen. Investoren mussten in diesen beiden Jahren vermehrt Ausfälle verkraften. Wegen dieser Erfahrungen haben sich auch einige Anleger aus dem Markt zurückgezogen, was die Kurse emittierter Papiere unter Druck setzte.

Auf dem nun erreichten, sehr attraktiven Renditeniveau sei der Prämienanstieg voraussichtlich abgeschlossen, meinen die Zürcher Experten. Dafür spreche auch, dass Versicherer in den vergangenen Monaten vermehrt Deckung bei traditionellen Rückversicherern gesucht hätten statt Katastrophenanleihen zu emittieren. "Die Prämien sind derzeit im Cat-Bond-Markt so hoch, dass traditionelle Rückversicherer über den Preis versuchen, Geschäft, welches sie an den Kapitalmarkt verloren haben, wieder zurückzugewinnen", so Plenum. Eine ähnliche Situation wie derzeit habe es Mitte des Jahres 2012 gegeben - der Beginn einer zweijährigen Phase sinkender Prämien, was spiegelbildlich zu merklichen Kurssteigerungen bei Cat Bonds geführt habe.

Ob sich ein solches Investment lohnt, hängt letztlich davon ab, wie viele Schäden aus Naturkatastrophen von den Anleihebesitzern übernommen werden müssen. Rückversicherer und Cat-Bond-Investoren nutzen mathematische Modelle für die Abschätzung dieses Risikos. Plenum beziffert die Ausfallrate der vergangenen Jahre für den gesamten Cat-Bond-Markt auf 3,4 Prozent. Der modellierte erwartete Verlust habe im Schnitt bei 2,1 Prozent gelegen, die gezahlte Risikoprämie bei 6,5 Prozent. Für den Plenum Cat Bond Fund (siehe unten) lagen die realisierten Verluste demnach bei 1,1 Prozent seit Auflage des Fonds im September 2010, das durchschnittlich modellierte Risiko bei 1,7 Prozent. Die Modellierung habe im Vergleich zu den effektiv eingetretenen Schäden somit ein höheres Risiko ausgewiesen. Dies sei mit der ausgewogeneren Risikoverteilung des Plenum-Fonds im Vergleich zum Cat-Bond-Markt zu erklären.

Pandemiebonds ausgefallen

Mit der Corona-Krise ist eine bestimmte Form von Katastrophenanleihen ins Blickfeld gerückt: Die 2017 von der Weltbank emittierten Pandemic Bonds, die Geld zur Bekämpfung von Infektionskrankheiten bereitstellen sollen und vor allem für Ebola-Ausbrüche in Afrika gedacht waren. Mit der Corona-Pandemie fielen die Papiere, abhängig vom Risiko der Tranche, teils oder ganz aus.

"Das Pandemie- beziehungsweise Extremsterblichkeitsrisiko ist zwar im Cat-Bond-Markt gedeckt, macht aber nur einen Bruchteil des Gesamtmarkts aus", sagen die Plenum-Experten, die in die weniger riskante Tranche investiert hatten. Der Nominalwertverlust war hier auf 16,7 Prozent beschränkt. Bei einem geringen Anteil am Gesamtportfolio drohte dem Fonds daraus lediglich ein minimaler Kapitalverlust.

Breit gestreut: Die im Portfolio gehaltenen Cat Bonds sind breit nach Risiko und Weltregion gestreut. Auf Zwölfmonatssicht brachte der Fonds den Anlegern eine Rendite von rund zwei Prozent.
ISIN: LI0115208543

Bildquellen: StockThings / Shutterstock.com, Sebastian Duda / Shutterstock.com
Werbung

Fondsfinder

Suchen

Heute im Fokus

DAX startet im Plus -- Asiens Märkte fester -- Tesla bestätigt Jahresziele und verspricht Schnäppchen-Tesla -- Nike steigert Gewinn -- Palantir-IPO rückt näher -- Daimler, TUI, Siemens im Fokus

Aurora Cannabis mit Milliardenverlust. Fed sieht Wirtschaft auf unsicherem Weg - Ruf nach Konjunkturpaket. United Internet-Aktie: Netzagentur wird zum Schiedsrichter im Streit um Mobilfunk-Markt. Conti-Betriebsrat sieht Schaden für Konzern durch Kürzungspläne. ams und OSRAM einigen sich auf Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag.
Werbung
Werbung
Werbung
Börse Stuttgart Anlegerclub

Die richtige Strategie für die Börsenkrise

Stecken Sie nicht den Sand in den Kopf, sondern kaufen Sie die richtigen Aktien. Erfahren Sie im aktuellen Anlegermagazin mehr über attraktive Qualitätsaktien und zyklische Aktien
Kostenfrei registrieren und lesen!
Werbung

Umfrage

Wie zufrieden sind Sie mit den staatlichen Corona-Schutzmaßnahmen?

Online Brokerage über finanzen.net

finanzen.net Brokerage
Handeln Sie für nur 5 Euro Orderprovision* pro Trade aus der Informationswelt von finanzen.net!

Oskar

ETF-Sparplan

Oskar ist der einfache und intelligente ETF-Sparplan. Er übernimmt die ETF-Auswahl, ist steuersmart, transparent und kostengünstig.
Zur klassischen Ansicht wechseln
Top News
Beliebte Suchen
DAX 30
Öl
Euro US-Dollar
Bitcoin
Goldpreis
Meistgesucht
TeslaA1CX3T
NEL ASAA0B733
BioNTechA2PSR2
Apple Inc.865985
Deutsche Bank AG514000
Amazon906866
Daimler AG710000
BayerBAY001
NikolaA2P4A9
Allianz840400
Microsoft Corp.870747
BASFBASF11
Lufthansa AG823212
Ballard Power Inc.A0RENB
XiaomiA2JNY1