Flucht aus dem Dollar: Eskalation im Grönland-Streit drückte Dow, NASDAQ & S&P 500 schlussendlich tief ins Minus

Donald Trump erhebt Anspruch auf die Insel und droht europäischen NATO-Ländern mit Strafzöllen. Das belastete am Dienstag auch die US-Börsen sichtlich.
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Der Dow Jones eröffnete mit einem Abschlag von 0,72 Prozent bei 49.005,01 Zählern und sackte danach noch deutlicher ab. Er beendete den Handel 1,76 Prozent tiefer bei 48.488,77 Punkten. Der NASDAQ Composite gab ebenfalls kräftig nach, nachdem er zum Start 1,58 Prozent auf 23.142,69 Punkte abrutschte. Er schloss den Tag 2,39 Prozent schwächer bei 22.954,32 Einheiten ab. Beim S&P 500 standen zum Handelsstart Verluste von 1,08 Prozent auf 6.865,24 Einheiten an der Tafel. Auch hier wurden die Abgaben im Verlauf größer. Schlussendlich wurden Verluste in Höher von 2,06 Prozent bei 6.796,93 Stellen verzeichnet.
Trump vs. Europa: Neue Strafzölle gegen NATO-Partner im Streit um Grönland
Da in den USA am Montag der Handel wegen eines Feiertags ruhte, konnten die dortigen Anleger erst heute auf die Eskalation des Streits um Grönland reagieren. US-Präsident Donald Trump erhebt Anspruch auf die zu Dänemark gehörende Insel. Am Wochenende drohte der Präsident jenen europäischen Nato-Ländern StrafzölSule an, die zur Unterstützung Dänemarks Soldaten nach Grönland entsandt hatten. Die EU kündigte harte Gegenmaßnahmen an.
Die Blicke waren nun auf das Weltwirtschaftsforum im schweizerischen Davos gerichtet. Dort soll Trump am Mittwoch sprechen. Am Dienstag trat dort schon EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen auf. Sie bezeichnete in ihrer Rede die geplanten US-Strafzölle als Fehler und die Souveränität und Integrität Grönlands und Dänemarks als nicht verhandelbar.
Entgegen den Erwartungen wurde im Handelsverlauf zudem noch bekannt, dass es an diesem Dienstag doch noch keine Entscheidung über die Rechtmäßigkeit schon geltender US-Zölle durch den Obersten Gerichtshof geben wird.
Kein Vertrauen in "Sichere Häfen": Anleger meiden US-Staatsanleihen und den Dollar
Derweil zogen sich die Anleger nicht nur aus Aktien, sondern auch aus dem Dollar und US-Staatsanleihen zurück, die normalerweise als "sichere Häfen" in Krisenzeiten gelten.
Sicherheit suchen die Investoren in Edelmetallen. Die Preise für Gold und Silber stiegen auf neue Rekordstände.
Die Ölpreise tendierten fester, gestützt vom schwächeren Dollar. Übergeordnet bremse jedoch die Befürchtung einer Konjunkturschwäche als Folge eines neuen Zollstreits den Preisanstieg, heißt es aus dem Handel.
Bilanzsaison im Schatten der Politik: 3M überzeugt mit starken Quartalszahlen
Die Bilanzsaison spielte eine untergeordnete Rolle angesichts der politischen Großwetterlage. Unter anderem hat 3M über den Verlauf des vierten Quartals berichtet. Umsatz und Ergebnis übertrafen die Konsensschätzungen von Analysten. Für das laufende Jahr stellt 3M ein beschleunigtes Wachstum in Aussicht. Nach Handelsschluss hat Netflix Geschäftszahlen vorgelegt.
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