finanzen.net
01.03.2020 08:39

Ab 1. März: Neue Depotgebühr bei Flatex

Preiserhöhung: Ab 1. März: Neue Depotgebühr bei Flatex | Nachricht | finanzen.net
Preiserhöhung
Seit rund 15 Jahren lehrt der Online-Broker Flatex die Konkurrenz mit günstigen Orderkonditionen das Fürchten. Doch nun schafft der Broker das "kostenlose Depot für alle" ab und führt eine neue Gebühr ein. Viele Kunden zeigen sich verärgert und kehren den Oberfranken den Rücken. Was Flatex-Kunden dazu wissen sollten.
Werbung

Kurz vor Jahresultimo präsentierte der Online-Broker Flatex seinen Kunden eine Preis­anpassung, die es erst auf den zweiten Blick in sich hat. Im ab 1. März 2020 gültigen Preis-Leistungs­verzeichnis findet sich eine neue Gebühr, die auf alle verwahrten Wertpapiere berechnet wird. Wie berechnet sich die neu eingeführte "Depotgebühr"? Und wir wirkt sie sich konkret auf Kunden aus? finanzen.net gibt Antworten auf die wichtigsten Fragen.

Die Preiserhöhung von Flatex im Wortlaut

Ab März ist das bislang kostenlose Depot bei Flatex endgültig passé. Die neue Depotgebühr von 0,1 % pro Jahr wird "monatlich auf Grundlage des Kurswertes der verwahrten Wertpapiere zum jeweiligen Monats­ultimo ermittelt und mit einem Anteil von 1/12 von 0,1 % bewertet", so der Wortlaut im ab 01.03.2020 gültigen Preis- und Leistungs­verzeichnis (PLV).

Beispiel: Mit welcher Gebührenbelastung müssen Flatex-Kunden rechnen?

Ein Flatex-Kunde, der im Schnitt Anlagen im Wert von 150.000 Euro in seinem Depot lagert, muss mit zusätzlichen Gebühren von 150 Euro im Jahr kalkulieren. Bei Anleger mit 300.000 Euro Depotvolumen beträgt die Zusatz­belastung 300 Euro. Was viele Kunden offen­sichtlich ärgert: Mit der neuen Gebühr beteiligt sich die Bank künftig indirekt an den Kurs­gewinnen ihrer Kunden. Denn mit steigendem Depotvolumen steigt der auch der absolute Betrag der an Flatex zu entrichtenden Depotgebühr.

Wie erheblich diese Zusatzbelastung durch die neue Depotgebühr sein kann, zeigt folgendes Beispiel. Ein Anleger ordert an Xetra Wertpapiere im Gegenwert von 12.500 Euro und hält diese danach 5 Jahre in seinem Flatex-Depot. Zusätzlich zu den Order­gebühren von derzeit 2 x 5,90 Euro für Kauf und Verkauf (zzgl. Fremdspesen und Börsengebühren) zahlt der Anleger künftig bis zum Verkauf und damit über fünf Jahre hinweg zusätzliche Depotgebühren. Diese Zusatzbelastung beläuft sich auf 62,50 Euro (5 x 0,1 % x 12.500 Euro), wobei Änderungen des Kurswerts in dieser Beispiel­rechnung nicht berücksichtigt sind.

Hat Flatex den Bogen überspannt?

Dank kostenlosem Depot und simpler Preisstruktur hat sich der ober­fränkische Discount­broker Flatex in den letzten Jahren zur Branchengröße aufgeschwungen. Dass die Anteils­eigner der börsen­notierten Flatex AG höhere Renditen erwarten, ist eine Sache. Die Reaktion der Kunden auf die massive Preiserhöhung ist die andere. Wie finanzen.net von Branchen­insidern erfahren hat, stapeln sich bei zahlreichen Wettbewerbern derzeit die Depot­anträge wechsel­williger Flatex-Kunden.

Auch bei finanzen.net Brokerage, dem Wertpapier­handelsangebot, das finanzen.net in Kooperation mit der Comdirect anbietet, schlagen derzeit weit mehr Neukunden auf als üblich. Einiges deutet daher darauf hin, dass der Onlinebroker Flatex mit der "Abschaffung des kostenlosen Depots" (Wirtschaftswoche, Ausgabe 22.12.2019) den Bogen überspannt haben könnte und tausende Kunden dem Onlinebroker den Rücken kehren. Da tröstet es auch nur wenig, dass ab März die Gebühren für Auslandsorders gesenkt und die Provisionen auf Dividenden­zahlungen ausländischer Aktien abgeschafft werden sollen.

Ist auch Geld auf dem Verrechnungskonto betroffen?

Die neue Gebühr wird laut Preis-Leistungs­verzeichnis nur auf verwahrte Wertpapiere berechnet, also auf Aktien, Fonds, Derivate oder Anleihen. Für Beträge, die auf dem Flatex-Cashkonto ruhen, berechnet Flatex weiterhin den bereits im Jahr 2017 eingeführten negativen Guthabenzins. Die Oberfranken hatten diesen erst mit Beginn des vierten Quartals 2019 von 0,4 % auf 0,5 % angehoben. Wer im Schnitt also 25.000 Euro auf dem Verrechnungskonto verwahrt, zahlt hierfür im Jahr Zinsen in Höhe von 125 Euro.

Gibt es Sonderregelungen für Kunden?

Der ein oder andere Flatex-Kunde mag sich die Frage stellen, ob der Broker lang­jährigen Bestands­kunden Sonder­konditionen einräumt. Wir haben die Probe aufs Exempel gemacht. Auf Nachfrage teilt Flatex unserem Testkunden allerdings mit, dass man "einer Sonder­konditionierung [...] im Augenblick leider nicht entsprechen" könne.

Sind auch Degiro-Kunden von der Preisanpassung betroffen?

Mit der erst im Dezember verkündeten Übernahme der nieder­ländischen DeGiro schwingt sich Flatex mit künftig mehr als einer Million Kunden zu den Schwer­gewichten der Branche auf. Kunden von Degiro sind derzeit nicht von der neuen prozentualen Depotgebühr betroffen. Anders sieht die Sache bei den Negativzinsen aus. Denn Kundengelder werden bei Degiro nicht auf einem Verrechnungskonto, sondern getrennt von der Bilanz auf einem Sammelkonto verwahrt und in Geldmarktfonds investiert. Da Geldmarktfonds auf EONIA-Basis derzeit mit negativen Renditen von zirka 0,45 % pro Jahr aufwarten, kompensiert Degiro diesen negativen Effekt - allerdings nur für die ersten 2.500 Euro. Auf Cashbestände von mehr als 2.500 Euro ergeben sich für Degiro-Kunden somit derzeit negative Renditen von etwa 0,45 Prozent.

Gib es Alternativen für Flatex-Kunden?

Nach der Preiserhöhung kehren auch ehemalige Fürsprecher dem Broker den Rücken. So hat das Verbraucher­portal "Finanztip" am 10. Januar konstatiert, dass Flatex nun "keine Empfehlung mehr" sei. Die neue Gebühr "klinge erst einmal überschaubar, läppere sich aber mit der Zeit".

Anleger, die nach günstigen und transparenten Alternativen Ausschau halten, können im Depot-Vergleich auf finanzen.net die Konditionen führender Anbieter vergleichen. Einen ausführlichen Vergleich der Depotkosten verschiedener Banken finden Anleger auch in Ausgabe 11/2019 von Finanztest. Die Warentester haben 34 Filial- und Direktbanken verglichen und erhebliche Unterschiede bei Depot- und Ordergebühren ermittelt.1

In eigener Sache

Tipp: Vermeiden Sie unnötige Gebühren für Ihre Wertpapier­geschäfte! Wechseln Sie jetzt zur "günstigsten Bank für alle Depot­modelle" (Finanztest 11/2019) und eröffnen Sie noch heute ein finanzen.net Brokerage-Depot. Sie handeln damit nicht nur beim Testsieger 2019 der Fach­magazine €uro und €uro am Sonntag. Als Neukunde profitieren Sie zudem von zahlreichen Vorteilen bei finanzen.net. So können Sie Ihr Echtgelddepot beispiels­weise direkt in der App anzeigen oder sich bei Bedarf auch mit nur einem Klick aus der Website von finanzen.net in die Ordermaske durchklicken. Informieren Sie sich gleich hier!

 

Passend zum Thema:

» Depot-Vergleich: die besten Online Broker im Test

» Finanztest-Depotvergleich: Sparpotenzial bis zu 565 Euro pro Jahr

» Handeln Sie zu Top-Konditionen im Brokerage-Depot von finanzen.net

 

1) Quelle: Finanztest, Ausgabe 11/2019, abrufbar unter https://www.test.de/shop/finanztest-hefte/finanztest_11_2019/

 

Bildquellen: Flatex
Werbung

Heute im Fokus

DAX geht tiefer ins Wochenende -- US-Börsen schließen im Minus -- US-Arbeitsmarkt büßt massiv Stellen ein -- adidas braucht frisches Geld -- Tesla, PUMA, TRATON, Shop Apotheke, BNP im Fokus

DIC Asset senkt wegen Corona-Krise Gewinnprognose. Nordex profitiert von hoher Nachfrage in Europa. Bundesregierung in Gesprächen mit Lufthansa über Staatsbeteiligung. RTL zieht Ausblick und Dividendenvorschlag zurück. H&M: Q1-Zahlen besser als erwartet. Ryanair hält Gewinn noch im Prognoserahmen.
Werbung
Werbung
Börse Stuttgart Anlegerclub

Die richtige Strategie für die Börsenkrise

Stecken Sie nicht den Sand in den Kopf, sondern kaufen Sie die richtigen Aktien. Erfahren Sie im aktuellen Anlegermagazin mehr über attraktive Qualitätsaktien und zyklische Aktien
Kostenfrei registrieren und lesen!

Umfrage

Corona-Crash und Chaostage an den Börsen. Wie handeln Sie in unsicheren Zeiten?

Online Brokerage über finanzen.net

finanzen.net Brokerage
Handeln Sie für nur 5 Euro Orderprovision* pro Trade aus der Informationswelt von finanzen.net!

ETF-Sparplan

Oskar ist der einfache und intelligente ETF-Sparplan. Er übernimmt die ETF-Auswahl, ist steuersmart, transparent und kostengünstig.
Zur klassischen Ansicht wechseln
Kontakt - Impressum - Werben - Pressemehr anzeigen
Top News
Beliebte Suchen
DAX 30
Öl
Euro US-Dollar
Bitcoin
Goldpreis
Meistgesucht
Deutsche Bank AG514000
Microsoft Corp.870747
Scout24 AGA12DM8
TeslaA1CX3T
Lufthansa AG823212
Wirecard AG747206
Daimler AG710000
Amazon906866
Shell (Royal Dutch Shell) (A)A0D94M
Apple Inc.865985
Airbus SE (ex EADS)938914
Allianz840400
BASFBASF11
BayerBAY001
Carnival Corp & plc paired120100