Erstmals Nettogewinn

HelloFresh-Aktie fällt zum Handelsschluss: HelloFresh mit mehr Umsatz und Sprung in Gewinnzone

02.03.21 17:53 Uhr

HelloFresh-Aktie fällt zum Handelsschluss: HelloFresh mit mehr Umsatz und Sprung in Gewinnzone | finanzen.net

Die coronabedingte sehr hohe Nachfrage nach seinen Produkten hat dem Kochboxenversender HelloFresh 2020 ein Rekordjahr beschert.

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Dabei erfüllte das Berliner Unternehmen seine eigenen Ziele und übertraf die Erwartungen von Analysten. Und auch im laufenden Jahr soll es weiter bergauf gehen, wenn auch deutlich moderater als in den vergangenen zwölf Monaten. Doch nicht alle reagierten begeistert auf die Neuigkeiten vom Dienstagmorgen.

Im vergangenen Jahr habe sich der Umsatz auf 3,75 Milliarden Euro mehr als verdoppelt, teilte das MDAX-Unternehmen in Berlin mit. Dabei macht nach wie vor das Geschäft in den USA über die Hälfte des Gesamtumsatzes aus. Die anderen Märkte werden gemeinsam als internationales Segment gelistet.

Besonders deutlich war der Anstieg beim von Analysten stark beobachteten bereinigten Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda). Dieser betrug im Corona-Jahr 505 Millionen Euro und damit mehr als zehn Mal so viel wie 2019. Die entsprechende Marge stieg auf 13,5 Prozent und entsprach damit dem oberen Ende der Unternehmensprognose.

Mit einem zweiten operativen Gewinn in Folge hat das Unternehmen die formelle Voraussetzung für einen Aufstieg in den Dax geschafft. Bei der in dieser Woche anstehenden Entscheidung über die Neubesetzung der Indizes wird die Deutsche Börse das aber wohl nicht mehr berücksichtigen, da die Zahlen nicht mehr im Februar vorgelegt wurden. Dies ist Grundlage ihrer Überprüfungen. Aber mit einem Börsenwert von derzeit knapp zwölf Milliarden Euro hat HelloFresh gute Chancen, im Herbst in den deutschen Leitindex aufzusteigen, wenn dieser von 30 auf 40 Mitglieder aufgestockt wird.

HelloFresh schaffte im vergangenen Jahr auch unter dem Strich den Sprung in die Gewinnzone: Nach einem Verlust von rund sieben Millionen Euro im Vorjahr erzielte der Konzern nun ein positives Ergebnis von gut 351 Millionen Euro.

Ungeachtet der Krise setzt Konzernchef Richter auf den langfristigen Erfolg seines Unternehmens: "Während die Pandemie im Laufe des Jahres hoffentlich abklingen wird, rechnen wir fest damit, dass Verbraucher auch weiterhin auf E-Commerce-Lösungen setzen werden, um Lebensmittel einzukaufen." Mahlzeiten zu Hause zuzubereiten und zu essen, hätte in 2020 eine neue Bedeutung bekommen.

Im laufenden Jahr will HelloFresh in seinen bestehenden 14 Märkten unter anderem durch neue Marken mehr Kunden von sich überzeugen. Darüber hinaus will der Konzern zwei bis drei neue Länder erschließen. Zuletzt war HelloFresh nach Schweden und Dänemark expandiert. Experten mutmaßten, dass es nach Japan und Norwegen gehen könnte. Dort suche das Unternehmen derzeit aktiv nach neuen Mitarbeitern.

Und dennoch macht sich der Vorstand keine Illusionen angesichts der unverhältnismäßig starken Entwicklung der vergangenen zwölf Monate: Das Wachstum dürfte deutlich zurückgehen und auch die Marge werde im laufenden Jahr nicht mehr so hoch ausfallen. Das Unternehmen bestätigte bei der Vorlage der 2020er-Zahlen seine Mitte Dezember abgegebene Prognose.

So soll der Umsatz 2021 währungsbereinigt nur noch um 20 bis 25 Prozent zulegen und damit deutlich weniger als im Corona-Jahr, als das Wachstum bei 111 Prozent gelegen hatte. Zudem soll die Marge des bereinigten Ebitda zwischen 9 bis 12 Prozent betragen und damit unter dem 2020er-Wert liegen. In den Kennziffern sei der Zukauf von Factor75 bereits enthalten. Neben den vorportionierten Lebensmitteln samt Rezepten zum Kochen will HelloFresh über Factor75 verzehrfertige Gerichte anbieten.

So reagiert die HelloFresh-Aktie

Bei HelloFresh haben die Anleger am Dienstag nach der Vorlage von Jahreszahlen weiter Kasse gemacht. Es nutzte den Papieren nichts, dass der stark von der Corona-Pandemie profitierende Kochboxenversender im vergangenen Jahr das bereinigte operative Ergebnis (Ebitda) auf 505 Millionen Euro mehr als verzehnfachen und damit die Markterwartungen klar schlagen konnte.

Mit einem Kursabschlag im XETRA-Geschäft von zuletzt 6,51 Prozent auf 62,50 Euro waren die Anteile im MDAX der größte Verlierer. Von ihrem Rekordhoch Mitte Februar bei 77,90 Euro fielen sie damit weiter zurück. Mit 62,25 Euro nahmen sie im Tagestief sogar Kurs auf das vor einer Woche markierte Zwischentief bei 61,65 Euro. Sie notieren aktuell zudem unter der 21-Tage- und der 50-Tage-Durchschnittslinie als Indikatoren für den kurz- beziehungsweise mittelfristigen Trend.

Eine Aufnahme in den DAX hätte den HelloFresh-Aktien womöglich neuen Schub geben können. Doch dazu wird es wohl im März noch nicht kommen. Experten zufolge scheitert das Unternehmen vermutlich nur deshalb, weil es seine Jahreszahlen nicht bereits Ende Februar vorgelegt hat.

Laut den von der Deutschen Börse entwickelten neuen Kriterien für eine DAX-Mitgliedschaft muss ein Unternehmen zwei Jahre in Folge ein positives operatives Ergebnis (Ebitda) vorweisen. HelloFresh hat das laut den nun vorgelegten Jahreszahlen zwar geschafft, doch die Deutsche Börse wird dies wohl nicht mehr berücksichtigen, da der abgeschlossene Monat Februar Grundlage ihrer Überprüfungen ist.

Vorerst scheint also die Luft erst einmal raus zu sein aus den Aktien des Pandemie-Gewinners. Rein optisch seien sie nicht günstig, aber auch nicht teuer, wenn man an die Langfristpläne glaube, schrieb Analystin Alvira Rao von der britischen Bank Barclays. Sie blieb bei ihrer "Overweight"-Empfehlung mit Kursziel 70 Euro.

Skeptischer ist da schon Analyst Marcus Diebel von JPMorgan, der mit "Neutral" votiert und dessen Kursziel von 55 Euro rund 13 Prozent unter dem aktuellen Kurs liegt. Zu den vorgelegten Zahlen schrieb er, der Umsatz und das operative Ergebnis hätten die Erwartungen übertroffen, aber das Neukundenwachstum in den USA sei gegenüber dem Vorquartal schwächer gewesen als gedacht.

Im Jahr 2021 beläuft sich das Kursplus für HelloFresh bislang gerade mal auf 1,6 Prozent. Damit hinken die Anteile derzeit auch dem MDax etwas hinterher. 2020 waren sie mit einem Kursgewinn von rund 239 Prozent unter den Höhenfliegern am deutschen Aktienmarkt. In der Corona-Krise blieben die Menschen zu Hause, Restaurants mussten schließen, Reisen waren kaum möglich. Viele Menschen bestellten sich die HelloFresh-Boxen und kochten die Rezepte in der eigenen Küche nach.

BERLIN (dpa-AFX)

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Bildquellen: HelloFresh SE

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28.02.2024HelloFresh UnderperformBernstein Research
27.02.2024HelloFresh OverweightJP Morgan Chase & Co.
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29.01.2024HelloFresh OverweightJP Morgan Chase & Co.
16.01.2024HelloFresh SellGoldman Sachs Group Inc.
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27.02.2024HelloFresh OverweightJP Morgan Chase & Co.
29.01.2024HelloFresh OverweightJP Morgan Chase & Co.
06.12.2023HelloFresh OverweightJP Morgan Chase & Co.
27.11.2023HelloFresh OverweightJP Morgan Chase & Co.
20.11.2023HelloFresh BuyJoh. Berenberg, Gossler & Co. KG (Berenberg Bank)
DatumRatingAnalyst
01.12.2023HelloFresh HoldDeutsche Bank AG
20.11.2023HelloFresh NeutralGoldman Sachs Group Inc.
16.11.2023HelloFresh NeutralGoldman Sachs Group Inc.
16.11.2023HelloFresh HoldDeutsche Bank AG
07.11.2023HelloFresh NeutralGoldman Sachs Group Inc.
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28.02.2024HelloFresh UnderperformBernstein Research
26.02.2024HelloFresh SellUBS AG
16.01.2024HelloFresh SellGoldman Sachs Group Inc.
08.01.2024HelloFresh UnderperformBernstein Research
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