Warum Sparer in unseren Nachbarländern höhere Zinsen bekommen

Sparer haben es derzeit nicht einfach. Die Banken hierzulande bieten auf die beliebtesten Anlageformen der Deutschen schon seit Monaten nur noch klägliche Zinsen.
Egal ob Sparbrief, Sparbuch, Tages- oder Festgeld: Wer Zinsen von mehr als einem Prozent auf sein Erspartes bekommen möchte, muss der deutschen Hausbank den Rücken kehren und sich nach Alternativen umsehen. Oftmals reicht hier schon der Blick in unsere Nachbarländer. Nicht selten bieten hier Banken auf Tages- und Festgeld um ein Vielfaches höhere Zinssätze als ihre deutschen Pendants.
Der Grund hierfür ist in erster Linie in der unterschiedlichen Nachfrage der Banken nach Geld zu sehen. Aktuell haben die Sparer rund zwei Billionen Euro bei deutschen Banken angelegt - diese brauchen daher kaum frisches Geld von ihren Kunden. Bei unseren europäischen Nachbarn stellt sich die Situation ganz anders dar. Hier spart die Bevölkerung nicht so fleißig und deshalb müssen die Banken mit höheren Zinsen um das Ersparte der Kunden werben.
Eine weitere Ursache für das aktuelle Zinstief in Deutschland ergibt sich aus der Tatsache, dass sich die Banken bei Bedarf untereinander zu günstigen Konditionen Geld leihen können. Für Interbankenkredite mit einer Laufzeit von zwölf Monaten werden nach dem Referenzzinssatz EURIBOR nur 0,19 Prozent Zinsen (Stand 01.04.2015) fällig. Da braucht es nicht verwundern, dass etwa Commerzbank oder Deutsche Bank ihren Kunden schon seit Monaten nur noch 0,2 Prozent Rendite auf einjährige Festgelder versprechen. Weitaus lukrativer sind da die Angebote von ausländischen Geldinstituten.
Von diesen Angeboten können mittlerweile auch die Anleger in Deutschland profitieren. Und das ohne selbst ins Ausland reisen oder sich in fremden Sprachen mit Vertragsdetails auseinandersetzen zu müssen. So bietet etwa Savedo, der Online-Marktplatz für europaweite Festgelder, seit Dezember 2014 die Möglichkeit, sein Erspartes in der Tschechischen Republik zu investieren. Die tschechische J&T Banka bietet auf dem Savedo-Marktplatz Festgelder mit ein- bis zehnjährigen Laufzeiten und garantierten Zinsen von bis zu 2,6 Prozent pro Jahr. Maximal können hier 100.000 Euro angelegt werden, denn bis zu diesem Betrag sind die Sparguthaben durch die Richtlinien der EU-weit geltenden Einlagensicherung geschützt. Jeder Mitgliedsstaat ist demnach verpflichtet, Sicherungsfonds einzurichten, die im Falle einer Bankeninsolvenz das Ersparte der Kunden absichern.
Christian Tiessen ist Managing Director von Savedo (www.savedo.de), dem Online-Marktplatz für europäische Festgelder. In seiner Kolumne äußert er sich u.a. zu Entwicklungen des Zinsniveaus für Sparprodukte sowie zu aktuellen Themen im Bereich FinTech und Banken.
Der obige Text spiegelt die Meinung des jeweiligen Kolumnisten wider. Die finanzen.net GmbH übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche Regressansprüche aus.