04.02.2015 15:00

Pizza Americano: Die besten US-Fastfood-Aktien

Pizza-Aktien gefällig?: Pizza Americano: Die besten US-Fastfood-Aktien | Nachricht | finanzen.net
Pizza-Aktien gefällig?
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Die italienischen Teigfladen sind die wahre Leibspeise hart arbeitender Amerikaner mit Faible für schnelles Essen. Die Aktien der Ketten Domino’s oder Papa John’s steigen und steigen.
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von Tim Schäfer, Euro am Sonntag

Das geht wirklich erstaunlich schnell. 25 Minuten nach der Order im Internet läutet das Telefon. Der Pförtner ist dran und sagt: "Ihre Bestellung ist da." Im gleichen Atemzug schickt er den Pizzaboten im Wolkenkratzer hinauf zum Appartement. Die große Pizza kostet 20,40 Dollar inklusive Steuer. Obendrauf kommt das Trinkgeld für den Boten in Höhe von drei Dollar.

Auf der Pizzabox lacht Papa-John’s-Gründer John Schnatter dem Kunden entgegen. In großen Lettern verspricht er: "Bessere Zutaten. Bessere Pizza." Schnatter verbürgt sich dafür, dass der Teig frisch ist - nie eingefroren. Die Tomatensoße bestehe nur aus natürlichen Backzutaten, täglich werde das Gemüse in der Filiale frisch geschnitten.

Qualität, das ist der Dreh- und Angelpunkt im Pizzakrieg, der im größten Fast-Food-Markt der Welt ausgebrochen ist. Patrick Doyle, Chef der Kette Domino’s, warf vor einiger Zeit dem Rivalen Pizza Hut in einem Werbespot durch die Blume vor, gefrorenen Teig zu verwenden. Das höchste US-Bundesgericht musste sich einschalten. Wie schon zuvor in einem anderen Streit um vergleichende Werbung in der Branche.

Pizzabäcker mit Schmackes
Pizza Hut, Domino’s und Papa John’s - das sind die Protagonisten im heißen Kampf um die Teigfladen. Das Trio betreibt zusammen weltweit 27.000 Filialen. Pizza Hut, bekannt für seine Pfannenbackmethode, ist nicht nur auf dem Globus die Nummer 1, sondern auch im größten Markt weltweit, in den USA. Die Kette gehört zum Fast-Food-­Giganten Yum! Brands, der auch Hähnchenteile und mexikanische Gerichte zubereitet. Domino’s und Papa John’s sind hingegen reine Pizzabäcker. Aber welche mit Schmackes, wenn man Leute an der Wall Street fragt. Als das Duo die Zahlen fürs dritte Quartal vorlegte, übertrafen diese zum wiederholten Mal die Erwartungen der Analysten: Die Gewinne waren in die Höhe geschossen, die Aktienkurse folgten.

Der Vorteil der Pizzabäcker: Sie müssen nicht viel in Maschinen oder Forschung investieren, hin und wieder ein neues Rezept genügt. Für Aktionäre sind die Risiken dementsprechend gering, zumal die Speise voll im Trend liegt.

Das aus Italien stammende Flachgebäck fasziniert vor allem junge Amerikaner. Die Kundschaft liebt ihre Pizza mit Dosenbier oder Limo und gibt dafür pro Jahr etwa 37 Milliarden Dollar aus, ein Drittel des globalen Marktvolumens. Täglich essen 13 Prozent der US-Bürger das traditionsreiche Gericht, das einst von armen Italienern erfunden wurde und heute noch recht günstig ist. Selbst in New York gibt es ein Stück Pizza ab 99 Cent auf die Hand.

Das US-Landwirtschaftsministerium ließ ob des Heißhungers eine spezielle Pizzastudie erstellen. Am größten ist demnach der Hunger der bis 39-Jährigen: Jeder Sechste isst einmal täglich Pizza. Nur bei Frauen über 59 kommt sie nicht so gut an.

Wer arbeitet, liebt Pizza
"Was am besten mit dem Konsum von Pizza korreliert, ist die Beschäftigung. Arbeitnehmer kaufen mehr Pizzas als Arbeitslose", scherzte Domino’s-Chef Doyle kürzlich in einem Interview. Nicht nur wegen der sinkenden Arbeitslosenquote bleibt er zuversichtlich, auch wegen des Ölpreises. Weil der Sprit so günstig ist wie seit Jahren nicht, bleibt den Menschen mehr Geld in der Tasche.

Während Burgerbrater wie McDonald’s oder Burger King ringen, um auf bestehender Fläche das Geschäft wenigstens stabil zu halten, kommen die italienischen Fladenbäcker kaum nach, um dem Ansturm Herr zu werden. 160 neue Niederlassungen eröffnete Doyle allein im dritten Quartal.

Weiterer Grund für den Appetit: Im ländlichen Raum sind die drei Pizza-Imperien oftmals die Einzigen, die ein warmes Essen an die Haustüre liefern. Befeuert wird die Nische vom Internet. Übers Web bestellt, landen die leckeren Fladen blitzschnell auf dem Tisch. 45 Prozent der Bestellungen erreichen Domino’s mittlerweile auf digitalem Weg. Onlinekunden sind zufriedener, sie ordern häufiger und vor allem mehr - daher möchte Doyle den Anteil ausbauen. Seine App für Smartphones stattete er mit einer Spracherkennung aus. Um möglichst schnell beim Kunden zu sein, bleibt das Menü überschaubar.

Alles begann bei Domino’s im Jahr 1960, als die Brüder Tom und James Monaghan in einer Gemeinde in ­Michigan den kleinen Pizzaladen DomiNick’s kauften. Sie zahlten 500 Dollar an und liehen sich 900 Dollar. Später übernahm Tom die Anteile seines Bruders, der sich im Gegenzug mit dem Lieferwagen, einem VW Käfer, zufriedengab. Schnell waren zwei weitere Filialen im Landkreis eröffnet. So kamen die drei Punkte auf dem Dominostein des Logos zustande. Nach 38 Jahren an der Spitze verkaufte der Gründer seine Geschäftsanteile. Für eine Milliarde Dollar gingen sie an das Private-Equity-Haus Bain Capital, das 2004 den Börsengang einleitete.

Hinter der Nummer 3 im US-Markt, Papa John’s, steckt eine weitere dieser typisch amerikanischen Erfolgsgeschichten: John Schnatter verkaufte 1972 seinen Sportwagen, einen Camaro Z28, für 1.600 Dollar, um gebrauchtes Pizza-Equipment zu besorgen. Dann räumte er einen Besenschrank in der Taverne seines Vaters leer und begann Teig zu kneten. Die Nachfrage war riesig, bereits im Folgejahr eröffnete er nebenan eine eigene Filiale.

Inzwischen genießt der 53-Jährige seinen luxuriösen Lebenswandel. Die Familie fliegt mit einem der schnellsten Privatjets der Welt zu privaten Feriendomizilen. Der Republikaner Mitt Romney schwärmte über den Pool und den Golfplatz der Schnatter-Villa in Louisville, Kentucky. Der dreifache Familienvater neigt indes zu gelegentlichen Wutausbrüchen. "Wenn ich eine Drei-Milliarden-Dollar-Firma aus einem Besenschrank aufgebaut habe, steht mir das Recht zu, in einem solchen Anwesen zu leben", polterte Schnatter nach kritischen Berichten über seinen ausschweifenden Stil.

Der Chef als Raubkatze
Der Papa der Pizzas kann es sich leisten: Seit dem Börsengang im Mai 1993 legte der Aktienkurs um fast 2.500 Prozent zu. "Der Typ lebt, isst und trinkt Pizza", sagt US-Marketinglegende Jack Trout über seinen Kunden, der das Geschäft schon früh auf Qualität zuschnitt und so der schnellen Lieferung von Domino’s oder dem breiten Angebot von Pizza Hut sein eigenes Konzept entgegensetzte.

Es steckt noch mehr dahinter. Im Büro laufe Schnatter manchmal wie eine Raubkatze durch die Gänge und mache Mitarbeiter nervös, verriet ein Exmanager der Zeitung "USA Today". Der waschechte Amerikaner Schnatter leitet sein Unternehmen eben auch mit süditalienischer Leidenschaft.

Investor-Info

Papa John’s
Noch mit Hitze
Die drittgrößte Pizzakette der USA profitiert vom anziehenden US-Konsum und wuchs in den vergangenen drei Jahren im Schnitt um neun Prozent pro Jahr. Die Aktie wird mit dem 1,5-fachen Umsatz ­bewertet - das ist im Branchenvergleich moderat. Der Gewinn soll im laufenden Jahr laut Analysten um 20  Prozent zulegen. Mögliche Kursrücksetzer dürfte der Vorstand für Aktienrückkäufe nutzen. Eine kleine Dividende gibt es obendrein. Kaufen.

Domino’s Pizza
Schon leicht abgekühlt

Die zweitgrößte US-Pizzakette mit Sitz in Michigan und landesweit 11.250 Filialen ist nach der jüngsten Aktienrally kein Schnäppchen mehr. So ist das Papier inzwischen mit dem 2,7-Fachen des Umsatzes bewertet. Das Geschäft wächst in den USA nicht mehr ganz so dynamisch, im Schnitt um knapp vier Prozent pro Jahr. Dafür ist Domino’s auch international zugange und macht rund zehn Prozent des Geschäfts außerhalb der USA. Beim Gewinn soll es Analysten zufolge 2015 um etwa 16 Prozent vorangehen. Auch angesichts dessen teuer. Halten.

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