06.03.2021 22:04

Kursfantasien bei Übernahmen: Bei welchen Aktien lukrative Gewinne winken

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Gut gefüllte Kassen, günstige Refinanzierungen, ein gutes Börsenumfeld und Umbrüche in vielen Branchen beflügeln das Geschäft mit Firmenkäufen. Wie Anleger dabei sein können.
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von Klaus Schachinger, Euro am Sonntag

Tempo, Tempo. Das Geschäft mit Fusionen und Übernahmen, im Börsianerjargon der Mergers & Aquisitions (M & A)genannt, zieht weltweit deutlich an. Matthias Zachert etwa, Chef des Spezialchemiekonzerns LANXESS, meldete zu Wochenbeginn den Kauf von Kalama Chemical. Die US-Firma fuhr drei Viertel von 425 Millionen Dollar Umsatz für 2020 mit Konservierungsstoffen für Lebensmittel, Aroma- und Duftstoffe sowie Substanzen für Kosmetik und Tiernahrung ein. Den Preis von rund einer Milliarde Dollar, ohne Berücksichtigung von Verbindlichkeiten, zahlen die Kölner aus der Firmenkasse. Analysten finden die Summe in Ordnung.

Für einen stabilen Geschäftsverlauf mit höheren Gewinnmargen richtet Zachert den MDAX-Konzern mit einer Serie von kleineren und manchmal auch größeren Zukäufen wie Kalama stärker auf Spezialchemie aus. Ein Umbau wie bei LANXESS ist in der Chemiebranche keine Ausnahme. Die Strukturen der Konzerne sind komplex. Zudem will die Branche klimafreundlicher produzieren. Experten erwarten deshalb besonders viele Übernahmen und Verkäufe von Sparten.

Fokus auf europäische Firmen

Wie bei LANXESS sind die Kassen vieler Unternehmen gut gefüllt. Und wenn für einen Zukauf mehr benötigt wird, ist das kein Problem. Refinanzierungen sind historisch günstig. An den Börsen setzen Anleger bereits auf die Zeit nach der Pandemie. Das facht den M & A-Trend derzeit in vielen Branchen noch an. Der LANXESS-Deal ist der bislang größte in diesem Jahr. Auch wenn der nicht mit einberechnet wird, hat sich das M & A-Geschäft in Europa mit Transaktionen im Wert von 120 Millionen Dollar seit Jahresbeginn gegenüber dem Vorjahreszeitraum knapp verdoppelt. Auch in den USA mit etwas mehr als 255 Millionen und weltweit mit mehr als 500 Millionen Dollar verdoppelte sich der Markt gegenüber dem Vorjahr.

Die Beschleunigung ist heuer also global zu beobachten. In Europa sind die Ziele jedoch attraktiver und günstiger als in anderen Regionen der Welt. Denn während das M & A-Geschäft im Jahr 2020 in Amerika und weltweit gegenüber dem Vorjahr schrumpfte, legte es auf dem alten Kontinent, auch während Corona zu - um gut ein Drittel auf rund eine Milliarde Dollar.

Das dürfte sich fortsetzen. Jüngst meldete Globalwafers aus Taiwan einen Anteil von 57 Prozent am bayerischen Konkurrenten Siltronic, dem weltweit drittgrößten Hersteller der begehrten großen Siliziumscheiben, sogenannter Wafer, mit 300 Millimeter Durchmesser. Aus Wafern werden Halbleiter gefertigt.

Siltronics Großaktionär, der Familienkonzern WACKER CHEMIE, hatte Globalwafers bereits Ende der vorigen Jahres 31 Prozent der Anteile zugesichert. Die Zyklen in der Chipzulieferbranche und die hohen Investitionen in die Produktion von Wafern, die Siltronic hauptsächlich in Singapur fertigt, dürften WACKER zum dem schon länger avisierten Ausstieg bei Siltronic bewogen haben.

Tech-Trends treiben M & A

In Branchen mit dynamischen Entwicklungen von Technologien wie etwa im Halbleitersektor beschleunigen Megatrends das Geschäft mit Übernahmen. Etwa die Digitalisierung der verschiedenen Industrien, also der Anschluss ans Internet via Sensoren und Bluetooth. In der Autobranche und ihren Zulieferunternehmen gewinnen Chips, Sensoren, Energiemanagement und Batterietechnologien mit den alternativen Antriebstechnologien und Fahrassistenzsystemen schnell an Bedeutung. Geschäftsmodelle werden diesem Wandel durch Übernahmen und Verkäufe angepasst.

So hat der japanische Chipkonzern und Autozulieferer Renesas, weltweit führend bei programmierbaren Steuereinheiten, den deutsch-britischen Chipentwickler Dialog Semiconductor auf der Einkaufsliste. Der Vorstand von Dialog unter Führung von Jalal Bagherli unterstützt die Offerte der Japaner. Unter dem Dach von Renesas hofft Bagherli das Know-how von Dialog in Sachen Energiemanagement für mobile Geräte und stromsparende Bluetooth-Technik schneller in der Autoindustrie zu etablieren. Beim Kurs von 64,98 Euro notiert Dialog unter der Offerte von 67,50 Euro pro Aktie. Börsianer schließen nicht aus, dass andere Chipkonzerne und vielleicht auch Dialog-Großkunde Apple mitbieten könnten.

Schon weiter als Renesas ist US-Autozulieferer BorgWarner mit dem Kauf des Darmstädter Batteriesystemherstellers AKASOL. Zu Wochenbeginn wurde bekannt, dass die Firmengründer, die zusammen 59,4 Prozent der Anteile halten, der Übernahme durch "unwiderrufliche Andienungsvereinbarungen" zugestimmt haben. BorgWarner bietet 120 Euro pro Aktie. Aktuell notiert AKASOL bei 123,70 Euro, klar über dem Angebot. Börsianer hoffen also auf eine Nachbesserung.

Auch Finanzinvestoren, deren Kassen mit dem Geld institutioneller Kunden gut gefüllt sind, suchen hierzulande ihre Ziele. Schätzungen zufolge haben die größten Private-Equity-Konzerne Blackstone, KKR, CVC und Carlyle für Zukäufe weltweit zusammen mehr als 250 Milliarden Euro zur Verfügung.

CVC will Insidern zufolge mit der Eigentümerfamilie des Sandalenherstellers Birkenstock aus Linz am Rhein verhandeln. Mit der Präsentation von Interessenten sollen die Besitzer der 1774 gegründeten Firma die US-Bank Goldman Sachs beauftragt haben. Birkenstock wird auf vier Milliarden Euro geschätzt. Auch der weltweit größte Luxuskonzern LVMH soll interessiert sein. Den restrukturierten Ingenieursdienstleister Bilfinger wiederum sollen US-Finanzinvestor Clayton Dubliner & Rice (CD&R) und der französische Konkurrent Aldtrad auf ihren Listen haben.

Potenzielle Ziele

Für große Entwickler von Firmen- und Bürosoftware wie Oracle oder Microsoft könnte TeamViewer, ein erfolgreicher Anbieter von Fernwartungssoftware, der vom Homeoffice-Trend profitiert, interessant werden. Große Kunden wie der Medizintechnikkonzern Siemens Healthineers, der die Fernwartung seiner Computertomografen über TeamViewer-Programme laufen lässt, erhöhen die globale Wahrnehmung der Göttinger Technologiefirma.

Die cloud-basierten Datenbankprogramme des Nürnberger Entwicklers Exasol nutzen Konzerne wie adidas, Dell, Vodafone und Zalando. Über die schnelle Analyse großer Kundendateien kann via Exasol verborgenes Umsatzpotenzial erschlossen werden. Eine erfolgreiche Integration von Exasol und TeamViewer in die Angebote von Software-Riesen würde bei einer Übernahme die hohe Bewertung der Wachstumsfirmen schnell relativieren.


INVESTOR-INFO

Übernahmeziele

Hier schlummert Potenzial

Bei Industriedienstleister Bilfinger ist vieles in Bewegung. Chef Tom Blades trat Mitte Januar überraschend zurück. Finanzinvestor Cevian hält 26,8 Prozent, der Hedgefonds ENA Capital zwölf Prozent. Die Wachstumsfirmen Exasol und TeamViewer sind mit Cloud-Software in aussichtsreichen Nischen auffällige Aufsteiger. technotrans, einst ein reiner Druckzulieferer, ist heute ein Spezialist für die Kühlung von Lasern, Werkzeugmaschinen, Laborausrüstungen sowie elektrisch fahrenden Bussen und Zügen. Die Aktie ist günstig bewertet. Viscom entwickelt optische Inspektionssysteme für die Produktionsstraßen in Unternehmen. Viscom-Konkurrent ISRA VISION wurde vom schwedischen Konzern Atlas Copco zu einem guten Preis gekauft.










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