Wacker-Aktie stürzt ab: Übernahme durch Doosan Bobcat geplatzt

Die Übernahme des Baumaschinenherstellers Wacker Neuson durch den südkoreanischen Mischkonzern Doosan Bobcat ist geplatzt.
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Die entsprechenden Gespräche würden nicht fortgesetzt, teilte das Münchner Unternehmen am Donnerstagabend mit.
Der im SDAX notierte Konzern hatte zu Jahresschluss mitgeteilt, dass Doosan Bobcat Aktien im Umfang von etwa 63 Prozent des Grundkapitals von Großaktionären der Wacker Neuson erwerben wolle. Zudem planten die Südkoreaner ein öffentliches Übernahmeangebot in Form eines Barangebots an alle außenstehenden Aktionäre. Die Nachricht hatte die Wacker-Aktie stark nach oben schnellen lassen.
Analyst Martin Comtesse von Jefferies sieht einen möglichen Grund für die gescheiterten Gespräche in dem Bestreben von Doosan, den südkoreanischen Wafer-Hersteller SK Siltron zu übernehmen. Der Experte schließt einen weiteren Versuch der Gründerfamilie, ihre Anteile an Wacker Neuson zu verkaufen, nicht aus. Vorerst stehe nun aber wieder das operative Geschäft im Fokus.
Angesichts der schwächelnden Konjunktur und der US-Zollpolitik hatte das Management um Konzernchef Karl Tragl Mitte November seinen Jahresausblick angepasst. Der Umsatz dürfte demnach 2025 zwischen 2,15 und 2,25 Milliarden Euro liegen. Die operative Marge sollte 6,5 bis 6,8 Prozent erreichen. 2024 hatte der Konzern einen Umsatz von 2,23 Milliarden Euro verbucht bei einer operativen Marge von 5,5 Prozent.
Wacker Neuson baut unter den Marken Wacker Neuson, Kramer, Weidemann und Enar alles von Baggern und Radladern bis hin zu Stampfern und Walzen. Das Unternehmen mit Sitz in München mit rund 6.000 Mitarbeitern hat seine Wurzeln in einer Schmiede, die 1848 zur Zeit der Deutschen Revolution in Dresden gegründet wurde.
Eine Reihe von Wacker-Neuson-Aktionären bündeln ihre Anteile in der Wacker Familiengesellschaft mbH, die 15 Prozent des Unternehmens besitzt. Eine Stiftung namens PIN Privatstiftung hält 26 Prozent, während die SWRW Verwaltungs-GmbH einen Anteil von 17 Prozent besitzt.
Wacker-Aktie stürzt ab
Die Aktionäre von Wacker Neuson müssen ihre Hoffnung auf eine Übernahme durch den südkoreanischen Mischkonzern Doosan Bobcat begraben. Am Freitag sorgte das Ende der Gespräche im Xetra-Handel für einen Kurssturz um letztlich 21,77 Prozent auf 18,58 Euro. Die im Dezember eingepreiste Übernahmeprämie ist damit Geschichte: Mit 18,50 Euro wurden die Aktien auf dem niedrigsten Niveau seit Ende November gehandelt.
Anfang Dezember hatte das vermeldete Übernahmeinteresse der Koreaner den Kurs vom damaligen Niveau knapp unter 19 Euro um bis zu 38 Prozent nach oben getrieben. Vom Zwischenhoch bei 26,05 Euro waren die Papiere des Baumaschinenherstellers zuletzt schon zurückgekommen.
Analyst Stefan August von Warburg Research verwies auf koreanische Medienberichte, wonach die Bewertungserwartungen zu weit auseinander lagen und auch hohe Hürden bei der Finanzierung dazu führten, dass die Gespräche beendet wurden. Außerdem wurde ein Zusammenhang damit gesehen, dass Doosan gleichzeitig auf eine Übernahme des Waferhersteller SK Siltron hinarbeitet.
Martin Comtesse von Jefferies erinnerte daran, dass schon das zweite Mal innerhalb eines Jahres Übernahmegespräche bei Wacker Schlagzeilen machten. Bereits im Juni war zum Thema geworden, dass Großaktionäre einen Ausstieg erwägen. Comtesse hält es zwar nicht für ausgeschlossen, dass die Gründerfamilien einen weiteren Anlauf zum Verkauf ihrer Anteile nehmen. Der Fokus liege aber erst einmal wieder auf der operativen Entwicklung.
Eine große Verbesserung gegenüber dem dritten Quartal erwartet Comtesse im Schlussquartal jedoch nicht. Er verwies dabei auf zuletzt stark zurückgegangene Bestellungen aus den USA. Was das deutsche Infrastrukturprogramm betrifft, glaubt er, dass sich dieses frühestens im zweiten Halbjahr 2026 bemerkbar machen wird.
MÜNCHEN (dpa-AFX)
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