Wegen Zollsorgen: DAX schließt unter 25.000er-Marke: Grönland-Streit könnte Handelskonflikt eskalieren lassen

Der deutsche Aktienmarkt reagierte zum Wochenstart empfindlich auf die jüngsten Entwicklungen an der Zollfront. Die Bären gewannen an Dominanz.
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Der DAX ging 1,34 Prozent tiefer bei 24.940,47 Punkten in den Handel und damit deutlich unterhalb der psychologisch-wichtigen 25.000er-Marke. Danach verharrte er in der Verlustzone und beendete die Sitzung 1,34 Prozent schwächer bei 24.959,06 Punkten.
Der jüngste DAX-Rekord
Erst am Dienstag, den 13. Januar, hatte der DAX bei 25.507,79 Punkten ein Allzeithoch markiert und damit erstmals in seiner Geschichte die Schwelle von 25.500 Punkten überschritten. Letztlich war er an diesem Tag bei 25.420,66 Zählern in den Feierabend gegangen, was einen neuen Rekord auf Schlusskursbasis bedeutete.
Trumps kündigt Strafzölle an
Hintergrund ist der Streit um Grönland. Trump will die zu Dänemark gehörende Arktisinsel den USA einverleiben und hatte zusätzliche Zölle gegen Deutschland, Dänemark, Finnland, Frankreich, die Niederlande, Norwegen, Schweden und Großbritannien angekündigt, um seinen Plan durchzusetzen. Die US-Zölle sollen so lange gelten, bis ein Abkommen über den vollständigen Kauf der Arktisinsel erzielt wird, wie Trump auf seiner Plattform Truth Social schrieb. Ab dem 1. Februar sollen demnach 10 Prozent für in die USA gesendete Waren fällig werden, ab dem 1. Juni 25 Prozent.
Derweil wollen die betroffenen europäischen Länder über mögliche Gegenmaßnahmen sprechen.
"Noch ist es Rhetorik. Noch bleiben zwei Wochen Zeit für Verhandlungen", kommentierte Portfoliomanager Thomas Altmann von QC Partners. Es drohe aber eine noch nie dagewesene Spirale aus Zöllen, Gegenzöllen und weiteren Maßnahmen. Anders als in früheren Fällen, werde die Europäische Union diesmal wohl nicht klein beigeben, vermutet Altmann. Der Höhenflug am Aktienmarkt sei jedenfalls zunächst vorbei, auch wenn der Rückschlag zunächst überschaubar bleibe.
Ruhiger Handel
Direkt zu Wochenbeginn mischten am Montag deutlich weniger ausländische Anleger mit. Wegen des "Martin Luther King Day" wird an den US-Börsen nicht gehandelt. Angesichts möglicher marktrelevanter Schlagzeilen an einem verlängerten Wochenende berge das ein gewisses Risiko, schrieben die Experten von Index Radar bereits am Freitag vorherseherisch: "Die Märkte mögen Pausen, Überraschungen hingegen meist nicht."
Kursrally nur mit Pause?
Aus Sicht des Experten Uwe Streich von der Landesbank Baden-Württemberg reicht eine mittlerweile hohe Bewertung offensichtlich noch nicht aus, um die Kursrally zu bremsen. Er sieht aber eine Reihe weiterer Risiken: "US-Präsident Donald Trump bastelt an einer neuen Weltordnung, die KI-Story zeigt erste Risse, und die US-Notenbank Fed droht ihre Unabhängigkeit zu verlieren." Mit Blick auf die vergangenen drei starken Jahre im DAX wähnten sich die Anleger aber in Sicherheit und unterschätzten Gefahren.
Was Anleger in dieser Woche erwartet
In den USA stehen im Wochenverlauf zum Beispiel Quartalszahlen von dem Streaming-Riesen Netflix, dem Mischkonzern 3M und der Fluggesellschaft United Airlines an. Hierzulande sind dagegen noch nicht viele Unternehmensmeldungen zu erwarten.
Auf Konjunkturseite dürften die Einkaufsmanagerindizes am Freitag besondere Beachtung finden. "Bei der Unternehmensaktivität lässt sowohl in Deutschland als auch in Europa insgesamt der echte Aufschwung immer noch auf sich warten", kommentierte Robert Greil, Chefstratege der Privatbank Merck Finck. Zwar dürfe die Wirtschaft nicht zuletzt dank der gesunkenen Zinsen 2026 etwas besser als im Vorjahr laufen, von Optimismus sei man aber noch weit entfernt.
Neben frischen Erzeugerpreisdaten aus Deutschland dürften am Dienstag auch die ZEW-Konjunkturerwartungen eine Rolle spielen. Auf Basis ermutigender Signale aus der Industrie im vierten Quartal könnte die deutsche Wirtschaft mit Schwung ins neue Jahr gestartet sein, schrieb Simon Azarbayjani von der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba). Die ZEW-Umfrage sollte daher etwas mehr konjunkturelle Zuversicht zeigen.
Redaktion finanzen.net / dpa-AFX / Dow Jones Newswires
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