28.01.2023 22:17

Ex-US-Finanzminister Summers: 2023 drohen "Tumulte" an den Märkten

Zinsen bleiben hoch: Ex-US-Finanzminister Summers: 2023 drohen "Tumulte" an den Märkten | Nachricht | finanzen.net
Zinsen bleiben hoch
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Im neuen Jahr müssen sich Anleger nach Meinung des früheren US-Finanzminister Lawrence "Larry" Summers auf schwierige Zeiten und sogar auf "Tumulte" einstellen.
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• Larry Summers: Viele Anleger liegen mit ihren Erwartungen falsch
• Keine Rückkehr zu einer säkularen Stagnation
• Niedrigzinsphase kommt nicht wieder


An den Anleihemärkten sind die Zinsen zuletzt zurückgegangen. Harvard-Professor Larry Summers, der von 1999 bis 2001 US-Finanzminister im Kabinett von Bill Clinton war, hat dafür kein Verständnis, denn seiner Meinung nach wird die Niedrigzinsphase - trotz Rezessionsgefahren - nicht wiederkehren.

Falsche Annahme

Der Ökonom erklärte laut "Bloomberg", dass zwar zahlreiche Indikatoren - darunter die Rendite zehnjähriger Staatsanleihen, der Median der Fed-Prognose für den langfristigen realen Leitzins sowie die zehnjährige Breakeven-Rate in den USA - scheinbar signalisieren würden, dass die gleichen Faktoren, welche die Inflation vor ihrem jüngsten Anstieg gebremst hätten, nun wieder eintreten würden. Dennoch halte er die daraus resultierende, vor allem am Anleihemarkt verbreitete Annahme, wonach die Niedrigzins-Ära getragen von disinflationärem Druck wiederkehren werde, für falsch.

Zur Begründung verwies der Ökonomieprofessor auf eine Reihe von Veränderungen, die darauf hindeuten würden, dass das Muster der säkularen Stagnation aus der Zeit vor der Corona-Pandemie nicht wiederkehren wird. Eine säkulare Stagnation ist eine Situation der chronischen Unternachfrage nach den Gütern und Leistungen eines Landes. Sie ist gekennzeichnet durch lang anhaltendes ("säkulare") niedriges Wirtschaftswachstum ("Stagnation"). Die Unternachfrage zeigt sich darin, dass im Verhältnis zu den Ersparnissen zu wenig investiert wird.

Veränderungen

So rechnet Larry Summers damit, dass die Investitionsausgaben ansteigen werden, weil sich die USA bemühen, Produktion in das Land zurückzuholen, um die Lieferketten sicherer zu gestalten. Daneben würden auch die Ausgaben für die nationale Sicherheit erhöht. Zudem führte Summers aus, dass die "grüne Energiewende" dazu beitragen wird, Ersparnisse abzuschöpfen. Wenn dann noch die Ungewissheit zunehme, würden die Anleger wahrscheinlich höhere Risikoprämien verlangen, meint der Wirtschaftswissenschaftler.

Tumulte

Des weiteren fand Larry Summers während der Fernsehsendung "Wall Street Week" auf Bloomberg-TV lobende Worte für den Kurswechsel der US-Notenbank, die in den vergangenen Monaten auf eine falkenhafte Geldpolitik umgeschwenkt ist. Er empfahl den Währungshütern, weitere Zinserhöhungen zu beschließen und an dem hohen Zinsniveau für einige Zeit festzuhalten, um die Inflation zu dämpfen.

Anleger sollten sich derweil nach Meinung Summers auf ein schwieriges Jahr 2023 einstellen. "Ich erwarte Tumulte" für die Märkte, warnte der EX-Finanzminister. Und weiter: "Dieses Jahr wird als V-Jahr in die Geschichte eingehen, in dem wir erkannt haben, dass wir uns auf eine andere Art von Finanzzeitalter mit anderen Zinsmustern zubewegen".

Redaktion finanzen.net

Bildquellen: Schroders, Sergey Nivens / Shutterstock
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